Premiere kommt aus den Miesen nicht raus (Foto: imago)Dunkle Wolken über Premiere: Der Bezahlsender hat im Geschäftsjahr 2008 wegen Sicherheitslecks bei der Verschlüsselung und hohen Programmkosten einen Rekordverlust eingefahren. Wie das Unternehmen mitteilte, verfünffachte sich der Verlust von 51,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 269,4 Millionen Euro. Der Umsatz stieg leicht von 937,2 auf 941,1 Millionen Euro. Die Premiere-Aktien stürzten ab und stehen am Mittag mit rund 14 Prozent im Minus.
"Die Zahlen sind durch die Bank weg schlechter als erwartet", sagte ein Börsianer. Auch der Ausblick für 2009 sei schwach. Für das laufende Jahr sagte Premiere einen "erheblichen" EBITDA-Verlust voraus.
Probleme mit Schwarzsehern
Bemerkbar machten sich vor allem Verschlüsselungsprobleme des Senders im vergangenen Jahr, die viele Kunden kosteten. So ging die Zahl der Abonnenten bis Ende Dezember von 2,5 Millionen im Vorjahr auf 2,4 Millionen zurück. Im ersten Halbjahr 2009 rechnet Premiere allerdings mit stabilen Kundenzahlen.
Bundesliga soll Wachstum bringen
Im ersten Halbjahr 2009 rechnet Premiere zumindest mit stabilen Kundenzahlen. Neues Wachstum soll erst wieder nach dem Start der neuen Bundesligasaison im Herbst kommen. Außerdem will Williams den Vertrieb um- und ausbauen sowie die Programmpakete und die Preise vereinfachen. Die Wirtschaftskrise mache sich bislang nicht bemerkbar. "In der Krise bleiben die Leute mehr zu Hause und sehen fern", sagte Vorstandschef Mark Williams.
2011 soll Premiere Gewinne machen
Die Bundesligarechte bis 2012/2013 hatte sich Premiere Ende November gesichert. Um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, braucht der Sender nach früheren Angaben allerdings 3 bis 3,4 Millionen Kunden. 2009 und 2010 sei daher erneut mit Verlusten zu rechnen, sagte Williams. Das EBITDA dürfte 2009 nochmals schlechter ausfallen als 2008. Erst 2011 soll Premiere unter dem Strich wieder schwarze Zahlen schreiben.