14.12.2011, 14:37 Uhr | dpa-AFX
Nächste Runde in der Aufarbeitung der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW: Vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht trafen Anlegerschützer und die Dachgesellschaft des Sportwagenbauers aufeinander. Der 20. Zivilsenat klärt in dem Berufungsverfahren, ob die Aufsichtsratsentlastung der Porsche Automobil Holding SE für das Geschäftsjahr 2008/2009 rechtens war. Ob die Entscheidung in Kürze fällt, war zu Prozessbeginn unklar. Beide Aktien notierten schwächer als der unter Druck stehende Gesamtmarkt.
Hintergrund sind Vorwürfe von Anlegern, die sich durch Porsches gescheiterten Übernahmeversuch bei Volkswagen um viel Geld gebracht sehen. Schon während der Hauptversammlung Anfang 2010 war vergeblich beantragt worden, die Entlastung des Aufsichtsrates zu verschieben, da die Staatsanwaltschaft gegen frühere Porsche-Vorstände ermittelte.
Es folgte der Klageweg, der diesen Mai einen Etappensieg für Porsche brachte, als das Landgericht Stuttgart der Holding in erster Instanz Recht gab. Die jetzige Berufung ging dann vor das Oberlandesgericht.
Aktuelle Stellenangebote für Ingenieure, Kundenberater und Absolventen in Ihrer Wunschregion finden.
Jobsuche starten
Einer der in dem Fall aktiven Anwälte ist Klaus Nieding, Experte für Banken- und Kapitalmarktrecht aus Frankfurt. Er sagte der dpa vor der Verhandlung, dass es in diesem Fall nicht um Geldforderungen gehe, sondern rein um die aktienrechtliche Klärung der Entlastung des Aufsichtsrates.
Gleichwohl könne der Fall durchaus Signalwirkung entfalten: Sollte die Berufung das erste Urteil einkassieren, wäre das für Porsche "eine gelb-rote Karte", sagte Anwalt Nieding.
Die einstigen Feinde VW und Porsche sind inzwischen Partner und wollen einen gemeinsamen Automobilkonzern bilden. Doch Altlasten des Übernahmekampfes verhindern das Zusammengehen - die Porsche SE hatte einen milliardenschweren Schuldenberg aufgetürmt und blickt nun an diversen Fronten im In- und Ausland auf juristische Kämpfe, bei denen es auch um teils milliardenschwere Schadenersatzforderungen geht.
VW will bei der geplanten Verschmelzung mit Porsche keine Risiken eingehen. Anfang des Jahres hatten die Wolfsburger die Chancen auf eine Fusion noch in diesem Jahr von 70 Prozent Wahrscheinlichkeit auf 50 gesenkt. Im September wurde die Ehe dann ganz auf Eis gelegt.
Der Newsletter bietet Ihnen die wichtigsten Meldungen aus der Welt von Wirtschaft und Geldanlage werktags kostenlos per E-Mail. Jetzt abonnieren!
Quelle: dpa-AFX
undwanun schrieb:
am 6. Januar 2012 um 17:30:45
(0)
(0)
jammern
ich stimme zu. Auf dieser Welt wir spekuliert was das Zeug hält. Geht es schief, waren es die anderen !
Kommentar melden
steuermob schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 18:06:13
(0)
(0)
Übernahmespekulationen
Sicher haben bei der Geschichte einige Großspekulanten und kleine Anleger Viel Geld verloren, das andere Markt- oder
Spekulationsteilnehmer gewonnen haben. Alle haben spekuliert und glaubten schlau zu sein, wußten um das Risiko, wolltena aber nur Chancen sehen. Jetzt her zu gehen und zu jammern und gar zu klagen widerspricht dem Wesen der Spekulation. Solche Klagen solten gleich mangels Erfolgsaussichten abgewiesen werden.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Staats- und Regierungschefs be- kräftigen ihre Solidarität. zum Video