Porsche stellt keinen neuen Kreditantrag bei der KfW
...
Drucken
Porsche stellt keinen neuen Kreditantrag bei der KfW
30.06.2009, 15:11 Uhr | mash
Porsche wird seinen Kreditantrag bei der staatlichen KfW nicht nachbessernDer Sportwagenbauer Porsche bemüht sich nicht weiter um einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW. Der Einstieg des Emirats Katar beim hoch verschuldeten Autobauer ist derweil einen Schritt näher gerückt.
Show - Deutschlands wertvollste Marken
Geld soll aus alternativer Quelle fließen
Von der Möglichkeit, einen neuen Kreditantrag einzureichen, werde man nicht Gebrauch machen, hieß es in einer Mitteilung des Stuttgarter Unternehmens. Porsche hatte ursprünglich einen Kredit über 1,75 Milliarden Euro beantragt, der aber von der KfW abgelehnt wurde. Statt dessen würden nun Gespräche über alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufgenommen, hieß es.
Porsche kämpft mit Schuldenberg
Mit dem KfW-Kredit sollte eine Finanzierungslücke für das operative Geschäft geschlossen werden. Porsche bemüht sich seit Wochen um einen Kreditrahmen von insgesamt 12,5 Milliarden Euro. Bislang liegen Zusagen über 10,75 Milliarden Euro vor. Porsche kämpft seit der Aufstockung seiner VW-Beteiligung im Januar auf knapp 51 Prozent mit einem Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro.
Katar bietet Übernahme von VW-Optionen an
Währenddessen gab der Autobauer bekannt, dass der Staatsfonds des Emirats Katar (QIA) schriftlich einen Einstieg bei dem hoch verschuldeten Sportwagenbauer angeboten hat. Katar will Porsche außerdem Kaufoptionen auf VW-Aktien abnehmen. Dieses Angebot werde nun Grundlage für die weiteren Verhandlungen sein, sagte ein Sprecher des Autobauers. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat Katar deutlich gemacht, dass es auf die Bildung einer gemeinsamen Konzerngruppe aus Porsche und VW setze.
"VW-Stammaktie könnte aus DAX fliegen"
Die "Financial Times Deutschland" schreibt derweil, QIA sei nur an den Optionen des Sportwagenbauers auf VW-Aktien interessiert. "Wenn Katar die Optionen übernimmt und dann rund 20 Prozent an VW hält, dann fiele der Streubesitz unter zehn Prozent und die VW-Stammaktie flöge aus dem DAX", bewertete Merck-Finck-Analyst Robert Heberger das Szenario.