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Pharmakonzern Bayer will wachsen

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Bayer gibt sich optimistisch

26.02.2010, 09:47 Uhr | dpa-AFX

Der Chemiepark Leverkusen mit dem Bayer Werk (Foto: dpa)Der Chemiepark Leverkusen mit dem Bayer Werk (Foto: dpa)Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer zeigt sich nach dem Krisenjahr 2009 optimistisch für das laufende Jahr und will bis zum Jahr 2012 kontinuierlich wachsen. "Wir haben 2009 erfolgreich beendet - und wollen künftig an die positiven Entwicklungen der vorherigen Jahre anknüpfen", sagte Konzernchef Werner Wenning in Leverkusen. Im vergangenen Jahr verdienten die Leverkusener allerdings wegen hoher Sonderaufwendungen und negativen Währungseffekten deutlich weniger als von Analysten erwartet und erfüllten auch die eigenen Ziele nur äußerst knapp. Entsprechend geriet die Aktie im frühen Handel deutlich unter Druck.

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Krise hinterließ Spuren

2009 war stark durch die Krise geprägt. Zudem sorgten ungünstige Wechselkursverhältnisse insbesondere im vierten Quartal für Gegenwind. Darüber hinaus schlugen unerwartet hohe Kosten für die Schering-Integration, Restrukturierungen und Rechtsfälle stark negativ zu Buche. Der Gewinn sackte entsprechend um rund ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Euro ab, während der Umsatz um gut fünf Prozent auf 31,2 Milliarden Euro sank. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sonderposten ergab sich ein Minus von 6,6 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro. Analysten hatten insbesondere beim Gewinn einen deutlich höheren Wert erwartet.

Optimismus für 2010

Wenning zeigte sich für die Zukunft gleichwohl optimistisch. Für das laufende Jahr rechnet er beim operativen Ergebnis (EBITDA pre ex) mit einem Anstieg in Richtung sieben Milliarden Euro. Der Umsatz dürfte 2010 währungs- und portfoliobereinigt um mehr als fünf Prozent zulegen. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie sei ein Anstieg um etwa zehn Prozent zu erwarten.

Konzern will weiter wachsen

Auch darüber hinaus will Bayer weiter wachsen. So sei bis zum Jahr 2012 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von währungs- und portfoliobereinigt etwa fünf Prozent zu rechnen. Auch die Aussichten für die weitere Ergebnisentwicklung seien positiv. So solle das EBITDA vor Sonderposten im gleichen Zeitraum auf eine Größenordnung von acht Milliarden Euro steigen. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie werde ein jährlicher Zuwachs von durchschnittlich zehn Prozent und damit ein Anstieg in der Größenordnung von fünf Euro je Aktie angestrebt.

Aktie unter Druck

Während sich die Umsätze im Gesundheits- (HealthCare) und im Agrochemie-Geschäft (CropScience) erhöhten und neue Rekordhöhen erreichten, brachen die Umsätze im Kunststoff-Geschäft (MaterialScience) konjunkturbedingt um mehr als ein Fünftel ein. Allerdings setzte sich in diesem Geschäft die Erholung im vierten Quartal fort. "Während zu Jahresbeginn weltweit extreme Umsatzeinbußen zu verzeichnen waren, erholte sich das Geschäft im Jahresverlauf deutlich", sagte Wenninng. Er rechnet mit einer weiteren konjunkturellen Erholung. Vor diesem Hintergrund dürfte dieses Geschäft 2010 ein Umsatzwachstum von währungs- und portfoliobereinigt mehr als zehn Prozent erreichen. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA solle erheblich steigen. Im ersten Quartal dürfte der Umsatz zum Vorquartal leicht steigen, während weiter steigende Rohstoffkosten zu einem etwa stabilen operativen Ergebnis führen dürften.

Selbst gesetzte Ziele nur knapp erreicht

Am Finanzmarkt war die Reaktion negativ. Die Aktie büßte 4,05 Prozent auf 47,38 Euro ein, während der Gesamtmarkt um gut ein Prozent zulegte. Der Konzern hatte die operativen Ertrags- und Umsatzerwartungen der Analysten leicht verfehlt und war beim Gewinn sogar deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, wie am Markt bemängelt wurde. Auch die selbst gesteckten Ziele erfüllten die Leverkusener nur annähernd.

Gewinn enttäuschte

Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank zeigte sich vom Ausblick enttäuscht. Auch der Gewinn habe im vierten Quartal vor allem wegen unerwartet hoher Einmalbelastungen enttäuscht. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank kommentierte die Zahlen im Vergleich zu denen von BASF am Vortag: "Das nennt man wohl Zwei-Klassen-Gesellschaft: BASF lieferte gestern wirklich gute Zahlen und einen positiven Ausblick und Bayer kommt heute nun eher mit Moll-Daten."



Quelle: t-online.de , dpa-AFX

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