Drucken
Magna will Pensionslasten auf den Bund abwälzen
24.05.2009, 00:42 Uhr | Spiegel Online
Magna will Opel - Magna Intier Automotive Interiors (Foto: dpa)Der Favorit stellt Bedingungen: Der Autozulieferer Magna fordert nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" weitere Hilfen für die Rettung von Opel. Er will dem angeschlagenen Autobauer nur dann helfen, wenn Pensionslasten des Unternehmens in Höhe von drei Milliarden Euro vom Bund übernommen werden. Die Bürgschaft in Höhe von 4,5 Milliarden Euro reicht nicht.
Foto-Show - Der neue Opel Astra
Opel - Wechselvolle Firmengeschichte
Testen Sie sich -Sind Sie ein echter Opelaner?
Auf einen Blick - Die Opel-Standorte in Deutschland
Magna stellt Forderungen
Der österreichisch-kanadische Automobilzulieferer
Magna International knüpft eine Rettung des Autobauers Opel nach Informationen des "Spiegel" an weitere staatliche Hilfen. Das geht aus dem Übernahmekonzept Magnas hervor, das der Konzern bei der Bundesregierung eingereicht hat. Magna werde mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (
GM), der Bundesregierung und dem Pensionssicherungsverein zusammenarbeiten, "um eine akzeptable Lösung zu finden und einzuführen", heißt es in dem Konzept.
Spenden und mehr Autos
Magna stellt zudem in Aussicht, jedes Jahr zwei Prozent seines Nettogewinns für wohltätige Zwecke zu spenden. Obwohl in den deutschen Werken Personal abgebaut wird, sollen die Fertigungszahlen kräftig steigen. So sollen in Rüsselsheim nach den Plänen künftig 250.000 Autos vom Band rollen, derzeit sind es nur 160.000. Selbst in Bochum soll die Produktion um 58.000 Einheiten steigen.
Wirtschaftsminister bleibt skeptisch
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sieht das Magna-Konzept dennoch genauso skeptisch wie die beiden Konkurrenzangebote von
Fiatund dem Finanzinvestor Ripplewood. "Eine Risikoanalyse, die keine Zweifel lässt, steht noch aus", sagte er dem "Spiegel". "Insofern bleibt auch eine geordnete Insolvenz immer noch eine Option."
700 Millionen an Investitionen
Magna hatte am Freitag mitgeteilt, bei einer Opel-Übernahme mit seinem russischen Partner Sberbank 700 Millionen Euro in den angeschlagenen deutschen Autobauer investieren zu wollen. Die Summe solle teils von der Bundesregierung garantiert werden. Die Bundesländer mit Opel-Standort zeigten sich uneinig über die Angebote, die Magna und seine Mitbewerber Fiat und Ripplewood am Mittwoch vorgelegt hatten.
GM und Sberbank halten Mehrheit
Das nicht-bindende Kaufangebot von Magna sieht nach eigenen Angaben vor, dass GM einen Anteil von 35 Prozent an dem deutschen Autobauer behalten solle, erklärte Magna. Sberbank werde ebenfalls 35 Prozent übernehmen, Magna selbst 20 Prozent und die Opel-Belegschaft die übrigen zehn Prozent.
Rüsselsheim soll profitieren
Die "Frankfurter Rundschau" ("FR")berichtete, Magna plane eine stärkere Auslastung des Opel-Stammwerkes in Rüsselsheim. Dort solle neben dem Modell Insignia auch der neue Astra produziert werden. Für Bochum bleibe der Zafira übrig. Magna erwägt nach "FR"-Informationen das britische Werk Luton und den belgischen Standort Antwerpen zu schließen.
Mehr zum Thema:Magna hat die Nase vorn -
Favorit in Berlin für OpelInsolvenzsorgen -
Opel-Mitarbeiter wollen auf Gehalt verzichtenHintergrund -
Kampf um Opel -
Neuer Interessent aus China?
Quelle: Spiegel Online
, t-online.de