
20.12.2011, 16:30 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Wirtschaft des deutschen Nachbarn ist eng mit der Italiens verwoben. Sollte Rom die Investoren nicht schnell beruhigen, könnte Österreich in den Strudel der Krise geraten. Finanzministerin Fekter glaubt aber: "Unser Triple-A ist gesichert."
In Österreich wird ein Überschwappen der italienischen Finanzkrise und ein Verlust des Top-Ratings befürchtet. "Österreich sitzt nicht so sicher auf seinem Triple-A, wie wir es gerne hätten", sagte Bernhard Felderer, Chef des Wiener Instituts für Höhere Studien. Bislang wird das Land von den drei großen Ratingagenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch mit der Top-Bonität "AAA" eingestuft. Sie beklagen allerdings, die Regierung in Wien spare nicht so stark, wie es könne.
Felderer, der zu den bekanntesten Wirtschaftswissenschaftlern des Landes gehört, widersprach mit seinen Äußerungen der Regierung in Wien. Finanzministerin Maria Fekter hält die Spitzennote für gesichert.
Österreichs Wirtschaft ist mit der Italiens eng verwoben. Die Banken geben ihre Außenstände gegenüber dem südlichen Nachbarland mit 16,5 Milliarden Euro an. Die Bank Austria, eine Tochter der Mailänder UniCredit und größtes Institut Österreichs, wurde von Ratingagenturen schon herabgestuft.
Schaffen es die Italiener nicht, die Lage zu beruhigen, hätte laut Felderer auch Österreich ein ernstes Problem: "Es kann passieren, dass auch österreichische Anleihen dann seltener gekauft werden, was auch hierzulande teure Zinsen für die Staatsschuld bedeutet", sagte er.
In zwei Wochen kommen Analysten von Moody's nach Wien, um die Lage vor Ort zu beurteilen. Felderer hält es für durchaus möglich, dass Österreich bei dieser Überprüfung auf negativen Ausblick gestellt werde. Von den sechs Euro-Ländern, die über ein Triple-A verfügen, galt bisher die Position von Frankreich als die gefährdetste, weil die Banken des Landes stark in Griechen-Bonds fehlinverstiert hatten. Kommt es zu einer Herabstufung von Frankreich und Österreich, ist auch das gute Rating des Euro-Rettungsschirms EFSF gefährdet.
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Um die Finanzmärkte zu beruhigen, will die Regierung in Wien schnell eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild einführen. "Die Verhandlungen laufen", sagte ein Regierungssprecher. Claus Raidl, Aufsichtsratspräsident der Österreichischen Nationalbank, verlangt zusätzlich eine Verschärfung des Sparkurses. Seinen Berechnungen zufolge wird die Staatsschuld bis 2012 um weitere zwei Prozentpunkte auf mehr als 74 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Rechnet man noch die Verbindlichkeiten der Bahn und anderer Staatsbetriebe dazu, sind es demzufolge 85 Prozent und im kommenden Jahr 87 Prozent.
Moody's hatte das "AAA" im Juni unter Verweis auf eine "sehr hohe" Finanzstärke des Landes bestätigt und mit stabilen Ausblick versehen. Österreich sei besser aus der Krise herausgekommen als andere Euro-Staaten. Allerdings betonte die Agentur, angesichts des soliden Wirtschaftswachstums könne die Konsolidierung des Haushalts "ambitionierter" ausfallen. Ähnlich beurteilt Fitch die Lage.
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Finanzministerin Fekter erklärte vor wenigen Tagen im Ö1-Radio mit Blick auf die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels, Österreich sei gut abgesichert durch die Sparbemühungen und die Bankenpläne zur Rekapitalisierung für den Fall von Verlusten als Folge der Euro-Krise. "Damit steht das stabil da und kann man sagen, unser Triple-A ist gesichert", sagte sie dem Sender.
Italien ist endgültig in den Strudel der Schuldenkrise geraten. Die gute Stimmung an den Finanzmärkten als Folge der Nachrichten über die Rücktrittsgedanken von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hielt nur kurze Zeit. Nach einem freundlichen Handelsstart an den Aktienmärkten drehte der Aufwärtstrend.
Die Renditen für zehnjährige italienische Anleihen kletterten bis auf 7,4 Prozent, den höchsten Wert seit Einführung des Euro. Damit ist die Schwelle überschritten, ab der die Refinanzierung für Italien als unmöglich gilt. Auch Stützungskäufe der Europäischen Zentralbank konnten den Renditeanstieg nur verlangsamen. Zudem drehten erstmals in der Euro-Geschichte die Zinskurse: Zweijährige Anleihen werfen mehr Rendite ab als zehnjährige. Das heißt, der Glauben der Investoren in eine langfristige Zahlungsfähigkeit Roms schwindet. Im Gegenzug suchten die Investoren Sicherheitsinvestments wie deutsche Bundesanleihen oder amerikanische Treasuries, deren Renditen zurückgingen.
Auch in Griechenland halten die politischen Turbulenzen an. Die regierenden Sozialisten haben sich mit den Konservativen nicht auf einen Ministerpräsidenten für eine gemeinsame Notregierung verständigen können. Ein Treffen von Staatspräsident Karolos Papoulias mit den Parteiführern brachte am Abend keine Einigung. Die Beratungen sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Ministerpräsident Giorgos Papandreou war am Nachmittag erwartungsgemäß zurückgetreten.
Quelle: Financial Times Deutschland
Peter schrieb:
am 15. November 2011 um 13:06:55
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Österreich
Griechenland, dann Spanien, Italien,Frtankreich nun Österreich. Merkt denn noch immeer niemand um was es geht? Amerika das
meistverschuldetste Land der Welt hat AAA . Kann kein Zufall sein. Wenn nun österreich über die Hürde gesprungen ist kommt Skandinavien. Es ist ein Wirtschaftskrieg zugunsten des Dollars. amerikla kämpft wie immer mit denmiesesten Mitteln. Hier die Gängsterorganisationen Ratingagenturen.
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Uwe schrieb:
am 11. November 2011 um 13:50:48
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Östereich bangt um Bonität
das ist alles nur noch Schwachfug..Rating Agenturen sind Private Unternehmen,welche 95% ihrer
Umsätze/Gewinne,von Schuldnern.."Nicht" Gläubigern,erzielen..Deshalb Raten sie manchmal scheinbar Willkürlich Länder runter,weil diese dann Schuldner und Umsatzbringer werden!!! Private Rating Agenturen sind eine Gefahr und müssen Verboten werden..Mensch Poliotiker,setzt dem AAA von Gierhälsen endlich ein LMAA gegenüber..die Agenturen sind der Pickel am A... unserer gesellschaft!!
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Alfred schrieb:
am 10. November 2011 um 17:54:28
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Geld und Schulden
Die Merkel rettet sie alle, mit unserem Geld - das ist allgemein bekannt.
Nur - wir werden dazu nicht gefragt und das ist nicht so gut.
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