08.10.2010, 12:55 Uhr | FTD, Sabine Meinert
Bei Bewerbungsschreiben zählt der erste Eindruck. (Foto: Imago)
Maximal zehn Minuten nehmen sich Führungskräfte Zeit, um eine klassische Bewerbung zu prüfen, so eine Studie. Deshalb zählt, wie sich die Kandidaten präsentieren. Kleinigkeiten wie Rechtschreibfehler können schon das Aus bedeuten.
Klar ist damit: Der erste Eindruck zählt! Und: Komm zum Punkt! Denn die Zeit und Aufmerksamkeit der Chefs ist limitiert. Zwei Drittel der deutschen Personalverantwortlichen entscheidet in gerade einmal fünf bis zehn Minuten, ob eine Bewerbung aussortiert wird oder in die engere Wahl kommt, so die Ergebnisse der Studie Workplace Survey 2010 des Personaldienstleisters Robert Half. Auch in den Nachbarländern Schweiz und Österreich haben Führungskräfte mehrheitlich ähnlich wenig Zeit für die Vorauswahl von Jobanwärtern.
Wer also seine Stärken erfolgreich darstellen will, sollte seine Bewerbungsunterlagen sorgfältig zusammenstellen und in knapper Form wirklich überzeugende Qualitäten präsentieren, um positiv ins Auge zu fallen.
Tippfehler nerven die Chefs da eher. Schon ein bis zwei Fehler (durchschnittlich 1,8) können in Deutschland der Grund sein, warum ein Schreiben aussortiert wird. In der Schweiz und Österreich ist spätestens nach drei Rechtschreibschnitzern (im Schnitt 2,8 bzw. 2,5) der Sympathie-Bonus aufgebraucht. In anderen Ländern ist man da deutlich nachsichtiger, zeigt die Untersuchung.
Die hiesigen Personalverantwortlichen achten des Weiteren besonders auf Teamfähigkeit. Denn: Nehmen sie eine Bewerbung ein zweites Mal zur Hand, um sie gründlicher zu studieren, erregen neben den fachlichen Fähigkeiten vor allem Soft Skills ihre Aufmerksamkeit. Immerhin gaben fast die Hälfte der befragten Finanz- und Personalmanager an, keine "Startänzer" oder "Solisten" einstellen zu wollen.
Hoch im Kurs stehen daher kommunikative Bewerber. Jeder fünfte Chef in Deutschland legt darauf besonders Wert. Außerdem können die potenziellen neuen Mitarbeiter mit hoher Stressresistenz punkten. In der Schweiz stehen dagegen eher Fremdsprachenkenntnisse hoch im Kurs.
"In fünf bis zehn Minuten die Spreu vom Weizen zu trennen, ist eine schwierige Aufgabe - doch bei der Fülle an Bewerbungen haben Verantwortliche oft keine andere Möglichkeit", sagt Sven Hennige von Robert Half International. "Aus diesem Grund sollten alle Alleinstellungsmerkmale, die einen Bewerber besonders für die ausgeschriebene Stelle qualifizieren, gleich auf den Punkt gebracht werden. Dies gilt selbstverständlich auch für Online-Profile, da immer mehr Unternehmen diese nutzen, um sich einen besseren Eindruck zu verschaffen."
Wichtig sei zudem, dass ein Kandidat deutlich mache, warum er sich gerade in diesem Unternehmen bewerbe. Standardschreiben, die in Massen an zahlreiche mögliche Arbeitgeber ausgesendet werden, seien meist auf den ersten Blick zu erkennen, so der Experte. "Diese werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aussortiert".
Im Einstellungsprozess setzen deutsche Firmenlenker und Personalabteilungen mehr und mehr auf Online-Rekrutierung. Sie nutzen zunehmend auch soziale Netzwerke - und dies nicht nur für die erste Kontaktaufnahme, sondern auch für die Bewertung und Einschätzung der Kandidaten. Der "digitale Fußabdruck" eines Bewerbers verrate oft mehr als sein Lebenslauf, so die einhellige Meinung.
Und der Trend hält nach Meinung der Manager an: Nahezu ein Drittel der Befragten geht davon aus, bei der Suche nach neuen Mitarbeitern künftig vor allem online fündig zu werden. Damit zeigen sich die deutschen Personal- und Führungsverantwortlichen besonders fortschrittlich. Im internationalen Vergleich werden den Social Media bei der Rekrutierung nicht so viel Bedeutung beigemessen. Allerdings: Werden die Chefs über Social-Media-Seiten angesprochen, reagiert die große Mehrheit eher uninteressiert oder neutral. Nur jeder Dritte fühlt sich geschmeichelt.
Für die Studie Workplace Survey 2010 befragte der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über 2.800 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern - aus Belgien, Brasilien, Deutschland, Dubai, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Spanien und der Tschechischen Republik. Die Befragung wurde im Februar 2010 von einem internationalen, unabhängigen Meinungsforschungsinstitut durchgeführt.
Quelle: Financial Times Deutschland
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics
Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de
Verpatzter Börsenstart ist der Grund für die Sammelklage. zum Video