Ölpreis sinkt - Hoffnung auf günstigeres Benzin (Foto: dpa)Hoffnung für die Autofahrer: Ungeachtet neuer Drohungen aus dem Iran hat der Ölpreis kräftig nachgegeben. Am Dienstagnachmittag fiel ein Barrel (159 Liter) der Marke West Texas Intermediate zeitweise unter die Marke von 136 Dollar je Fass. Trotz der starken Preisrückgänge seit Beginn der Woche geben Experten aber keine Entwarnung für die Lage an den Ölmärkten. Die Sprunghaftigkeit der Preise sei weiterhin sehr hoch und eine neue Rekordjagd jederzeit möglich, hieß es.
Am frühen Abend rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Lieferung auf ein Tagestief von 135,14 Dollar und notierte damit gut 10 Dollar unter seinem in der Vorwoche erreichten Rekordhoch bei 145,85 Dollar. Am Mittwochvormittag verteuerte sich der Barrel-Preis wieder auf 137 Dollar. Dennoch dürften die Spritpreise an den Tankstellen in den nächsten Tagen fallen.
Hoffnung auf hohe US-Reserven
Händler erklärten den Rohöl-Preisrutsch vom Dienstag mit der Aussicht auf steigende Ölreserven in den USA. Am Mittwoch werden die neuesten Daten zu den Lagerbeständen in den USA veröffentlicht. Experten erwarten einen Anstieg der Reserven in der größten Volkswirtschaft der Welt. Außerdem habe der Kurs des US-Dollar an den Devisenmärkten zuletzt wieder zugelegt (siehe EUR/USD). Da Erdöl in Dollar notiert, fallen die Ölpreise, wenn der Greenback steigt. Damit ignorierte der Markt neue Drohungen aus dem Iran: Anlässlich eines Manövers warnte die Führung in Teheran vor einem Angriff auf die US-Flotte und auf Israel, falls Iran angegriffen werden sollte.
Unterbrecher 70-Tage
Preisrutsch wohl nur ein Strohfeuer
Experten rechnen aber noch nicht mit einer nachhaltigen Entspannung beim Ölpreis. Mit einem etwas schwächeren Dollar sollte der Druck auf die Ölpreise wieder nachlassen, sagte beispielsweise der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Außerdem werde die Gefahr für die Ölfördereinrichtungen im Golf von Mexiko durch verheerende tropische Wirbelstürme langsam akut. Der aktuelle Hurrikan "Bertha" habe im Atlantik bereits eine gefährliche Stärke erreicht, sagte Weinberg. Die Ölfördergebiete vor der Küste der USA dürften von diesem Sturm zwar verschont bleiben, "dennoch trägt dies zur allgemeinen Unsicherheit am Markt bei". Während der Hurrikan-Saison in Nordamerika steigen die Preise normalerweise, weil Bohrinseln und Terminals geschlossen werden.
Übersicht -
G8 will Ölpreis abkühlen
In Japan versuchten die Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industriestaaten (G8), die Lage am Ölmarkt zu entspannen und den Preisschub zu dämpfen, erklärte Energie-Experte Dave Ernsberger von Informationsdienst "Platts" in Singapur den fallenden Ölpreis. Die Staats- und Regierungschefs der G8 hatten sich tief besorgt über den hohen Ölpreis gezeigt. Die G8 sehen im hohen Ölpreis eine Gefahr für die Weltwirtschaft. Innerhalb eines Jahres hat sich der Ölpreis verdoppelt.