18.10.2010, 09:04 Uhr | t-online.de/business
Bei Jung und Alt beliebt: die Prinzenrolle. (Foto: ddp)
Seit 55 Jahren spielt sie bei großen und kleinen Leckermäulern eine Hauptrolle: Die Prinzen Rolle von DeBeukelaer. Der Schoko-Doppeldecker ist heute ein Klassiker mit vielen Gesichtern. Wir zeigen Ihnen, wie der Keks zur Kultmarke wurde - und zum deutschen Marktführer im Knabbersektor.
Ob Taler, Minis, Pocket oder Mehrkorn - jeder kennt die Prinzen Rolle und ihre neuen Varianten. Sie ist seit 1955 ein treuer Begleiter bei Schulausflügen, in der Pausenbox oder zum Kaffee. Eine typische Frage unter Keksfans: "Beißt Du einfach rein oder machst Du den oberen Keks erst ab?" Mehr als 40 Millionen Einheiten der Leckerei werden derzeit pro Jahr verkauft - aneinandergereiht würden sie einmal um die ganze Erde reichen.
Damit ist die Prinzen Rolle Deutschlands erfolgreichstes Süßgebäck. Sie hat es geschafft, sich von der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders an über die "wilden Sechziger" bis heute am Markt zu behaupten. Dass das so bleibt, dafür sorgt etwa der Kölner Profikicker und Nationalspieler Lukas Podolski. "Prinz Poldi" wirbt seit 2007 für den Doppelkeks. Zur Kampagne gehört beispielsweise ein von Sönke Wortmann gedrehter TV-Werbespot, in dem "Poldi" am Flughafen zwei kleinen Fußballfans eine Prinzen Rolle mit seinem Autogramm schenkt.
Kleiner Prinz mit großer Geschichte: 55 Jahre Prinzen Rolle von DeBeukelaer (Foto: Hersteller)
Kam der Prinz auf der Packung zu Beginn seiner "Karriere" mit Federhut und Keks in der Hand noch sehr traditionell daher, hat er sich inzwischen zu einem modernen, dynamischen Adligen gemausert. Außerdem hat das Prinzen-Sortiment Zuwachs bekommen - zum Sortiment gehören die Varianten Choco-Duo, Mehrkorn sowie "30 Prozent weniger Zucker". Und die Prinzen Rolle Pocket, die Prinzen Taler und die Prinzen Rolle Minis bieten sich für den süßen Genuss unterwegs an.
Die Erfolgsgeschichte des Kultkekses startete Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Belgier Edouard de Beukelaer in einer kleinen Bäckerei süßes Gebäck für Keksliebhaber fertigte. Seine Kreation - zwei runde von Kakaocreme zusammengehaltene Kekse - widmete er dem belgischen Thronfolger und nannte sie "le petit prince fourré", auf Deutsch: "der gefüllte kleine Prinz". Der wappenähnliche Prinzen-Aufdruck wurde fortan zum Gütesiegel und entwickelte sich zur internationalen Spitzenmarke.
Zur deutschen Keksfabrik wurde DeBeukelaer 1955: Edouard De Beukelaer II., der Sohn des Firmengründers, eröffnete in Kempen am Niederrhein seine "Flämische Keksfabrik". Zu Beginn trug das Gebäck noch den französischen Namen, doch wenig später gab es die deutsche Prinzen Rolle.
Im Keks-Imperium des Herstellers ist sie das starke Zugpferd und sorgt dafür, dass Griesson-DeBeukelaer die Marktführerschaft für Süßgebäck halten kann. 2009 haben 2124 Mitarbeiter an vier Standorten 481,2 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, im Jahr zuvor waren es noch 480,9 Millionen Euro.
Griesson-DeBeukelaer selbst führt den anhaltenden Erfolg auf eine solide Unternehmensstrategie zurück, die einzelne Produktsegmente weiterentwickelt. "Kernpunkte dieser Strategie sind überdurchschnittliche Investitionen in den Bereichen Produktion und Marketing [...] und nicht zuletzt die innovative Kraft, neue Gebäckkonzepte zu wagen und umfassend umzusetzen", betont das Unternehmen auf seiner Website.
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