Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft >

Opel-Verkauf an Magna platzte wegen Streit mit Russland

...

Opel-Verkauf an Magna platzte wegen Streit mit Russland

26.07.2011, 07:54 Uhr | Spiegel Online

Neue Erkenntnisse über den geplatzten Opel-Deal mit Magna (Foto: dpa)

Neue Erkenntnisse über den geplatzten Opel-Deal mit Magna (Foto: dpa)

Monatelang buhlten Magna und die Sberbank um Opel, letztlich platzte der Deal. Nun gibt es neue Erkenntnisse darüber, warum: Wie aus den US-Botschaftsdepeschen hervorgeht, stellten die Bieter dreiste Bedingungen. Die Verhandlungstaktik der Kanzlerin kritisieren die Diplomaten als naiv.

Das Hickhack um Opel ist vielen noch in unangenehmer Erinnerung. 2009 stand der deutsche Autobauer zum Verkauf - weil der US-Mutterkonzern General Motors (GM) vor der Insolvenz stand.

In dem Bieterstreit gab es bald einen Favoriten: ein Konsortium, dem der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und die russische Sberbank angehörten. Diese hatten sich im Mai 2009 in einem Memorandum mit der Bundesregierung geeinigt, 55 Prozent an Opel zu übernehmen.

Wirtschaft
Deutsche Bahn fährt mit Ökostrom von RWE

Der Energiekonzern liefert für die nächsten 15 Jahre Strom aus Wasserkraftwerken. zum Video

Der Deal schien bereits besiegelt, dann platzte er überraschend. Jetzt, fast zwei Jahre später, gibt es neue Erkenntnisse über die Genese des Scheiterns. Und darüber, wie kritisch das Verhalten der damaligen Bundesregierung von amerikanischen Diplomaten gesehen wurde.

Angst vor russischem Zugriff auf Patente und Technologien

Wie aus Depeschen der Berliner US-Botschaft hervorgeht, war ein wichtiger Grund eine Klausel in dem Memorandum. Das Käufer-Konsortium hatte ihm immer neue Zusätze hinzugefügt, insgesamt 31 Stück. Einer habe besagt, dass sich Magna und die Sberbank das Recht sichern, ihren 55-Prozent-Anteil an ein russisches Staatsunternehmen weiterzuverkaufen, heißt es in den Diplomatenkabeln.

Partner-Angebot
Kfz-Versicherung
Über 180 Tarife vergleichen, online abschließen und bis zu 500 € sparen! (Foto: transparo)

Jetzt Kfz-Versicherung wechseln und bis zu 500 Euro jährlich sparen.

Versicherungsvergleich starten

Bei GM habe es große Sorgen gegeben, dass russische Hersteller dadurch Zugriff auf die Technologien und Patente von Opel bekommen könnten. Auch habe der Konzern das eigene Geschäft auf dem russischen Markt gefährdet gesehen.

"Zu schnell auf Magna festgelegt"

US-Diplomaten kritisieren in den Kabeln auch die Naivität der Bundesregierung in den Verhandlungen mit GM. Dem Kanzleramt sei offenbar nicht klar gewesen, was das Memorandum bedeute, heißt es. Sie habe dieses als fertigen Deal verstanden. GM und unabhängige Deutsche in der Opel-Treuhand dagegen hätten das Memorandum nur als Startpunkt für die Verhandlungen gewertet.

Partner-Angebot
Jobs in der Automobilindustrie
Jobs in der Automobilindustrie (Foto: dpa)

Aktuelle Stellenangebote für Ingenieure, Kundenberater und Absolventen in Ihrer Wunschregion finden.

Jobsuche starten

Ohnehin habe sich die Regierung vielleicht zu schnell auf Magna und die Sberbank festgelegt - sei doch von Anfang an klar gewesen, dass das Angebot viele Probleme mit sich brachte. Doch der damaligen Großen Koalition sei es darum gegangen, die Opel-Krise vor der Bundestagswahl zu lösen. Der damalige Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SDP) habe sich schnell auf Magna festgelegt, weil bei dem Unternehmen davon auszugehen gewesen sei, dass es die meisten Jobs in Deutschland erhalte. Merkel habe rasch gemerkt "von wo der Wind wehe" und sich Steinmeier angeschlossen, um ein potentielles Wahlkampfthema zu entschärfen.

Kritik an deutschen Politikern

"Es war schon schlimm, dass politische Überlegungen in diesem Geschäft eine Rolle gespielt haben", kritisieren die Botschafter. "Schlimmer war, dass die Regierung offenbar nicht wusste, worauf sie sich bei dem Memorandum einlässt." Als sie schließlich doch noch die Tragweite der Probleme begriffen habe, "hatte GM all sein Vertrauen in die Magna-Sberbank-Gruppe verloren". Der Konzern zog sein Angebot zurück - mit maximalem Schaden für die Regierung Merkel, die sich monatelang für den Deal eingesetzt hatte.

Die Depeschen liegen "Spiegel Online" vor. Die britische "Times" hatte am Montag als erstes daraus zitiert. Magna und Opel wollten eine Anfrage zu dem Sachverhalt nicht kommentieren. Bei GM war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.


Anzeige
Optimale Baufinanzierung
 (Quelle: Interhyp)

Interhyp vergleicht die Angebote von über 300 Banken und berät Sie unabhängig. Im €uro, Heft 08/2011 ist Interhyp "Bester Baufinanzierer 2011" Interhyp

Quelle: Spiegel Online

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Opel-Verkauf an Magna platzte wegen Streit mit Russland" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Opel-Verkauf an Magna platzte wegen Streit mit Russland" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (21)

zum Forum

Thema: "Opel-Verkauf an Magna platzte wegen Streit mit Russland"

Georg schrieb: am 25. Juli 2011 um 21:12:11
(2) (1) Opel
Schon eigenartig, wie die Amis jeden Misserfolg immer den Deutschen zuschieben. Seit wann ist für den Verkauf von Opel die Regierung in
Berlin zuständig? Ich dachte, GM sei der Verkäufer und wenn die es nicht schaffen , warum sollte wieder die Kanzlerin Schuld haben?
mehr Kommentar melden

Ragiator schrieb: am 25. Juli 2011 um 21:11:09
(2) (0) Opel
Magna wollte nur von der eigenen Pleite ablenken, Opel hat in Deutschland noch nie einen Pfennig / Cent bezahlt. Alle Vorteile gehen
nach USA die Nachteile und die Rechnungen werden jedoch in Deutschland bezahlt.
mehr Kommentar melden

wolfgang schrieb: am 25. Juli 2011 um 21:11:03
(2) (0) Opel Verkauf
Es zeigt doch mal wieder ganz deutlich, das Politiker und Beamte KEINE Ahnung von Wirtschaft und Verhandlungen in der freien
Wirtschaft haben. Wer Betriebswirtschaft studiert hat steigt ja auch nicht gerade in die Niederungen der Politik ab und wird auch noch Beamter. Daher gibt es auch fast keine Qualifizierten "Wirtschaftpolitiker"
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Prämierte Riserva
Spitzenweine bei Hawesko

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Tablet zum Sensationspreis
Knüller knallhart bei euronics.de

24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics

Einkaufswelt
Schicke Brillen für alle
Schicke Brillen - bei optikplus

Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

"Mit einem Unfall haben alle gerechnet"
Der Todesfahrer von Hamburg-Eppendorf raste im März 2011 mit Tempo 100 in eine Fußgängergruppe (Quelle: dpa)

Ex-Chef belastet Todes- fahrer schwer. mehr

Whistleblower gefeu- ert: Firma muss zahlen
Altenpflegerin Brigitte Heinisch (Quelle: dpa)

Altenpflegerin erhält 5- stellige Abfindung. mehr


Anzeigen

Anzeige
Einkaufswelt
Rasenmäher kostengünstig
Mähen leichtgemacht von plus.de

Angebote sichern und jetzt dabei kräftig sparen. bei plus.de

Anzeige
Konto mit Kick

Jetzt mit dem Postbank Giro plus bis zu 200 € sichern!* mehr

Anzeige
Silber-Sonderangebot
Silbermünzen: 25 x Silber Unze Maple Leaf zum Sonderspreis. (Quelle: ophirum.de)

Exklusiv für Nutzer von t-online.de. zum Angebot

Anzeige

Anzeige
iPad gewinnen
 (Quelle: fxDirekt Bank)

Am Börsenspiel teilnehmen und gewinnen. Jetzt mitmachen

Auto-Quiz

Erkennen Sie die Automarken am Logo? Automarken-Quiz

Börsen-Gezwitscher
Börsenradar auf Twitter

Das Börsenradar-Team zwitschert auch auf Twitter. Folgen Sie uns!

Geld-Newsletter
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aktuelle Wirtschafts- Themen täglich ins Postfach. mehr


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige