23.03.2009, 14:15 Uhr | t-online.de/business
Die Konkurrenz nicht davonlaufen lassen! (Foto: Imago)
Deutsche Chefs dürfen sich freuen: Die Mehrheit bekommt von ihren Mitarbeiter gute Zeugnisse. Das ergab eine Umfrage der GfK Marktforschung. Woran es bei den Führungskräften trotzdem noch hapert und wie Sie nicht in klassische Führungsfallen tappen, zeigen wir Ihnen im Folgenden.
Für die Untersuchung, die GfK Marktforschung im Auftrag des Portals gesundheitpro.de durchgeführt hat, wurden 899 Berufstätige mit Vorgesetzten befragt. Demnach geben sechs von sieben Befragten an, ihr unmittelbarer Vorgesetzter bringe ihnen Vertrauen entgegen. Acht von zehn Berufstätigen loben zudem die Fairness ihres Chefs. Ein weiteres positives Ergebnis: Die Mehrheit der Chefs steht laut GfK-Umfrage hinter ihren Mitarbeitern und hat ein offenes Ohr für deren Belange.
Jeweils über zwei Drittel schätzen laut Gfk-Studie an ihren Vorgesetzten, dass sie sich bei internen Problemen vor ihre Mitarbeiter stellen und sich Zeit für die Anliegen der Angestellten nehmen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten sagen sogar, ihr Chef sei ihnen ein Vorbild. Weiter so: Führungskräfte, die keinen Zweifel an ihrer Loyalität aufkommen lassen und Verantwortung auch für schlechte Leistungen in der Abteilung übernehmen, machen nämlich alles richtig, schreibt Unternehmensberaterin Maren Lehky in ihrem Buch "Die zehn größten Führungsfehler - und wie Sie sie vermeiden".
Doch trotz des großen Lobs für viele Vorgesetzte scheinen der GfK-Umfrage zufolge die Fähigkeiten einiger Bosse in puncto Personalführung und Organisation zweifelhaft. So beschweren sich demnach fast drei von zehn deutschen Arbeitnehmern darüber, ihr Chef sei autoritär und lasse keinen Widerspruch zu. Ein Viertel der Mitarbeiter beklagt sich, vom Vorgesetzten ständig unter Druck gesetzt zu werden. Jeder Fünfte (21 Prozent) ist sogar der Meinung, sein Chef habe von Mitarbeiterführung "keine Ahnung". Ein Siebtel der befragten Arbeitnehmer hält seinen Vorgesetzten gar für unorganisiert und chaotisch, und zehn Prozent behaupten, ihr Chef sei cholerisch und schreie beim kleinsten Anlass.
Das sollten sich die Kritisierten zu Herzen nehmen. Denn Führung im "Basta"-Stil kommt selten gut an und führt ebenso selten zu guter Leistung, sagt Lehky. "Fragen statt sagen" lautet stattdessen die Zauberformel der Expertin für optimale Zusammenarbeit - und das auch, wenn ein Projekt unter Zeitdruck erledigt werden muss. "Bis wann können Sie das schaffen?" - wer so fragt, setzt sein Team weniger unter Druck.
Viele Führungskräften scheinen es außerdem nicht für nötig zu halten, ihren Mitarbeitern zuzuhören. Bei einer Umfrage der Akademie für Führungskräfte in Überlingen am Bodensee unter 405 deutschen Managern gaben nur 16,5 Prozent an, ihr Chef könne "sehr gut" zuhören. Immerhin 43 Prozent erklärten, ihr Vorgesetzter höre "gut" zu, knapp 30 Prozent "mittel". Und sieben Prozent waren der Ansicht, ihr Chef sei ein schlechter Zuhörer.
Auch die Fähigkeit der Chefs, ihren Mitarbeiter Rückmeldung - etwa zu ihrer Leistung - zu geben, ist noch der Untersuchung zufolge verbesserungswürdig: Nur gut zwölf Prozent der Befragten bewerteten sie als "sehr gut", 43 Prozent als "gut". Fast 32 Prozent der Umfrage-Teilnehmer beurteilten diese Eigenschaft ihres Vorgesetzten als "mittel" und gut zehn Prozent als schlecht. Das sind laut Maren Lehky ganz schlechte Voraussetzungen für den Erfolg: Wer gute Leute in der Firma halten will, sollte Interesse signalisieren, das Gespräch mit ihnen suchen und auch zuhören, rät die Fachfrau.
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