Silber und Silber-Chart (Foto: imago) Hat Silber nun einen neuen Preisrekord aufgestellt oder nicht? Während die Anleger rätseln, steht fest: Silber hat über Ostern an der 50-Dollar-Marke gekratzt. Einige Marktteilnehmer sind davon überzeugt, dass der nun erreichte Preis von 49,83 Dollar ein neues Allzeithoch bedeutet. Genau weiß es niemand, weil die alten Höchststände des Jahres 1980 nicht genau dokumentiert wurden. Die neue Rally lud unterdessen einige Anleger zu Gewinnmitnahmen ein: Zum Beginn der neuen Handelswoche verlor Silber zwischenzeitlich rund zehn Prozent auf 44,58. Zuletzt kostete eine Unze 45,67 Dollar (siehe EURUSD). Der Silberpreis in Euro bewegte sich unterdessen kaum.
Am Ostermontag war es soweit: Der Preis für eine Feinunze Silber erreichte zwischenzeitlich einen Kurs von 49,83 Dollar. Dies sei ein Preisrekord, urteilten die Experten der Commerzbank unter Verweis auf Bloomberg. Der Datenanbieter habe die aktuellen Kurse mit den alten Fixing-Kursen der London Bullion Market Association aus dem Jahr 1980 verglichen, erläuterte ein Analyst der Commerzbank auf Nachfrage von t-online.de. Tatsächlich wurde in London nach Angaben der Website about.ag am 18. Januar 1980 ein Preis von 49,45 Dollar erreicht.
52,50 Dollar an der CBOT
Doch Klarheit herrscht damit nicht: An der New Yorker Warenterminbörse Comex soll der Silberpreis am gleichen Tag im Januar 1980 im Intraday-Handel sogar 50,36 Dollar erreicht haben. An der Terminbörse CBOT in Chicago sollen es gar 52,50 Dollar gewesen sein. Die Website about.ag bietet im Vergleich zu sonstigen Anbieter eine recht detaillierte Auflistung und bezieht sich auf verschiedene Bücher zum Thema Silber. Allerdings lasse sich das genaue Preisgeschehen nicht mehr genau rekonstruieren.
Verantwortlich für die aktuelle Hausse sind vor allem die Kleinanleger. Der jüngste Preisanstieg wurde laut der Commerzbank abermals durch hohe Zuflüsse in die Silber-ETFs unterstützt. So habe der weltweit größte Silber-Indexfonds iShares Silver Trust gerade Zuflüsse von rund 240 Tonnen verzeichnet und seine Bestände auf ein Rekordniveau von 11.390 Tonnen ausgebaut. Die Analysten der Commerzbank warnten, bei Silber habe sich ein enormes Korrekturpotenzial aufgebaut – der hohe Silberpreis sei fundamental nicht mehr zu rechtfertigen.
Hoher Aufpreis für Silver Eagle
Den Preisanstieg angefeuert hat offenbar eine verstärkte Nachfrage aus den USA. Dort flüchten Anleger aus dem zunehmend schwachen Dollar in die Edelmetalle. So warb gerade Apmex (American Precious Metals Exchange), einer der größten Online-Münzhändler der USA, damit, alle Silver Eagles für drei Dollar über dem Spotpreis aufzukaufen. Für die gleiche Münze in Gold will Apmex 38 Dollar über dem Gold-Spot bezahlen. Dem Händler gehen bei der aktuellen Nachfrage wohl spätestens Mitte Mai die US-Münzen aus.