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Opel-Angestellte protestieren in Antwerpen gegen Werksschließung

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5000 Opelaner protestieren in Antwerpen

23.09.2009, 20:23 Uhr | dpa

Opel-Demo vor dem Werk Antwerpen (Foto: dpa) (Quelle: ddp) Gemeinsamer Protest der Opelaner in Antwerpen (Quelle: ddp)Rund 5000 Beschäftigte von Opel aus ganz Europa haben in Antwerpen für den Erhalt von Arbeitsplätzen nach dem Einstieg von Magna demonstriert. Mit Trommeln und Plakaten machten die Opelaner, darunter rund 1000 Kollegen aus Deutschland, ihrem Unmut über die Magna-Pläne und die drohende Schließung des belgischen Werks Luft.

Lohnverzicht nur gegen Kündigungsschutz

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte, die Belegschaft werde ihren angebotenen Verzicht auf jährlich 265 Millionen Euro bis 2014 nur dann aufrechterhalten, wenn kein Werk geschlossen werde und die Investoren auf betriebsbedingte Kündigungen verzichteten. Auf der Streichliste des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna und seiner russischen Partner stehen nach dem Übernahme-Konzept 10.450 Stellen, davon etwa 4500 in Deutschland.

Produktion seit 1925

General Motors Belgium und Opel haben in dem von der Schließung bedrohten Werk in Antwerpen seit 1925 mehr als 13 Millionen Autos produziert. Seit zehn Jahren wird in Belgien nur noch ein Modell gebaut, der Opel Astra. 96 Prozent der Produktion war für den Export bestimmt. Die Zahl der Mitarbeiter sank seit Beginn der 1980er Jahre von rund 12.000 auf zuletzt knapp 2600. Die Produktivität in Antwerpen ist hoch, die Kosten aber auch. General Motors Belgium machte im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Euro Verlust.

Franz bleibt optimistisch

Eine endgültige Entscheidung über die Schließung des Werks ist laut Franz noch nicht gefallen. Franz sagte, dass sich die Arbeitnehmervertreter konstruktiv an der Suche nach einer Lösung beteiligen werden. Eine Blockadehaltung, um von Magna vorab Versprechungen zum Erhalt aller Standorte zu erzwingen, werde es nicht geben. "Wir können keine Zeit verlieren", betonte Franz und versprach: "An den europäischen Arbeitnehmern und Gewerkschaften wird die Gründung von NewOpel/Vauxhall nicht scheitern."

GM: Mindestens eine Werksschließung

Dagegen sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksvorsitzende und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild, dass der Verzicht auf Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen die Voraussetzung für Verhandlungen sei. Skeptisch zeigte sich auch General-Motors-Chef Fritz Henderson, der dem Magazin "Auto Motor und Sport" sagte: "NewOpel wird mindestens ein Werk schließen müssen. Antwerpen ist hier eine Option."

Erste Gespräche mit Magna stehen

Der stellvertretende Vorsitzende des europäischen Opel-Betriebsrats (EEF), Rudi Kennes, sagte dem Sender hr-info, in den bisherigen Gesprächen mit Magna sei von einer Schließung nicht die Rede gewesen. Nach Angaben von Peter Scherrer, Chef des Europäischen Metallgewerkschaftsbunds (EMB), wird Magna in dieser Woche erstmals mit europäischen Gewerkschaften über die Zukunft des deutschen Autobauers verhandeln.

Zuversicht in Eisenach

Nach Einschätzung des Eisenacher Opel-Betriebsratschefs Harald Lieske wird der Stellenabbau weniger hoch ausfallen als angekündigt. Er sei sich absolut sicher, dass es nicht bei der bisher genannten Zahl bleiben werde, sagte Lieske dem Sender MDR Info. Das sei die Maximalforderung von Magna. Der Standort Eisenach habe keine Möglichkeit mehr, mit Produktion oder Mitarbeitern weiter nach unten zu gehen, sagte Lieske. "Wir sind jetzt bereits an der untersten Grenze." Einzige Alternative wäre eine Stilllegung des Werks: "Das ist aber inakzeptabel."


Quelle: t-online.de , dpa

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