
10.12.2010, 15:05 Uhr | Financial Times Deutschland
Vermittler privater Krankenkassen kassieren teils exorbitant hohe Provisionen (Foto: imago)
Exorbitante Abschlussvergütungen für Vermittler privater Krankenversicherungen sorgen in der Branche schon länger für Ärger. Der Finanzaufsicht wird es zu bunt: Sollten sich die Anhaltspunkte verdichten, droht den Anbietern eine Sonderprüfung.
Die Finanzaufsicht BaFin will bei privaten Krankenversicherern Sonderprüfungen durchführen, wenn sie Anhaltspunkte für ausufernde Provisionszahlungen findet. Das kündigte die Behörde am Donnerstag in einem Rundschreiben an. Nach ihrer Ansicht handelt es sich um Wucher, wenn Einmalprovisionen für Vermittler neun Monatsbeiträge übersteigen.
Für den Verkauf einer Police erhalten Vermittler eine Vergütung, deren Höhe sich an der vom Kunden zu zahlenden Monatsprämie orientiert. Laut Versicherungsaufsehern sind die Kosten für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung zwischen 1999 und 2009 von durchschnittlich 7,5 auf 8,9 Monatsbeiträge gestiegen. "Einmalprovisionen über dem Schnitt sind aufsichtsrechtlich unerwünscht", sagte eine Sprecherin der BaFin.
Exorbitante Abschlussvergütungen sorgen in der Branche schon lange für Ärger. In der privaten Krankenversicherung herrscht ein erbitterter Wettbewerb. Die Zahl der potenziellen Neukunden ist wegen gesetzlicher Bestimmungen stark begrenzt, auch wenn die Bundesregierung die Wechselmöglichkeit in die private Krankenversicherung erleichtert hat.
Einige Versicherer versuchen Vermittler mit extrem hohen Provisionszahlungen dazu zu bringen, neue Verträge bei ihnen abzuschließen. Aufgrund dieser starken Anreize werben Verkäufer Kunden immer häufiger von anderen Versicherern ab.
Früher waren Zahlungen in Höhe von zwölf Monatsbeiträgen die Spitze, heute sind 14 Monatsprämien und mehr zuzüglich diverser Zuschüsse für IT oder Marketing nicht selten. Im laufenden Quartal legen manche Versicherer sogar noch drei Monatsbeiträge Provision obendrauf, wenn Vermittler gut verdienende Arbeitnehmer gewinnen.
Die Branche selbst kann das Problem mit einheitlichen Vereinbarungen wie einer Höchstgrenze für Provisionen nicht lösen, weil sie damit das Kartellamt auf den Plan rufen würde. Vor Kurzem haben sich Branchenvertreter deshalb an die BaFin gewandt. Sie wollten, dass die Aufsicht auf dem Verordnungsweg den extensiven Abwerbungen durch eine Deckelung der Provisionen oder den Rückforderungen von Vergütungen bei der frühen Kündigung eines Vertrags Einhalt gebietet. Der Behörde fehlen allerdings die gesetzlichen Grundlagen, um auf dem Verordnungsweg eine Begrenzung der Vergütung oder eine Mindeststornohaftung festzulegen.
Quelle: Financial Times Deutschland
VBF schrieb:
am 10. Dezember 2010 um 10:44:35
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Provisionsteilung
was ist wenn Sie die mtl.Versicherungsbeiträge nicht mehr bezahlen und ich als Vermittler in die Stornohaftung komme,
zahlen Sie dann Ihren Provisionsanteil an den Vermittler zurück?
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Aufpasser schrieb:
am 10. Dezember 2010 um 10:44:33
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PKV
Endlich wird dieses Thema aufgegriffen!Die Strukturvertriebe machen doch nur so ihr Geschäft 'umdecken'umdecken !!!'Der Kunde denkt
vermutlich noch, er würde gut beraten. Am besten einen Makler suchen, der Beratungshonorar verlangt und KEINE Provision kassiert.Das ist reellDort wird dann wirklich objektiv geprüft, welche der vielen PKVen für den einzelnen in Frage kommt- ohne zu prüfen, wer die höchsten Provisionen zahlt!
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paul schrieb:
am 10. Dezember 2010 um 10:41:57
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könnt gerne kommen
die Versicherungsbranche sucht händeringend Verteter. Also nichts wie hin und sich eine goldene Nase verdienen
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