05.06.2008, 11:40 Uhr | dpa-AFX / T-Online
Benzin und Diesel: Spritpreise ziehen wieder an. (Foto: imago) Das eigene Auto ist auf dem besten Weg, sich zum Luxusgut zu entwickeln. Zumindest wenn man die Preise für Benzin und Diesel an den Zapfsäulen betrachtet. Dieselkraftstoff ist mit einem bundesweiten Durchschnittspreis von 1,34 Euro je Liter nur wenig von seinem Rekordstand bei 1,37 Euro aus dem November des vergangenen Jahres entfernt, und auch die inzwischen fast preisgleichen Kraftstoffe Benzin und Super schwenken mit einem durchschnittlichen Preis von 1,43 Euro wieder auf Rekordkurs um.
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März teuerster Monat aller Zeiten
Der Abwärtstrend aus der ersten Aprilwoche, den der ADAC erst kürzlich attestierte, ist damit gestoppt. Und ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht, da die Preise für Rohöl sich seit Wochen auf einem hohen Niveau bewegen. Nicht zuletzt deshalb war der März für Autofahrer der teuerste Monat aller Zeiten. Im Schnitt kostete ein Liter Benzin 1,42 Euro und ein Liter Diesel 1,334 Euro, wie der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) bereits Anfang des Monats vorrechnete.
Dieselnachfrage ungebrochen
Die Rekord-Durchschnittswerte vom November 2007 wurden damit übertroffen. Wie der MWV weiter mitteilte, stiegen die Preise für Benzin im März im Schnitt um 3,1 Cent je Liter und für Diesel um 5,4 Cent im Vergleich zum Februar. Den weiter hohen Dieselpreis erklärte die Mineralölindustrie vor allem mit einer weltweit gestiegenen Nachfrage, auch nach Diesel, Heizöl und Flugbenzin.
Veraltete Strukturen
Zum selben Ergebnis kommt der Hamburger Energie-Informationsdienstes EID in seiner aktuellen Umfrage. Laut Herausgeber Heino Elfert ist eine weltweit zunehmende Knappheit an sogenannten Mitteldestillaten zu beobachten. „Die Nachfrage nach Diesel hat Benzin weltweit überholt und die Raffineriestruktur ist nicht flexibel genug, um sich darauf einzustellen“, sagte Elfert. Durch den zunehmenden Straßen- und Lufttransport steige vor allem die Nachfrage in China, Indien und dem Nahen Osten.
Keine Entspannung in Sicht
Sollten Nachfrage und Ölpreise weiterhin auf diesem hohen Niveau verharren, dürfte der traurige Rekord aus dem März nicht lange Bestand haben. Autofahrer müssen sich für das Frühjahr also auf weitere Schocks an der Zapfsäule einstellen, da der Preis für Rohöl stärker stieg als der Euro zum Dollar. Benzin wird an der Rohstoffbörse in Rotterdam in Dollar pro Tonne gehandelt, wodurch Europäern ein Währungseffekt zu Gute kommt.
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Quelle: t-online.de
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