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Pleitewelle zermürbt die deutschen Bäcker

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Pleitewelle zermürbt die deutschen Bäcker

26.07.2010, 10:21 Uhr | dpa

Das deutsche Traditionshandwerk der Bäcker leidet unter veränderten Einkaufsgewohnheiten (Foto: imago)

Deutschlands Bäcker leiden unter einer grausamen Pleitewelle. Wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks warnt, stirbt jeden Tag statistisch gesehen irgendwo im Land eine Bäckerei. Rund 14.500 traditionell arbeitende Betriebe gebe es zur Zeit noch in Deutschland, sagte der Vorsitzender des Bäckerinnungs-Verbands Westfalen-Lippe, Heribert Kamm. Vor 50 Jahren waren es noch 55.000.

Trotz aller Nachwuchssorgen und der ständig wachsenden Konkurrenz von Supermärkten und Discountern ist sich Kamm aber sicher: Das Bäckerhandwerk hat Zukunft. "Das wird zwar noch ein bisschen weiter abschmelzen, aber nicht mehr so drastisch."

Bäcker leiden unter veränderten Einkaufs- und Verzehrgewohnheiten

Kamm zufolge liegt der jährliche Betriebsverlust bei rund drei Prozent - statistisch also 1,2 Bäckereien, die jeden Tag wegfallen. Die Ursachen seien vielfältig und lägen zum Beispiel in den veränderten Einkaufs- und Verzehrgewohnheiten der Deutschen. "Was früher das Abendbrot war, ist heute eben vielerorts die gelieferte Pizza oder Fast Food." Außerdem hätten viele Betriebe wirtschaftliche Probleme und Nachwuchssorgen. "Wenn ich meinem Sohn nicht nachweisen kann, dass er einen wirtschaftlich profitablen Betrieb bekommt, dann sagt der doch, ich mache etwas anderes, wo ich Freitagmittag nach Hause gehen kann."

Auch die Konkurrenz von Supermärkten und Discountern nehme immer stärker zu. Gegen den Discounter Aldi Süd hatte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vor wenigen Tagen Klage wegen irreführender Werbung eingereicht. Die Werbung für gebackenes Brot und Brötchen frisch aus dem Ofen sei eine Verbrauchertäuschung. Aldi weist die Kritik zurück. In dem "Backofen", mit dem schrittweise mehr als 1780 Filialen in Süd- und Westdeutschland ausgerüstet werden sollen, finde "ein Backvorgang statt", heißt beim Lebensmitteldiscounter.

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Ostdeutsche Backwaren

"Kathi" aus Halle ist eines der Vorzeigeunternehmen Ostdeutschlands. zum Video

Das Bäckerhandwerk hat Zukunft

"Backen bedeutet, dass es bei einer Kerntemperatur von rund 70 Grad zu einer Verkleisterung von Eiweiß kommt. Das ist nach unseren technologischen Vorstellungen in drei Minuten nicht möglich", widersprach Kamm. "Einen Kuchen holt man doch auch nicht nach drei Minuten aus dem Ofen."

Trotz aller Schwierigkeiten ist sich der Verbandschef sicher: Das Bäckerhandwerk hat Zukunft. 69.500 Mitarbeiter und 7300 Auszubildende sind in der Branche beschäftigt. "Mir hat man schon vor 40 Jahren gesagt, dass sei ein sterbendes Handwerk und ich bin immer noch da", sagte Kamm, der in Hagen selbst einen Betrieb mit rund 30 Mitarbeitern leitet. Den Supermärkten und Discountern müsse man Qualität entgegensetzen. "Wir müssen einfach immer besser werden, damit es die Anderen immer schwerer haben."

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Quelle: t-online.de , dpa

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Kommentare (208)

zum Forum

Thema: "Pleitewelle zermürbt die deutschen Bäcker"

Merbreiereric schrieb: am 11. Februar 2012 um 02:55:28
(0) (0) Bäcker
Der Endverbraucher trägt die Verantwortung und die Schuld an der Misere der Bäckereiprodukte, alles in Masse, alles in billig. So
vieles ist auf der Strecke geblieben. Ihr müsst euch nicht über Gammelfleisch, Gammelbrot, Gammelkäse, schlechte Produkte in der Gastronomie etc. wundern, denn ihr wollt ja kein Geld mehr für gute Lebensmittel ausgeben. Ihr wollt offenbar nur noch Scheisse fressen, immer billiger, noch billiger, am biligsten. Billig produzieren heisst, an allem was gut ist, einsparen.
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helga schrieb: am 7. Februar 2012 um 18:33:29
(4) (1) pleitewelle beim bäckerhandwerk
Bei uns im Ort hat gerade erst die Landbäckerei aufgehört und dass, obwohl er 5 Filialen hatte. Dabei
hatte der Bäcker erst vor Jahren den Betrieb übernommen und ausgebaut. Aber scheinbar wollen die Kunden heute billig erzeugte Backwaren vom Diskounter (ALDI/LIDL/NETTO/PENNY/NORMA) die 9 Monate in der Gefriertruhe liegen und dann kurz erwärmt als frische, billige Backwaren aus Polen, die Regale der Discounter beglücken, hauptsache nur 15 cent statt 30 cent ausgeben! Blöde, neue Welt!!!
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Bäckergeselle schrieb: am 4. Februar 2012 um 12:30:21
(7) (1) jo ihr habt die Ahnung
an alle die hier über die fertigmischungen die in Bäckereien heute verwendet werden lästern. ihr kunden seid im
prinzip genau daran schuld ! denkt ma alle lang zurück so etwa 30 jahre damals wurde noch alles in den Bäckereien selbst hergestellt ihr schaut in den laden was seht ihr 2 sorten Brot 3 sorten Brötchen und nen kuchen. was will der kunde 10 sorten brot 15 sorten Brötchen und snaks und zig sorten süsses wann soll der bäcker von heute das alles herstellen IHR HABT ES SO GEWOLLT jetzt maul
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