Opel führt im großen Stil Kurzarbeit ein (Foto: ap)Nach dem Absatzboom durch die Abwrackprämie kehrt bei Opel Ernüchterung ein. So schickt der Rüsselsheimer Autobauer jeden zweiten Mitarbeiter in Deutschland in die Kurzarbeit. Opelwerde im Januar und Februar an den Standorten Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach die Produktion drosseln, so Unternehmenssprecher Ulrich Weber. Demnach müssen gut 12.000 Mitarbeiter im Januar und Februar deutlich weniger arbeiten. Schuld ist die geringe Nachfrage und die Pleite der Opel-Schwester Saab.
Die Produktion werde wegen geringerer Nachfrage und des Wegfalls der Fertigung eines Saab-Modells in Rüsselsheim gedrosselt, so Weber. In Rüsselsheim gebe es im Januar drei und im Februar vier Tage Kurzarbeit. Der Standort Bochum ist am stärksten von Kurzarbeit betroffen, wie Opel-Sprecher Andreas Kroemer berichtet. Dort würden rund 4600 Beschäftigte zeitweise die Produktion einstellen. Statt drei Schichten soll nur eine Schicht gefahren werden.
Opel will Überkapazitäten verringern
In Kaiserslautern, wo 3200 Mitarbeiter beschäftigt sind, sollen einzelne Abteilungen zu unterschiedlichen Zeiten in Kurzarbeit gehen. In Eisenach seien 1500 Menschen betroffen. Kroemer betonte, dass die Produktion nur an einzelnen Tagen eingestellt werde, um Überkapazitäten zu verringern, manchmal handele es sich auch nur um einzelne Schichten. Das Management entscheide an diesen drei Standorten Monat für Monat flexibel über die Produktion, es solle nicht auf Halde produziert werden. In diesem Jahr kämen die beiden neuen Versionen der Modelle Astra und Meriva auf den Markt, an ihnen hänge die Hoffung auf einen Nachfrageschub. "Man muss sehen, wie sich dieses Jahr entwickelt."
#
Saab-Pleite trifft auch Rüsselsheim
Am Stammsitz Rüsselsheim gibt es nach Angaben Webers für 3000 der 14.000 Beschäftigten Kurzarbeit. Grund sei dort die Pleite des Herstellers Saab, ebenfalls eine Tochter von General Motors (GM). Ursprünglich hätte Anfang des Jahres ein Saab-Modell in Rüsselsheim gebaut werden sollen. "Wir haben dieses Volumen einfach nicht", sagte Weber. Von März an werde in Rüsselsheim aber der Buick Regal für GM gebaut, dann könne das Werk wieder ausgelastet werden. Auch im Jahr 2009 habe es schon an einigen Standorten Kurzarbeit gegeben. "Das ist keine große Veränderung zu dem, was wir hatten."