Krankmeldung - Krankenstand 2009 bisher leicht gestiegen (Quelle: imago)Trotz Wirtschaftskrise und Ängsten vor Jobverlust ist der Krankenstand weiter gestiegen. Entgegen anderer Berechnungen meldeten sich im ersten Halbjahr 2009 nach Daten der Betriebskrankenkassen (BKK) mehr Arbeitnehmer krank als in den ersten Monaten des vergangenen Jahres. Vor diesem Hintergrund warnten die Innungskrankenkassen am Freitag in Berlin vor Einschnitten bei der Gesundheitsvorsorge.
Der Krankenstand sei in den ersten fünf Monaten des Jahres 2009 von 4,1 auf 4,2 Prozent gestiegen. Der Vergleichswert stammt aus den ersten fünf Monaten 2008. Von Januar bis Mai 2007 waren knapp vier Prozent der Arbeitnehmer krank, so die BKK. Die gesetzliche Krankenversicherung gab nach BKK-Angaben im vergangenen Jahr 340 Millionen Euro für die Gesundheitsförderung ihrer Versicherten aus.
Ministerium berichtete andere Zahlen
Das Bundesgesundheitsministerium hatte kürzlich berichtet, im ersten Halbjahr habe der der Krankenstand im Schnitt bei 3,2 Prozent gelegen. Das Ministerium schränkte jedoch ein, dass sich die Zahlen nur auf einen einzelnen Stichtag bezögen. Die BKK berichteten, Monatsdurchschnitte zeigten ein anderes Bild. An der freiwilligen Statistik nehmen 55 BKK mit 2,7 Millionen beschäftigten Mitgliedern teil.
Mehr Geld für Vorsorge gefordert
Vor diesem Hintergrund forderte der Geschäftsführer der IKK e.V., Rolf Stuppardt, mehr Geld für Vorsorge. "Wir brauchen eine solide und ausreichende Finanzierung für solche Programme." Er warb für genügend Mittel für betriebliche Gesundheitsförderung im Gesundheitsfonds. "Ansonsten sind diese Projekte, die die Betroffenen unmittelbar erreichen, gefährdet." Bei der IKK Nordrhein erhalten Arbeitnehmer und Arbeitgeber für die erfolgreiche Teilnahme an einem Vorsorgeprogramm einen kompletten Krankenkassen-Monatsbeitrag zurück.
Psychische Erkrankungen nehmen zu
Nach Angaben der Betriebskrankenkassen stieg der Anteil psychischer Erkrankungen an den krankheitsbedingten Ausfallzeiten bei den beschäftigten BKK-Pflichtmitgliedern um einen Punkt auf 10,3 Prozent 2008.