Die OPEC drosselt die Ölförderung drastisch. (Foto: Reuters)Die Talfahrt beim Ölpreis hält an. Um den Preisverfall zu stoppen, will die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die tägliche Förderung ab November um 1,5 Millionen Barrel senken. Das teilte der amtierende OPEC-Präsident Chatib Khelil nach einer Krisensitzung des Kartells mit. Der Ölpreis sank danach aber zunächst weiter.
Khelil sagte nach dem nur rund 90-minütigen Treffen, es gebe zurzeit "zu viel Öl auf dem Markt". Nach dem jüngsten Beschluss sinkt die Ölförderung des Kartells nunmehr auf rund 27 Millionen Barrel pro Tag. Bereits im September hatte die OPEC die Ölproduktion um 500.000 Barrel auf die offizielle Förderquote von 28,8 Millionen Barrel zurückgefahren. Tatsächlich lag die reale Förderung aller 13 OPEC-Länder zuletzt aber bei über 32 Millionen Barrel pro Tag. Die OPEC deckt damit rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion ab.
Dramatische Entwicklung auf Ölmarkt
Ob das Kartell mit dem jüngsten Beschluss den Preisverfall beim Öl aufhalten kann, bleibt abzuwarten. Wie dramatisch die Entwicklung auf dem Ölmarkt ist, zeigt ein Blick in den Juli diesen Jahres. In dem Monat erreichte der Ölpreis mit 147 US-Dollar für einen Barrel (je 159 Liter) der US-Referenzsorte WTI einen historischen Höchststand. Um die Preisexplosion zu stoppen, hatte die OPEC sogar eine Erhöhung der Ölforderung erwogen. Einzelne Länder wie Saudi-Arabien hatten später auch die Förderung erhöht.
Ölpreis sinkt auf knapp 63 US-Dollar
Doch seitdem hat die Finanzkrise und die beginnende Rezession der Weltwirtschaft den Ölpreis auf Talfahrt geschickt. Allein am Freitag sank der Preis auf knapp 63 US-Dollar pro Barrel. Khelil sagte vor Journalisten in der Wiener OPEC- Zentrale, er gehe davon aus, dass die jetzt beschlossene Drosselung der Produktion das Wachstum der Weltwirtschaft nicht beeinflussen werde. "In den USA und Europa gibt es bereits kein Wachstum mehr", betonte der Politiker.
Nächste OPEC-Sitzung im November oder Dezember
Sollte die jetzt beschlossene Kürzung den Preisverfall nicht stoppen, könnten sich die Ölminister bereits im November wieder treffen, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Die nächste ordentliche Konferenz der OPEC findet Mitte Dezember in Algerien statt.