02.08.2010, 09:30 Uhr | AFP
"Preisschaukel": Auffällige Schwankungen unter anderem beim Krebsmittel Erbitux (Foto: Hersteller) (Quelle: Hersteller)
Die Pharmakonzerne unterlaufen das Arzneimittel-Sparpaket, das erst im Juni verabschiedet wurde. Wie der "Spiegel" am Samstag vorab berichtete, nutzen die Unternehmen eine von Experten "Preisschaukel" genannte Gesetzeslücke, um den von sechs auf 16 Prozent erhöhten Zwangsrabatt abzumildern, der ab dem 1. August gelten soll. Demzufolge erhöhten die Konzerne Mitte Juli kurzfristig ihre Preise, nur um sie zwei Wochen später wieder abzusenken. Diese Preissenkungen könnten sie sich laut Paragraf 130a Sozialgesetzbuch V nun auf den erhöhten Zwangsrabatt anrechnen lassen.
In den Datenbanken der Apotheker seien bei hunderten Medikamenten Preissprünge zu beobachten, berichtete der "Spiegel". Auch das Ministerium von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sei bereits auf die Lücke gestoßen und überlege nun, die Passage nachzubessern. "Sollten wir feststellen, dass eine relevante Zahl von Unternehmen die Preisschaukel missbräuchlich nutzt, müssen wir das Gesetz noch einmal ändern", sagte der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Stefan Kapferer.
Auffällige Preisschwankungen gab es dem Bericht zufolge etwa beim Krebspräparat Erbitux, das der Pharmakonzern Merck Serono herstellt. Aber auch bei Produkten von Hexal, Sandoz Pharmaceuticals oder Fresenius Kabi seien die Bewegungen auffällig. "Wir nutzen für einige wenige Produkte die uns gebotenen rechtlichen Möglichkeiten der Preisgestaltung, um die Ertragseinbußen durch den heraufgesetzten Zwangsrabatt etwas abzumildern", bestätigte ein Merck-Sprecher nach Angaben des "Spiegels". Die Erhöhung des Herstellerzwangsrabatts sei aus Sicht von Merck Serono unverhältnismäßig hoch und stelle in seiner Dauer von mehr als drei Jahren auch eine wirtschaftliche Belastung dar.
Der erhöhte Zwangsrabatt für die Pharmabranche gehört zu einer Reihe von Maßnahmen, mit denen Rösler das Milliardendefizit der gesetzlichen Krankenkassen eindämmen will. Zusätzlich müssen Pharmaunternehmen künftig den Zusatznutzen eines neuen Medikaments nachweisen, bevor sie mit den Krankenkassen über den Preis verhandeln können.
Quelle: AFP , t-online.de
Besserwisser schrieb:
am 2. August 2010 um 11:14:24
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Taschenspielertrick
Nun wird dem Yuppie der Spaßpartei Rösler FDP von der Pharmaindustrie gezeigt wo der Hammer hängt. Verdammt noch mal
ist denn keiner in unserer Politik fähig den Pharmaerzeuger an die Kette zu legen. Wann wird endlich die Rote Liste eingeführt.
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pieke schrieb:
am 2. August 2010 um 09:00:22
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was geht
warum hatten die Generikaprod. vor wenigen Jahren alle gemeinsam zur gleichen Zeit ihre Pharmaprod. um 30% gesenkt, weil es da
etwas zu erhalten gab, und die Preisreduzierung war das kleinere Übel, aber da war noch Hr. Schröder am Hebel und hat mit d. Pharmauntern. "Klartext "gesprochen, dafür hat er einer anderen Industrie geholfen und diese ihm (Ende d. Politikerkarr.-Industriehonorarverträge), also auch wieder ganz normale Politik am Volk vorbei! keiner d. Politiker hat den will echte Reformen -Ego!
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64er schrieb:
am 31. Juli 2010 um 16:44:19
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Gesetze
Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass unsere Politiker mit dem Schreiben von Gesetzen vollkommen überfordert sind. Entweder
Sie lassen Sich die Gesetze von Lobbiisten schreiben oder die Machwerke sind so lückenhaft und daneben, dass das Ziel garnicht erreicht wird. Da fragt man sich was unsere gewählten Volksvertreter und der riesige Stab der Ministerialbürokratie eigentlich so treibt.
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