Ölpreis fällt aus Sorge um Konjunktur unter 90 Dollar
08.10.2008, 16:53 Uhr | sky
Der Ölpreis fällt weiter (Foto: imago)Die Sorge vor einer kräftigen Abnahme der Ölnachfrage im Zuge der globalen Finanzmarktkrise hat den US-Ölpreis am Montag erstmals seit Februar unter 90 US-Dollar fallen lassen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West-Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November kostete zwischenzeitlich 89,48 Dollar und damit 4,40 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Im Tief fiel der Preis bis auf 88,10 Dollar. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November sank um 4,15 Dollar auf 86,10 Dollar.
Am Markt wächst aus Sicht von Händlern die Sorge, dass die globalen Rettungsmaßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsystems einen globalen Abschwung nicht grundsätzlich verhindern können. Es sei deshalb mit einem Rückgang der Ölnachfrage zu rechnen, Sorten wie West Texas Intermediate (WTI) würden sich dann weiter verbilligen. Sollte auch noch das starke Wachstum in China oder anderen aufstrebenden Volkswirtschaften abebben, sei mit einer noch deutlicheren Abschwächung der Öl-Nachfrage zu rechnen.
Schwache Konjunktur in Amerika
"Die Stimmung am Ölmarkt bleibt negativ", schreibt die Commerzbank. "Die Verabschiedung des Rettungspaketes durch den US-Kongress hatte somit keine positiven Auswirkungen auf den Ölpreis." Die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten zeigten den schärfsten Beschäftigungsabbau seit 5,5 Jahren und verstärkten damit laut Commerzbank Ängste vor einem weiteren Nachfragerückgang im weltweit größten Ölverbrauchsland.
Auch OPEC-Öl günstiger
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) war schon am Freitag kräftig gesunken. Wie die OPEC am Montag in Wien mitteilte, sank der Preis für ein Barrel Rohöl am Freitag um 2,91 Dollar im Vergleich zum Vortag auf 86,37 Dollar. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.