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Opel: Großbritannien und EU gegen Deal mit Magna

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Briten und EU gegen Opel-Deal mit Magna

24.09.2009, 10:34 Uhr | dpa-AFX, AFP

Weiter Streit um Opel-Übernahme (Foto: dpa) Weiter Streit um Opel-Übernahme (Foto: dpa)Die britische Regierung verstärkt laut einem Pressebericht ihren Abwehrkampf gegen den von Berlin unterstützten Übernahmeplan für Opel. Der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson habe sich in einem Brief direkt an EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gewandt, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD). Darin greife er den Opel-Kauf durch den Autozulieferer Magna frontal an. In England sind die Werke Ellesmere Port und Luton vom geplanten Stellenabbau betroffen. Bei der EU rennt Mandelson dabei offene Türen ein: Auch in Brüssel wird die Art der deutschen Opel-Rettung kritisch beäugt.

"Magna hatte nicht das beste Angebot"

Dem Bericht zufolge fordert Mandelson in seinem Brief ein "aktives Engagement" der Kommission. "Wir glauben nicht, dass das vorliegende Magna-Angebot der beste verfügbare Plan ist", zitiert die "FTD" aus dem Schreiben. Die neue Gesellschaft wäre bei einer Übernahme durch einen anderen Interessenten profitabler und hätte bessere Überlebenschancen.

Großbritannien fürchtet um eigene Werke

So berücksichtige Magna mit seinem Sanierungsplan nur unzureichend den nötigen Kapazitätsabbau, zitiert die Zeitung aus dem Brief des Ministers. Es seien sogar Produktionsausweitungen in Russland geplant. Zudem sollten hocheffiziente Werke in Großbritannien und Spanien zugunsten weniger profitabler Werke zurechtgestutzt werden. Nach Mandelsons Darstellung kommen die Magna-Pläne die EU-Staaten rund 1,3 Milliarden Euro teurer als das alternative Übernahmekonzept des Finanzinvestors RHJI. Außerdem seien sie rund zwei Milliarden Euro teurer als ein Verbleib Opels bei General Motors (GM).

Auch EU mit Magna-Deal nicht zufrieden

In der Brüsseler EU-Kommission gibt es derweil einem anderen Zeitungsbericht zufolge ebenfalls starke Vorbehalte an dem deutschen Rettungspaket für Opel. "Die Stimmung gegenüber dem gesamten Opel-Deal ist wenig freundlich. Das Verhalten der Deutschen wird mit Kopfschütteln betrachtet", berichtete "Die Welt" unter Berufung auf "hohe Kreise der Kommissionsbehörde". So sei die "frühzeitige Festlegung auf einen Investor falsch gewesen und habe die Verhandlungsbasis geschwächt". Die massive staatliche Intervention durch Deutschland werde als "problematisch" angesehen.

Skepsis gegenüber der Sberbank

Mit großer Skepsis wird den Angaben zufolge auch der neue russische Miteigentümer Sberbank gesehen. "Die Russen sind der eigentliche Gewinner der Opel-Rettung. Russland kriegt kostenlos hochwertige Technologie, und die Europäer züchten sich damit vor der Haustür starke Wettbewerber heran", kritisierten hochrangige Kommissionsexperten.

Autoindustrie vor Umwälzungen

EU-Industriekommissar Günter Verheugen verwies in der "Welt" darauf, dass die "europäische Automobilindustrie vor riesigen Umwälzungen steht, die sich heute kaum jemand vorstellen kann". Die Überkapazitäten im Automobilsektor betragen ihm zufolge "mindestens 20 Prozent". Gleichzeitig werde der Absatz von kleineren und mittleren Autos demnächst zurückgehen - eine Folge der Abwrackprämie. Zudem müssten die Unternehmen viel Geld in Forschung und Entwicklung investieren. "Die Automobilindustrie hat in guten Zeiten die Anpassung an den Markt verpasst. Jetzt muss sie das Auto neu erfinden", sagte Verheugen.


Quelle: AFP , dpa-AFX , t-online.de

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