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Perlen des Maschinenbaus im Ausverkauf

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Perlen des Maschinenbaus im Ausverkauf

02.02.2012, 08:14 Uhr | Financial Times Deutschland

Der Alltag ist nicht so spektakulär wie die Marktveränderungen (Quelle: imago)

Der Alltag ist nicht so spektakulär wie die Marktveränderungen (Quelle: imago)

Ausverkauf in einem Pioniersegment des deutschen Maschinenbaus: Betonpumpen. Gerade erregte einer der beiden traditionellen Marktführer Aufsehen: Putzmeister geht von der schwäbischen Eignerfamilie an Sany aus China über - im bisher vermutlich größten deutsch-chinesischen Firmendeal.

Aber auch der zweite große Anbieter Schwing steht zum Verkauf: Die Bank Rothschild sucht einen Erwerber oder zumindest Co-Investor, wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus Finanz- und Branchenkreisen erfuhr. Beide Familienunternehmen sind ähnlich groß; Putzmeister erzielte voriges Jahr 570 Millionen Euro Umsatz.

Revolutionäre auf Hochhausbaustellen

Die Firmen haben das Geschehen auf Hochhausbaustellen revolutioniert: Mussten früher Arbeiter den Beton in Behältern per Kran in höhere Stockwerke transportieren, entwickelten Schwing und Putzmeister vor gut 50 Jahren die Alternative: Pumpen, die das Material durch Rohre nach oben schießen. Heutzutage sind die oft auf Fahrzeugen montiert. Wie ein riesiger Rüssel fühlt die 50 bis 70 Meter lange Röhre bis in die Winkel der Baustelle vor. Putzmeister wurde voriges Jahr außerhalb der Fachszene als Helfer im Katastrophenkraftwerk von Fukushima bekannt: Dort warfen die Pumpen Wasser auf die heißen Reaktoren. Zuvor hatten sie schon die Reaktorruine von Tschernobyl einbetoniert.

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80 Prozent der Geräte gehen nach Fernost

Der Alltagseinsatz in Hochhäusern ist dagegen unspektakulär. Aufsehenerregend aber sind die Veränderungen im Markt: Bis vor einigen Jahren teilten die beiden Mittelständler ihn weitgehend unter sich auf. Weil aber Europa lahmt und zugleich China seine Städte reihenweise mit Wolkenkratzern füllt, verlagert sich der Verkauf der Betonpumpen rapide dorthin. Nach Statistiken von Brancheninsidern wurden 2010 rund 8000 Geräte abgesetzt, 80 Prozent davon in China.

2007 beherrschte Putzmeiser an Stückzahlen gemessen immerhin noch ein Drittel des Markts; Schwing musste sich - mit rund einem Sechstel Marktanteil - den zweiten Platz schon mit zwei chinesischen Firmen teilen: Sany und Zoomlion. 2010 vereinigten diese beiden schon 70 Prozent der Weltverkäufe auf sich. Und Sany hat nun Putzmeister geschluckt.

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Sanierungskonzept entscheidet über Fortbestand

Weil sie in China wenig präsent waren, stürzten Putzmeister und Schwing in der Konjunkturkrise 2009 besonders tief. Bei Schwing halbierte sich der Umsatz in jenem Jahr beinahe: auf 396 Millionen Euro. Im damaligen Geschäftsbericht - ein neuerer ist noch nicht veröffentlicht - heißt es, der Fortbestand hänge vom Sanierungskonzept ab. Wie zu hören ist, sagte Firmenchef Gerhard Schwing im Dezember 2011 auf einer Betriebsversammlung, er spreche mit einem Investor. Unter anderem soll XCMG aus China Interesse gezeigt haben. Rothschild ist schon mindestens seit Oktober mandatiert.

Dagegen soll Putzmeister der Bank Morgan Stanley den Auftrag relativ kurzfristig erteilt haben. Dieser Deal dürfte die Verhandlungen über Schwing erschweren. Auch den Arbeitnehmern macht er Sorge: "Wir haben jetzt sehr viel mehr Angst um die Arbeitsplätze bei Schwing", sagt Eva Kerkemeier von der IG Metall in Bochum. "Putzmeister hat auch in der Krise noch investiert, Schwing nur das Nötigste. Und Putzmeister bekommt jetzt neues Geld in die Hand." Gerhard Schwing war am Mittwoch nicht zu erreichen. Rothschild lehnte einen Kommentar ab.

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Kommentare (144)

zum Forum

Thema: "Perlen des Maschinenbaus im Ausverkauf"

Juppi schrieb: am 2. Februar 2012 um 14:14:46
(6) (0) Hurra !
Leute, ist das nicht toll, endlich haben Sozialisten aus dem Reich der Werktätigen auch bei uns das Sagen in der Industrie. Nicht
mehr die überaus schlimmen Heuschrecken, Banker, Kapitalisten etc. Das wollten unsere Sozis schon immer. Dann können endlich auch die Gewerkschaftler mit ihren Glaubensgenossen aus dem fernen Osten über die ach so berechtigten Ansprüche der hiesigen, bisher ausgebeuteten Arbeitnehmer verhandeln. Und bestimmt haben die dann auch dafür absolut Verständnis.
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Conni schrieb: am 2. Februar 2012 um 13:52:20
(7) (0) Verkauf an China
Immer unter dem Motto: "Nach uns die Sintflut!" Unternehmer mit Herz und Verstand opfern sich bis zum bitteren Ende
oder lassen es gar nicht erst soweit kommen. Heute zählt das hoffentlich bald wertlose Geld mehr, als Ansehen, Ruhm und Ehre. Die Chinesen sind als Kommunisten scheinbar die besseren Kapitalisten. Die bauen ihre Machtpositionen aus- hier geht alles den Bach runter! Wann wachen wir eigentlich auf!???
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Ping Pong schrieb: am 2. Februar 2012 um 13:39:19
(9) (1) Schlußverkauf
Haben die Chinesen jetzt die Amis abgelöst? Wenn in Deutschland irgendetwas an Firmen zum Verkuf stand, waren es doch immer
die Amis die sofort zugeschlagen haben. Heute sind es die Chinesen, die den Ausverkauf von Deutschland übernommen haben. Müssen wir jetzt statt Englisch Chinesisch lernen und wenn ja wo bekommen wir dir Lehrbücher her?
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