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Ölpreise vor neuem Aufschwung?

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Ölpreise vor neuem Aufschwung?

03.11.2011, 18:45 Uhr | Martin Mrowka mit Material von dpa-AFX

Drei-Jahres-Chart WTI-Öl - in USD, inkl. 200-Tage-Linie (Grafik: t-online.de)Drei-Jahres-Chart WTI-Öl - in USD, inkl. 200-Tage-Linie (Grafik: t-online.de) Die Ölpreise sind am Donnerstag nach Verlusten im frühen Handel deutlich ins Plus gedreht. Die Absage des Referendums in Griechenland sorgte dafür, dass ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent am Terminmarkt auf über 111 US-Dollar stieg. Ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich am Abend auf 94,50 Dollar. Zuvor hatte sich Öl aus Sorge vor einer Zuspitzung der Krise um Griechenland noch auf 108 Dollar (Brent) bzw. gut 91 Dollar (WTI) verbilligt. Mit dem jüngsten Preisanstieg gerät ein seit Mai intakter Abwärtstrend in Gefahr. Öl könnte in den kommenden Monaten deutlich teurer werden.

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Anleger kaufen wieder risikoreichere Anlagen

Börsen-Händler machten die neuesten Nachrichten aus Griechenland für die Kursgewinne bei Rohöl verantwortlich. Ministerpräsident Giorgos Papandreou zog seinen umstrittenen Plan für eine Volksabstimmung über Milliardenhilfen und den dafür nötigen Sparkurs zurück. Erst bestand der Ministerpräsident noch auf Volksabstimmung und Vertrauensfrage. Nun steht eine neue Übergangsregierung vor der Tür, die die Voraussetzungen für weitere Milliardenhilfen schaffen soll. Anleger wandten sich deshalb wieder risikoreicheren Anlagen zu - zumal die Zinssenkung der EZB auch eine konjunkturelle Stütze darstellt.

Paukenschlag - Überraschende Zinssenkung

Israel droht dem Iran

Doch auch ein weiterer "Brandherd" führt derzeit zu steigenden Öl-Notierungen. In Israel wird laut über einen möglichen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen nachgedacht. Der Iran sei "immer bereit zum Krieg", sagte Außenminister Ali Akbar Salehi der "Hürriyet Daily News" als Reaktion. "Seit acht Jahren hören wir israelische Drohungen. Unsere Nation ist vereint", so Salehi weiter.


"Apokalyptische" Konsequenzen

Israel drohten im Falle eines Angriffs Konsequenzen in "apokalyptischem" Ausmaß, lautete eine weitere Warnung auf der Internetseite des iranischen Staatsfernsehens. Israel seien die militärischen Fähigkeiten des Irans gut bekannt, heißt es weiter. "Die iranische Raketenindustrie ist in der Region die beste und in der Welt eine der besten."

Großbritannien untersucht mögliche Navy-Stützpunkte

Schon bereitet sich auch Großbritannien nach Darstellung der Zeitung "The Guardian" auf einen Militärangriff gegen Ziele im Iran vor. Es gehe um die Unterstützung eines möglichen US-Angriffs. Britische Militärstrategen untersuchen demnach, wo Schiffe und U-Boote der Royal Navy stationiert werden könnten, um Tomahawk-Marschflugkörper auf Ziele im Iran abzuschießen. Im Londoner Verteidigungsministerium gehe man davon aus, dass die Amerikaner unter anderem um die Nutzung der britischen Militärbasis Diego Garcia im Indischen Ozean bitten werden.


Rohölpreise streben aufwärts

Ein Ausfall der iranischen Ölproduktion im Kriegsfalle würde massive Ölpreis-Steigerungen nach sich ziehen. Doch noch ist es nicht soweit. Derzeit versucht der WTI-Ölpreis über eine Mittelfrist-Abwärtstrendlinie zu klettern, die bei 94 Dollar verläuft (siehe Chartvergrößerung oben). Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch darüber, wird wohl auch der 200-Tage-Durchschnitt bei gut 95 Dollar keine große Hürde sein. Ein schneller Aufschwung bis in die Region 100 bis 105 Dollar je Barrel WTI-Öl dürfte die Folge sein. Über dieser Zone erscheint das Mai-Hoch bei 114 Dollar erreichbar. Auch die Forward-Kurve für den Terminmarkt zeigt für Öl in den kommenden Monaten deutlich aufwärts (siehe Chartseite unten). Hinzu kommen saisonale Aspekte in Form höherer Winter-Preise.

Tipp: Wer als Öl-Heizungs-Besitzer oder Geldanleger dem wahrscheinlichen Preisaufschwung beim Rohöl ein Schnippchen schlagen will, kauft jetzt Zertifikate, die auf einen steigenden Rohöl-Preis setzen. Doch so leicht wird das Geldverdienen nun auch nicht: Eine erneute Verschärfung der Euro-Krise mit entsprechend negativen Folgen für die Konjunktur kann den Ölpreisen jederzeit wieder einen Dämpfer versetzen.
(03.11.11)

Hinweis
Diese Publikation beruht auf allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Die Analyse gibt eine unverbindliche Auffassung über den Markt bzw. die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für weitere zeitnähere Informationenüber konkreteAnlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.


Quelle: dpa-AFX , t-online.de , mmr

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