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Olympus gibt schwere Bilanzfälschungen zu

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Wirtschaftskrimi bei Olympus

08.11.2011, 07:23 Uhr | dpa-AFX, dapd, bv

Olympus-Firmenchef Suichi Takayama verbeugt sich bei einer Pressekonferenz (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)Olympus-Firmenchef Suichi Takayama verbeugt sich bei einer Pressekonferenz (Foto: Reuters) Der japanische Elektronikkonzern Olympus hat zugegeben, seine Bilanzen in großem Stil gefälscht zu haben. Investment-Verluste seien seit den 90er Jahren mit Hilfe von Übernahmen verschleiert worden, teilte das Unternehmen in Tokio mit. Die milliardenschweren Zukäufe standen im Mittelpunkt, seit der geschasste britische Firmenchef Michael Woodford sie Mitte Oktober öffentlich kritisiert hatte. Woodford sagte, er sei gefeuert worden, nachdem er Fragen zu den Deals stellte und sie untersuchen ließ. Das Unternehmen hatte sie erst vehement verteidigt, dann unter dem Druck von Aktionären aber doch eine unabhängige Kommission mit der Prüfung beauftragt.

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Hohe Summen für Berater

Unter anderem die außergewöhnlich hohen Zahlungen an einen Finanzberater beim Kauf des britischen Medizintechnik-Spezialisten Gyrus vor einigen Jahren seien Teil der Bilanzfälschung gewesen, teilte Olympus jetzt mit. Damals flossen dem Berater vor allem über den Rückkauf eines Aktienanteils insgesamt 687 Millionen Dollar zu - rund ein Drittel des Gyrus-Übernahmepreises von mehr als 1,9 Milliarden Dollar.

Bisher versuchte Olympus, eine plausible Erklärung für den Geldregen an den heute nicht mehr auffindbaren Berater zu liefern: Man habe sich erst nachträglich entschlossen, Gyrus zu 100 Prozent zu übernehmen und habe deshalb den als Teil des Honorars gewährten Anteil zurückkaufen müssen. Da die Beraterfirma einen Sitz in den USA hatte, ermittelt inzwischen laut Medienberichten sogar das FBI.

Verluste bei Übernahmen versteckt

Auch bei den von Woodford angeprangerte Zukäufen dreier kleinerer japanischer Spezialanbieter medizinischer Ausrüstung für insgesamt 73,4 Milliarden Yen (680 Millionen Euro) seien Verluste versteckt worden, räumte Olympus jetzt ein. Das Unternehmen entschuldigte sich bei Anlegern und Partnern, Vizepräsident Hisashi Mori muss gehen.

Fragliche Rolle des Aufsichtsratschefs

Brisante Fragen dürfte es jetzt auch zur Rolle des Firmenpatriarchen Tsuyoshi Kikukawa geben. Er war von Woodford zum Rücktritt aufgefordert worden und ließ stattdessen den Briten vor die Tür setzen. "Sie haben mir gesagt, ich soll mir einen Bus zum Flughafen nehmen", beschwerte sich Woodford in einem Interview. Unter Anlegerdruck gab Kikukawa inzwischen bereits den Vorsitz des Verwaltungsrates ab. Der neue Firmenchef Shuichi Takayama betonte am Dienstag, Woodford werde nicht zurückkehren. Er habe erst am Montagabend von Kikukawa und Mori von der Bilanzfälschung erfahren, sagte Takayama in Tokio laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo. Er behalte sich vor, Anzeige zu erstatten.

Olympus drohen schwere Konsequenzen

Die Aktie stürzte am Dienstag um bis zu 40 Prozent ab. Seit Ausbruch der Affäre verlor sie mehr als zwei Drittel ihres Werts. Es handelt sich um einen der größten Bilanzfälschungsskandale der japanischen Wirtschaftsgeschichte. Dem Unternehmen drohen nun Schadenersatzklagen und der Ausschluss von der Börse.

Olympus ist bei Verbrauchern vor allem als Kamera-Hersteller bekannt, die Medizintechnik macht inzwischen aber den Großteil des Geschäfts aus.


Quelle: dpa-AFX , dapd , t-online.de

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