Öltanks am Rotterdamer Hafen (Foto: dpa)Der US-Ölpreis ist wegen der Hoffnung der Anleger auf ein Ende der Wirtschaftskrise zeitweise über 60 US-Dollar gestiegen und hat damit ein neues Jahreshoch erreicht. Zwischenzeitlich kletterten die Notierungen in der Spitze bis auf 60,08 US-Dollar. Zuletzt hatte Öl im November 2008 über dieser Marke notiert. Im Nachmittagshandel gaben die Ölpreise jedoch angesichts von Kursverlusten an den Aktienmärkten ihre Gewinne größtenteils wieder ab.
Ein Barrel der wichtigsten US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni kostete zuletzt noch 58,72 Dollar. Das sind 22 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni stieg um 23 Cent auf 57,71 Dollar. Seit Mitte Februar sind die Ölpreise damit um knapp 70 Prozent gestiegen und Experten warnen vor einer Übertreibung an den Ölmärkten.
Experten erwarten Rückschlag
"In den kommenden Tagen ist mit einer Korrektur bei den Ölpreisen zu rechnen", sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Auslöser für einen Preisrutsch könnten die neusten Daten zu den Ölreserven in den USA sein, die am Mittwoch veröffentlicht werden. In der größten Volkswirtschaft der Welt "haben die Lagerbestände bereits den höchsten Stand seit 19 Jahren erreicht", warnen auch die Fachleute der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Daten würden einfach gegen einen weiteren Höhenflug der Ölpreise in den kommenden Tagen sprechen.
Die Nachfrage sinkt
So hat auch die US-Energiebehörde ihre Prognose für die Ölnachfrage im laufenden Jahr gesenkt. Die weltweite Ölnachfrage wird demnach im Jahr 2009 so niedrig sein wie seit dem Jahr 2004 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr werde ein Rückgang um 1,8 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag auf 83,67 Millionen Barrel pro Tag erwartet, schreibt die Energy Information Administration (EIA) in ihrem monatlichen Bericht. Damit revidierte die EIA ihre bisherige Prognose um 420.000 Barrel pro Tag nach unten. In den vergangenen 16 Monaten hatte die EIA 13 Mal ihre Prognose für 2009 reduziert.