28.02.2012, 08:25 Uhr | Financial Times Deutschland, dpa
Der Preis für Rohöl ist in Euro gerechnet auf den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999 gestiegen. Am Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 93,64 Euro. Schon am Mittwoch hatte die Notierung in Pfund Sterling ein Allzeithoch gesetzt. In Dollar gerechnet erklomm Brent-Öl ein Neun-Monats-Hoch bei gut 123 Dollar je Barrel. Autofahrer und Heizölkäufer müssen tiefer in die Tasche greifen, die Lufthansa erhöht ihre Treibstoffzuschläge.
Als Grund für die steigenden Ölpreise führen Analysten vor allem den schwelenden Konflikt mit dem Iran an. Auch die Nachrichten aus dem Irak, wo bei Anschlägen mindestens 60 Menschen starben, beunruhigten die Investoren. Gute Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und den USA ließen gleichzeitig wieder Hoffnung auf eine anziehende Konjunktur aufkeimen. Langfristig sorgt auch die starke Nachfrage aus den Schwellenländern für Preisdruck nach oben.
Für den Rekord in Euro ist aber auch die Schwäche der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Greenback verantwortlich. Als 2008 der Ölpreis in Dollar sein Rekordhoch markierte, war die EU durch einen sehr festen Euro vor zu starkem Anstieg geschützt. Erst die Kombination von Rohölpreis und Währungseinflüssen mache das Öl in Euro so teuer wie noch nie, hieß es vom Mineralölwirtschaftsverband. "Im Rekordpreisjahr 2008, als Rohöl in der Spitze 144 Dollar kostete, lag der Wechselkurs bei 1,57 Dollar für einen Euro", hieß es. Beim aktuellen Kurs von 1,33 Dollar koste das Barrel trotz niedrigeren Dollar-Preises heute sogar zwei Euro mehr als 2008.

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Angesichts der hohen Preise nehmen die Sorgen zu, dass darunter die ohnehin schon fragile Konjunkturerholung leiden könnte. "Das wird die Firmenmargen belasten, und die Unternehmen werden nicht in der Lage sein, das an die Konsumenten weiterzugeben", sagte Analyst David Morrison von GFT Markets der Nachrichtenagentur Reuters.
Mittelfristig geben Analysten trotz des nun erreichten Niveaus keine Entwarnung. Die Analysten von JP Morgan erhöhten kürzlich ihren Zielpreis für Öl der US-Sorte WTI auf 120 Dollar. Derzeit kostet ein Fass WTI-Öl etwa 107 Dollar. Auch Goldman Sachs geht von weiter steigenden Tarifen aus.
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Die Deutsche Lufthansa erhöht wegen der steigenden Rohölpreise ihre Kerosin-Zuschläge. Zum 28. Februar steige der Aufpreis für innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen um vier Euro auf 35 Euro pro Strecke, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft mit. Der Zuschlag für interkontinentale Verbindungen erhöhe sich je nach Zielgebiet um 12 Euro auf bis zu 134 Euro pro Strecke.
EU und USA werfen dem Iran vor, heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten und wollen den Staat mit Sanktionen zum Einlenken bringen. Ab dem Sommer gilt beispielsweise ein Importverbot für iranisches Öl. Der Iran bestreitet die Vorwürfe und hat seinerseits gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren, einen der weltweit wichtigsten Handelswege. Das Land ist der zweitgrößte Öl-Produzent in der Opec. "Jede neue Nachricht zum Iran ist dazu geeignet, die Risikoprämie für Öl weiter nach oben zu treiben," sagte Natalie Robertson, Rohstoff-Strategin bei der ANZ Bank.
Der größte Ölförderer der Welt, Saudi-Arabien, versucht Sorgen über ein zu geringes Angebot zu zerstreuen. Der stellvertretende Ölminister Prinz Abdulaziz bin Salman sagte: "Der Markt ist sehr gut versorgt und es gibt kein Grund zur Besorgnis. Wir haben unseren Freunden klar gemacht, wie viel Reservekapazität derzeit noch da ist und wie viel es in Zukunft sein wird."
Die Industrienationen bereiten sich bereits auf das ausbleibende Öl aus dem Iran vor. Indien hat in Saudi-Arabien um mehr Öl nachgefragt, um damit den ausbleibenden Fluss aus dem Iran auszugleichen.
Japan wird Medienberichten zufolge die Öleinfuhren aus dem Iran um mehr als 20 Prozent reduzieren und damit doppelt so stark wie bislang erwartet. Mit dem Schritt wolle das Land Strafmaßnahmen umgehen, berichtete die Wirtschaftszeitung "Nikkei" am Donnerstag ohne Quellen. Japan wolle sich mit den USA noch vor dem Monatsende auf den Schritt verständigen. Als Gegenleistung für die Reduzierung der Erdöleinfuhren sollen die japanischen Finanzinstitute, die Geschäfte mit dem Iran abwickeln, nicht unter die US-Sanktionen gegen die Islamische Republik fallen.
Solange der Ölpreis weiter steigt, dürfte der Iran die weniger abgesetzten Mengen durch den höheren Preis kompensieren, weswegen ein baldiges Einlenken des Iran unwahrscheinlich sei, schrieben die Analysten der Commerzbank.
Auch Deutschlands Autofahrer müssen sich auf weitere Rekordpreise beim Tanken einstellen. Trotz aktueller Höchstmarken schließen die Erdölerzeuger neue Kostensteigerungen für Benzin nicht aus. "Es gibt einen gewissen Trend zu höheren Preisen", sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), Gernot Kalkoffen, mit Blick auf die weltweiten Rohölmärkte. Wesentlicher Grund für den Preisauftrieb der vergangenen Jahre sei die enorm wachsende Nachfrage der Schwellenländer.
Für Superbenzin E10 meldete die Mineralölindustrie abermals einen durchschnittlichen Preis von etwas weniger als 1,64 Euro. Die meistgetankten Sorte Super E5 kostete knapp 1,67 Euro je Liter, Diesel 1,54 Euro. Auch der Heizöl-Preis blieb mit durchschnittlich 94,20 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) stabil. - Hier können Sie den Heizöl-Preis für Ihren Wohnort checken.
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Quelle: Financial Times Deutschland , dpa , t-online.de
Gillan schrieb:
am 28. Februar 2012 um 06:25:21
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Sprit
Herrschaften!!! Fast einen Euro kassiert unser Staat,muß denn so eine Abzocke sein? Unser Rollstuhlfahrender Finanzmeister meint
;Ja,weil Griechenland arm dran ist. Und was sagen wir da? Lieber arm dran als Arm ab. Zahlen,murren ,knurren und Schnauze halten!! Und was es angeht am 1.3 nicht zu tanken: Da lacht der Meister drüber,da gibt es sicherlich etwas wirksameres!
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Hannes schrieb:
am 27. Februar 2012 um 20:04:37
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der Schreiber TANDLER hat recht !
wir sollten am 1.3. ALLE NICHT TANKEN fahren, und dann nur noch an FREIE Tankstellen, ich bin dabei, super Idee !!!!!
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ELLI schrieb:
am 27. Februar 2012 um 20:01:15
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LASST ES UNS VERSUCHEN !
das wenigstens die Spritpreise nicht ständig so schnell steigen, indem wir die großen Tankstellen ( Aral,Shell
usw.) meiden, wir sollten lieber die nächste FREIE TANKSTELLE suchen und da tanken, denn die großen Tanken sind es auch die,die Spritpreise hoch treiben, da sie sich untereinander wahrscheinlich absprechen, da können wir,wenn wir es wollen unterdrücken, lasst es uns versuchen, lieber wäre mit natürlich wenn die ÖLSTEUER gesenkt werden würde, aber das wird nur ein Traum sein, bei dieser
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