31.03.2009, 17:10 Uhr | Financial Times Deutschland
Porsche sichert sich neuen Kredit (Foto: Porsche)Der Sportwagenhersteller Porsche hat sich für die Übernahme weiterer Anteile an Volkswagen eine neue Kreditlinie im Volumen von zehn Milliarden Euro gesichert. Damit werde ein Kredit in gleicher Höhe abgelöst, teilte das Unternehmen in Stuttgart mit. Der Kreditrahmenvertrag erlaube es dem Autobauer, das Volumen in den nächsten Wochen auf bis zu 12,5 Milliarden Euro aufzustocken.
Die Bewilligung der neuen Kreditlinie hatte sich zuletzt wegen des "extrem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds und der Turbulenzen am Anleihemarkt" verzögert: Die Banken hätten zusätzlichen Überprüfungsbedarf gehabt. Porsche hält derzeit 50,76 Prozent der VW-Stammaktien und will den Anteil noch in diesem Jahr auf 75 Prozent erhöhen.
Frisches Geld vom Konsortium
Der neue Kredit wird von einem Konsortium aus 15 Banken eingeräumt, darunter Barclays, Commerzbank, LBBW, Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse, Santander, BayernLB, BNP Paribas, Calyon, UniCredit/HVB, Helaba, Intesa, WestLB und DZ-Bank.
Porsche hortet Geld
Einige Banken hatten sich im Vorfeld verärgert über die Kreditpolitik von Finanzvorstand Holger Härter gezeigt. Der Autobauer hatte die Kreditlinie im Februar 2008 zu besonders günstigen Konditionen gezogen, nur um das Geld auf die Bank zu legen - was den Gläubigern herbe Verluste beschert habe. Während Porsche nur 20 Basispunkte über dem Geldmarktzinssatz Euribor zahlte, mussten sie sich das Geld 80 Basispunkte teurer beschaffen.
Ursprünglich 35 Milliarden Kredit
Die zehn Milliarden Euro waren von einer 35 Milliarden Euro schweren Kreditlinie übriggeblieben, die sich Porsche beschafft hatte, um das Pflichtangebot für Volkswagen abzusichern. Doch waren nur wenige Aktionäre des Wolfsburger Konzerns - wie von Porsche beabsichtigt - auf die Offerte eingegangen, so dass die Linie auf zehn Milliarden Euro reduziert wurde. Angesichts der Verärgerung der Banken hatten einige Institute vor höheren Zinsen gewarnt. Porsche äußerte sich zu Zinsbedingungen zunächst nicht.