05.12.2011, 09:38 Uhr | t-online.de
Die privaten Krankenversicherungen leiden immer mehr unter Nichtzahlern. Mittlerweile sollen mehr als 140.000 Privatpatienten die Beiträge prellen, was die übrigen Mitversicherten teuer zu stehen kommt. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf den Verband der privaten Krankenversicherungen berichtet, verdoppelten sich nahezu die Einnahmeverluste durch Nichtzahler seit Mitte 2010. Den Schaden beziffern die Versicherer auf über eine halbe Milliarde Euro.
Ein Verbandsprecher sagte der Zeitung, die gut 40 privaten Krankenversicherer zählten 142.800 Kunden, die mindestens drei Monate ihre Beiträge nicht zahlten. Die Debeka beziffert den Schaden demnach auf 554 Millionen Euro. Mit fatalen Folgen für die Millionen Privatpatienten in Deutschland. Denn die müssen die geprellte Zeche mit ihren Beiträgen mitfinanzieren.
Das Problem der Beitragspreller in der PKV ist ein relativ junges Phänomen. Denn erst seit 2009 dürfen die Kassen ihre Kunden nicht mehr vor die Tür setzen. Möglich macht dies die Versicherungspflicht in der PKV. Dabei leiden vor allem solche Unternehmen unter den Nichtzahlern, die in den vergangenen Jahren aggressiv mit Billigtarifen um Neukunden geworben hatten. Betroffen sind etwa Central und DKV, die bereits Konsequenzen aus der Misere gezogen und sich aus dem Niedrigpreissegment zurückgezogen haben. Denn nach Angaben des Beratungsunternehmens Franke und Bornberg können vor allem Versicherte in den Einsteigertarifen ihre Beiträge nicht mehr zahlen. Und werden so zur Belastung für die Assekuranzen.
Für die Verluste müssen nun die anderen Kunden aufkommen. So haben zahlreiche Versicherer zum Teil erhebliche Preiserhöhungen für kommendes Jahr angekündigt. So stehen Kunden des Versicherers Central Erhöhungen von bis zu 40 Prozent bevor. Aber auch die ARAG, Debeka, Deutscher Ring, Gothaer, HanseMerkur, Allianz oder die AXA erhöhen ihre Beiträge teilweise zweistellig.
Laut des "Hamburger Abendblatts" müssen die Privatversicherten durchschnittlich sieben Prozent mehr für ihre Policen zahlen. Je nach Tarif und Anbieter können die Preissteigerung aber deutlich nach oben hin abweichen. "Aus unseren Beratungsfällen wissen wir, dass die Erhöhungen im Einzelfall noch viel dramatischer ausfallen", sagte Bianca Boss vom Bund der Versicherten dem Blatt. Laut Franke und Bornberg werden vor allem die Einsteigertarife deutlich teurer.
"Bei elf Gesellschaften verzeichnen wir in diesem Segment Erhöhungen zwischen elf und 23 Prozent bei den Neugeschäftsbeiträgen", sagt Unternehmenschef Michael Franke dem "Hamburger Abendblatt". "Viele Kunden aus der Zielgruppe für die günstigen Einsteigertarife können ihre Beiträge nicht mehr bezahlen." Aber auch Bestandskunden müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Privat Krankenversicherte müssen die Steigerungen allerdings nicht klaglos akzeptieren. Denn wird die Versicherung teurer, dürfen Kunden in einen anderen Tarif wechseln. Dabei sollten die Versicherten aber mögliche Leistungsänderungen beachten.
Quelle: t-online.de
woffi schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 08:03:49
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Beitragspreller
Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts. Der Verdacht drängt sich bei den meisten Kommentaren auf. Wer mehr als 3
Monate im Rückstand ist erhält auch keine Leistungen mehr - das nennt man Vertragsruhe. Im Gegenzug laufen die Beiträge aber in voller Höhe weiter auf. Ich kann nicht erkennen wo da ein Schaden entsteht (außer ein buchhalterischer), schon gar nicht einer der auf die noch zahlenden umgelegt werden muß.
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Fatzo schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 19:02:57
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@Buddel
Ich bin mit meiner PKV sehr zufrieden, und wenn der Staat nicht per Ges
etz die GKV am Leben erhielte, wärst Du schon längst privat
versichert.Oder was glaubst Du wer die gesamten Sozialhilfeempfänger versichert - keine normale Krankenversicherung.Sondern die Beitragszahler der GKV und die privat Versicherten mit Ihren Steuern, die für Sozialausgaben ausgegeben werden.... So cool you down !!
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Karl schrieb:
am 11. Dezember 2011 um 15:07:12
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Beitragspreller
Wer nicht bezahlt, der bekommt keine Leistung - das wäre normal. Wer dies bewußt tut ist ein Betrüger und Schmarotzer und
gehört bestraft. Daß unsere linke Politik die Mietnomaden und Beitragspreller schützt anstatt die Ehrlichen ist schon ein Armitszeugnis für unseren Staat.
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