02.02.2011, 13:18 Uhr | t-online.de/business/ dapd
Frust ablassen in der Abschiedsmail? Lieber nicht! (Foto: Imago)
Still abtreten oder zum Schluss endlich mal den ganzen Ärger und Frust loswerden? Wer seine Arbeitsstelle verlässt, sollte nicht ohne Abschiedsgruß gehen. Doch Vorsicht, da lauern zahlreiche Fettnäpfchen. Wir verraten Ihnen, wie Sie gepflegt Ihren Hut nehmen und dem Ex-Chef auch später noch mit erhobenem Kopf unter die Augen treten können.
Lassen Sie sich eines gesagt sein: Machen Sie es nicht wie Jason Shugars, der durch die Betreffzeile seiner Abschiedsmail vor einigen Jahren rasend schnell bekannt wurde. "So long, suckers! I'm out" - "Bis dann, ihr Lutscher! Ich bin weg!" lautete sein wenig freundliches Lebewohl an Kollegen und Chef. Den richtigen Ton zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. Denn zu professionell und kühl sollte die Mail ebenfalls nicht werden.
Die Berliner Etikette-Expertin Nandine Meyden rät dringend davon ab, die Abschiedsmail als Plattform für eine persönliche Abrechnung zu nutzen. "Solche Mails bleiben lange bestehen", gibt sie zu bedenken. Man sollte sich überlegen, was es einem selbst und den Kollegen nützt, wenn man seinen spontanen Frust noch mal in Worte fasst.
Zudem sei es riskant, berufliche Bande zu zerschlagen - man könne schließlich nie wissen, wann man auf die alten Kontakte wieder zurückgreifen muss. "Man trifft sich immer zweimal im Leben. Seinen Ärger sollte man deshalb lieber bei Freunden loswerden - oder in den Wald gehen und ihn einem Baum erzählen", sagt Meyden.
Laut Meyden ist vielmehr ein freundlicher Gruß zum Abschied im Berufsleben wichtig. "Eine Abschiedsmail gehört auf jeden Fall dazu, wenn man ein Unternehmen verlässt", sagt Meyden. Diese Nachricht sende man üblicherweise kurz vor dem letzten Arbeitstag. "Man sollte dafür ruhig den großen Verteiler nehmen, um auch wirklich allen offiziell Bescheid zu sagen", erklärt die Trainerin.
Zumindest die Information, dass man das Unternehmen verlässt, und einen kurzen allgemeinen Dank sollte man sich abringen - auch dann, wenn man nicht freiwillig geht. "Außerdem gehört es sich, den Kollegen alles Gute für die Zukunft zu wünschen", betont die Expertin. Je zufriedener man mit seinem Job war, desto länger sollte die Abschiedsmail sein, sagt Meyden.
Man könne beispielsweise die Jahre im Unternehmen kurz Revue passieren lassen. Wichtig sei außerdem, dass man in der Abschiedsmail mitteile, wer die eigenen Aufgaben fortan übernimmt. "Ansonsten bekommt man unzählige Mails mit der Frage, an wen man sich denn zukünftig wenden muss", prophezeit die Etikette-Spezialistin.
Quelle: dapd
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