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Ölpreise steigen weiter - Opec-Quoten bleiben gleich

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Ölpreise steigen weiter - OPEC lässt Quoten unverändert

17.03.2010, 15:59 Uhr | dpa, mmr

Öltanker im Hamburger Hafen  (Foto: imago)Öltanker im Hamburger Hafen (Foto: imago) Die Ölpreise haben am Mittwoch zum Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ihren Höhenflug vom Vortag weiter fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sprang über die Marke von 82 US-Dollar und näherte sich mit einem Stand von 82,70 Dollar den Jahreshöhen aus der ersten Januar-Hälfte, als WTI-Öl schon mal gut 83 Dollar kostete. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich zum Vortag zeitweise um mehr als drei Prozent auf rund 81,50 Dollar. Nach neuen, leicht gestiegenen US-Lagerbeständen verbilligten sich die Ölpreise etwas.


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Förderquoten bleiben unverändert

Experten erklärten den Preissprung zum Vortag mit einem schwächeren Dollar (siehe EURUSD) und mit der Aussicht auf weiter vergleichsweise niedrige Fördermengen der OPEC. Tatsächlich einigten sich die Öl-Minister über eine Beibehaltung der derzeitigen Förderquoten. "Ich glaube dass, es keinen Bedarf gibt, an der derzeitigen Situation etwas zu ändern", sagte Shokri Ghanem, der Vorsitzende der staatlichen libyschen Ölgesellschaft vor Journalisten. In einer Erklärung hieß es, die individuellen Förderquoten würden aber weiter beachtet.

Irak fördert derzeit ohne Quote

Der irakische Ölminister Hussain Al-Sharistani betonte, die Produktionsziele würden wahrscheinlich das ganze Jahr über konstant bleiben. Al-Shahristani gab an, der Irak würde ebenfalls wieder der Förderquote unterliegen, sobald seine Produktion das Niveau von vier Millionen Barrel pro Tag erreichen würde. Für das laufende Jahr ginge er von Ölexporten in Höhe von 2,5 Millionen Barrel pro Tag aus. Der Irak ist derzeit das einzige der OPEC-Länder, das nicht an eine Förderquote gebunden ist.

Öl-Nachfrage dürfte anziehen

Der Saudi-Arabische Öl-Minister Ali Al-Naimi teilte mit, die OPEC sähe keine Notwendigkeit zur Anpassung der individuellen Förderquoten der Mitgliedsländer, obwohl einige der Staaten dies angeregt hätten. Al-Naimi erwartet für das laufende Jahr einen Anstieg der weltweiten Rohöl-Nachfrage um eine Million Barrel pro Tag ab dem zweiten Halbjahr. Saudi Arabien werde erwartungsgemäß im April 8,1 Millionen Barrel pro Tag produzieren.


Förderquoten in Wirtschaftskrise massiv gesenkt

Die OPEC hatte Ende 2008 zwei Mal die Fördermenge um insgesamt 4,2 Millionen Barrel auf 24,85 Millionen Barrel am Tag (je 159 Liter/ohne den Irak) gesenkt. Seither ist die Quote unverändert. Diese Entscheidung habe Stabilität bei den Preisen gebracht, sagte der Präsident der 156. OPEC-Konferenz, der ecuadorianische Ölminister Germánico Alfredo Pinto Troya, in seiner Eröffnungsrede: "Der OPEC-Ölpreis lag in den vergangenen fünf Monaten stabil bei zwischen 70 und 80 US-Dollar."

Geringe Quotendisziplin der OPEC-Länder

Diese Bandbreite dürfe für die OPEC ein komfortables Preisniveau sein, schreibt Expertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank in einer Studie. Problem der OPEC sei vielmehr die geringe Quotendisziplin der Mitgliedsländer. So habe die tatsächliche Öl-Förderung der OPEC-Staaten (ohne Irak) im Februar mit schätzungsweise 26,8 Millionen Barrel pro Tag um 2 Millionen Barrel über der offiziellen Förderquote gelegen. Alle Mitgliedstaaten außer dem Iran, Nigeria und Saudi-Arabien hatten im vergangenen Monat ihre Produktion ausgedehnt.

Nachlassende Nachfrage-Dynamik?

Die Internationale Energieagentur IEA und das US-Energieministerium hatten in der vergangenen Woche einen weltweiten Rohöl-Mehrverbrauch für das laufende Jahr um gut 2 Millionen Barrel pro Tag prognostiziert. Auch aus diesem Grund habe die mangelnde Quotendisziplin der OPEC-Staaten bisher noch keine negativen Auswirkungen auf den Ölpreis gehabt, schreibt die Commerzbank weiter. Sollte sich wie erwartet eine nachlassende Nachfrage-Dynamik im zweiten Quartal zeigen, rechne man mit tendenziell niedrigeren Preisen im Jahresverlauf. Spätestens dann dürfte das Kartell die Quotendisziplin der Mitglieder noch stärker auf die Agenda setzen.

Produktion muss später wohl gedrosselt werden

Die OPEC selbst hat das Problem erkannt. Der iranische OPEC-Beauftragte Mohammad-Ali Khatibi hatte kürzlich gesagt: "Sollte das aktuelle Produktionsniveau bestehen bleiben, wird der Öl-Markt im zweiten Halbjahr 2010 ein Überangebot sehen."


Quelle: dpa

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