12.12.2011, 12:33 Uhr | dpa, afp, t-online.de - sky
Ein Fünfer oder Zehner für jeden Arztbesuch: Die schwarz-gelbe Koalition will nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung die Praxisgebühr im kommenden Jahr grundlegend reformieren. So plane Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), ab Frühjahr 2012 Alternativen zur derzeitigen Ausgestaltung zu prüfen, heißt es unter Berufung auf Koalitionskreise. Vielleicht kostet dann jeder Termin beim Arzt extra. Das Ministerium reagierte inzwischen.
Das Bundesgesundheitsministerium teilte nun mit, es habe derzeit keine konkreten Pläne für einschneidende Änderungen bei der Praxisgebühr schon im kommenden Jahr. Überlegungen, eine Praxisgebühr pro Arztbesuch zu erheben, kämen nicht aus dem Ministerium, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu dem Bericht der "Bild"-Zeitung. Bahrs Sprecher betonte, in der Koalition sei über die Reform der Gebühr noch nicht gesprochen worden.
Hintergrund der Überlegungen: Die Praxisgebühr von bislang zehn Euro pro Quartal sollte die Zahl der unnötigen Arztbesuche senken und die Krankenkassen entlasten. Das hat offenbar nicht geklappt.
Finden Sie aktuelle Stellenangebote für Ärzte, Arzthelfer und Pflegepersonal in Ihrer Wunschregion.
Jobsuche starten
Derweil bestätigte der gesundheitspolitische Sprechers der FDP-Fraktion, Heinz Lanfermann, dass die Koalition im kommenden Jahr eine Reform der Praxisgebühr plant. Ungeachtet der Gebühr gingen die Deutschen im Durchschnitt 18 mal im Jahr zum Arzt - das seien weit mehr Arztbesuche als in vergleichbaren Ländern.
Es gehe bei einer Reform darum, mehr auf Eigenverantwortung der Versicherten zu setzen. Gegen eine kleine, sozial abgefederte Selbstbeteiligung sei nichts einzuwenden, sagte Lanfermann. "Aber eine Gebühr pro Arztbesuch "lehne ich ab".
Finden Sie den günstigsten Stromanbieter aus Ihrer Region. Daten eingeben und vergleichen.
Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsexperte Lars Lindemann sagte der "Bild"-Zeitung: "Die jetzige Praxisgebühr hat keinerlei steuernde Funktion. Wir werden 2012 Alternativen prüfen."
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer erklärte: "Der Effekt, die Zahl der Arztbesuche zu dämpfen, ist mit der jetzigen Gebühr nicht erreicht worden. Deshalb werden wir prüfen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, ob wir eine unbürokratischere, bessere Lösung finden."
Laut dem Pressebericht gilt dafür auch die Einführung einer Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch als Möglichkeit.
Der Duisburger Gesundheitsökonom Jürgen Wasem beispielsweise regte eine Gebühr von fünf Euro an. "Fünf Euro pro Besuch macht mehr Sinn als die jetzige Gebühr", sagte Wasem der Zeitung.
Der Kieler Sozialexperte Thomas Drabinski brachte im Gespräch mit der "Bild" sogar eine Selbstbeteiligung an der Behandlungskosten von bis zu zehn Prozent ins Gespräch. Das seien in der Regel fünf bis zehn Euro pro Arzttermin.
Auch der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, unterstützt das Reformvorhaben der Koalition. "Als Steuerungsinstrument für weniger Arztbesuche ist die Praxisgebühr gescheitert", sagte Klusen der Zeitung. Sie spüle jährlich aber rund 2,8 Milliarden Euro ins Gesundheitssystem.
Union und FDP hatten bei ihrem Regierungsantritt vor zwei Jahren im Koalitionsvertrag vereinbart, über eine Reform der Praxisgebühr zu sprechen.
Derzeit müssen alle gesetzlich versicherten Patienten ab 18 Jahren eine Praxisgebühr von zehn Euro bezahlen, wenn sie das erste Mal in einem Quartal zu einem Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeuten gehen. Die Gebühr soll die Patienten auch von überflüssigen Arztbesuchen abhalten.
Quelle: AFP , dpa , t-online.de
gk12bln schrieb:
am 10. Dezember 2011 um 13:38:10
(1632)
(49)
Arztbesuch
Die KK wollen die Zusatzbeiträge abschaffen und die FDP will, dass für jeden Arztbesuch bezahlt werden soll. Wie passt das
zusammen? Es heißt doch immer, der Arzt bekommt für jeden Patienten pro Quartal eine Pauschale, egal wie oft der Patient kommt. Wer soll jetzt also beglückt werden, der Arzt oder die KK?
mehr
Kommentar melden
Manuel Kojote schrieb:
am 10. Dezember 2011 um 13:35:25
(1365)
(42)
Eintrittskarte für Arzt
Warum nicht gleich Eintrittskarten für die Arztpraxis, die man dann wenigstens günstiger im Vorverkauf kaufen
kann? Das wär doch noch eine schööne kapitalistische Idee, oder? Dann können sich die Krankenkassenbosse noch fetter fressen. Der Überschuss reicht denen ja offenbar noch nicht. Das Gesundheitssystem in Deuschland ist sowieso schon menschenverachtend. Viele können sich dritte Zähne nicht leisten trotz Krankenversicherung! Einfach traurig alles!
mehr
Kommentar melden
Tom schrieb:
am 10. Dezember 2011 um 13:31:53
(1128)
(48)
Praxisgebühr
Jetzt sind unser Politiker ganz durchgedreht,wer soll den das noch bezahlen,es kommt kommt so das man sich den Arzt nicht mehr
leisten kann.Arzt nur noch für besserverdiener(Politiker z.B.)Leute hängt diese Politiker am nächsten Baum auf---es wird Zeit.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics
Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de
Gesundheitsminister Bahr fordert Konsequenzen. zum Video
Verpatzter Börsenstart ist der Grund für die Sammelklage. zum Video