06.09.2010, 14:54 Uhr | Christoph Stehr / Monster.de
Dümmer geht’s nimmer: Ein Ingenieur bewirbt sich bei einem Autobauer in München, doch die Mappe landet in Ingolstadt, weil er sie in den falschen Umschlag gesteckt hat. Eine Marketingassistentin schreibt an einen Internet-Provider: "Da ich die von Ihnen vorgeschlagene Form der Online-Bewerbung als unpersönlich empfinde, schicke ich Ihnen meine Unterlagen per Post."
Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie vermisst bei vielen Bewerbern "Kundenorientierung". Sie scheuen die Mühe herauszufinden, was das Unternehmen wirklich will und wie sie dazu beitragen können. Das fängt beim Erstellen der schriftlichen Unterlagen an und hört beim telefonischen Nachfassen nach dem Vorstellungsgespräch längst nicht auf. "Es herrscht immer noch die Meinung, ich komme schon durch, irgendwie wird dem Leser meine Bewerbung genügen", sagt Hesse.
Solches Desinteresse stößt 73 Prozent der Personalabteilungen übel auf, so das Ergebnis einer Online-Studie, die das Marktforschungsinstitut Harris Interactive in Deutschland durchgeführt hat. "Ganz oder gar nicht" muss deshalb die Devise für Bewerber lauten. Wir zeigen Ihnen, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Massenabfertigung. Personaler hassen Serienbriefe. Deshalb persönlichen Adressaten erfragen, auf das Unternehmen eingehen.
Schlamperei. Vertipper, Grammatikfehler, Flecken sind tödlich. Freunde oder Familienmitglieder Korrektur lesen lassen.
Überlänge. Eine Seite Anschreiben reicht. Bewährt haben sich drei Textblöcke für Motivation, Erfahrungen/Fähigkeiten und "Abgesang" (Eintrittstermin, Referenzen, etc.).
Lahmer Einstieg. "Hiermit bewerbe ich mich als…" geht gar nicht. Ein guter Aufhänger ist ein persönlicher Kontakt: "Vielen Dank für das freundliche Gespräch auf der Rekrutierungsmesse XY".
Falsche Scham. Wird in der Stellenanzeige nach der Gehaltsvorstellung gefragt, darf der Bewerber nicht herumdrucksen. Am besten eine Gehaltsspanne bezogen auf ein Jahr nennen.
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Unvollständigkeit. Oft werden Kontaktdaten oder Geburtsort vergessen. Datum und Unterschrift schließen den Lebenslauf ab.
Lügen. Absolut tabu! Es drohen rechtliche Konsequenzen bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses.
Erklärwahn. Nur Fakten bringen. Höchstens zwei Seiten schreiben – auch das schützt vor Ballast.
Kein roter Faden. Wurden viele Kurzpraktika in sehr unterschiedlichen Tätigkeiten und Branchen gemacht, empfiehlt es sich, Stationen zusammenzufassen.
Alte Zöpfe. Die klassische Chronologie "von der Wiege bis zur Bahre" ist aus der Mode gekommen. Jüngste Station nach oben rücken (amerikanische Chronologie).
Technische Mängel. Schlechter Scan, billiger Drucker, Automatenbild – bitte nicht! Das Geld für ein Profi-Bild zahlt sich aus.
Stilbruch. Business-Kleidung ist Pflicht. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei Kreativ-Berufen, darf die Krawatte im Schrank bleiben.
Casting-Syndrom. Keine Ganzkörperaufnahmen. Personaler bevorzugen das Dreiviertelporträt vor neutralem Hintergrund.
Anno Tobak. Das Foto soll nicht älter als zwei Jahre sein.
Unpraktisch. Die dreiteiligen "Altarmappen" sind unpraktisch (und teuer). Ein schlichtes Modell mit Pappdeckeln im mittleren Preissegment leistet bessere Dienste.
Schlechte Auswahl. Zu jeder wichtigen Station im Lebenslauf (Arbeitsverhältnis, Praktikum, Weiterbildung) soll ein Zeugnis beiliegen. Kurzseminare oder Freizeitaktivitäten weglassen.
Bürokratie. Viele Klarsichthüllen machen der Personalabteilung viel Arbeit. Beglaubigte Kopien sind in Privatunternehmen überflüssig.
Kopienschwindel. Schere, Klebstoff und ein guter Kopierer lassen das entlarvende "hat sich stets bemüht" im Zeugnis verschwinden? Vorsicht, Urkundenfälschung wird bestraft!
Sturheit. Das Unternehmen ist König: Will es eine Online-Bewerbung haben, soll es sie bekommen!
Community-Stil. Groß-/Kleinschreibung beachten, seriöse E-Mail-Adresse verwenden, keine Emoticons.
Weiße Flecken. In Online-Formularen unbedingt auch die "Kann-Felder" ausfüllen – das sind oft Steilvorlagen!
Tonnage-Denken. Nicht massenhaft Anhänge hochladen. PDF-Dateien sind Word-Dokumenten vorzuziehen.
Unprofessionalität. Zuspätkommen, Freizeitkleidung, Körpergeruch sind unverzeihlich. Bleibt das Auto stehen, sofort anrufen.
Schlechte Körpersprache. Blickkontakt, aufrechte Haltung und Lächeln verleihen eine positive Ausstrahlung.
Hausaufgaben nicht gemacht. Einige Standardfragen kommen bestimmt (Antworten vorbereiten!): Was sind Ihre Schwächen? Wo wollen Sie in zwei Jahren stehen? Was möchten Sie noch über uns wissen?
Üble Nachrede. Berufliche Wechsel mit der neuen Herausforderung begründen, nicht mit den unfähigen Vorgesetzten.
Falscher Kanal. Eine Mail versickert schnell im Posteingang, also telefonisch nachhaken.
Ungeduld. Mindestens zwei Wochen warten.
Druck ausüben. "Wenn Sie mir bis Ende nächste Woche nicht Bescheid geben, nehme ich ein anderes Angebot an." Beschleunigen lässt sich das Verfahren dadurch nicht.
Christoph Stehr / Monster.de
Jochen schrieb:
am 5. Oktober 2010 um 10:44:47
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.. Lügen ..
.. den Hinweis, daß lügen tabu ist kann man so nicht stehen lassen, da es durchaus Fragen seitens des Personalers gibt, welche
man niemals mit der Wahrheit belegen muß .. z.Bsp. Fragen nach einer möglichen Schwangerschaft, homoerotischen Neigungen oder Verbindungen und sonstige Dinge, welche besonders stark i.d. Privatsphäre dringen .. also .. nicht alles für bare Münze nehmen, was hier geschrieben wird .. !
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moritz01 schrieb:
am 11. August 2010 um 14:47:14
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BIBEL
Hallo BIBEL !!! Eines wüste ich noch gerne von Ihnen! Für welche Branchen Bewerben Sie sich denn? Versicherungen, Banken, oder bei
der Müllabfuhr?
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Tell59 schrieb:
am 11. August 2010 um 12:52:59
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Firmen müssen vom Bewerber genauso geprüft werden, wie sie selbst
Trau niemandem!. Jeder Arbeitssuchende sollte kritisch nach der Bilanz
der Fa. fragen, bei der er sich bewirbt. Immer mehr häufen sich die Fälle, wo mit unabweisbar attraktiven Angeboten qualifizierte Bewerber von einem guten Arbeitsplatz weggelockt werden. Und dann sind die scheinbar so solventen Firman nach 1 od. 2 Jahren pleite und der Karriereknick unreparierbar. Danach folgt die unfreiwillige Jobhopperei, und, wenn man die 45 überschritten hat, Arbeitslosigkeit und H4. Tolles System!!!
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