10.01.2012, 13:19 Uhr | t-online.de - sia
Zahlreiche Privatpatienten haben sich gleich zu Beginn des neuen Jahres geärgert: Sie müssen für die Krankenversicherung ab Januar tiefer in den Geldbeutel greifen. Beim Versicherer Central etwa wurden Erhöhungen von bis zu 40 Prozent angekündigt, aber auch ARAG, Debeka, Deutscher Ring, Gothaer, HanseMerkur, Allianz oder AXA haben ihre Beiträge teilweise deutlich angehoben. Kein Wunder also, dass sich etwa Freiberufler oder Rentner mit nur mittleren Einkommen überlegen, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu flüchten. Wir verraten, wie das funktioniert.
"Bei uns häufen sich die telefonischen Anfragen von Privatversicherten, die zur AOK kommen wollen", erklärte Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland/Hamburg dem "Spiegel". Von der privaten Krankenversicherung (PKV) zur Barmer GEK wechselten demnach im Jahr 2011 rund 27.600 Versicherte, neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zur Techniker Krankenkasse gingen etwa 68.000 Privatpatienten, fast zwölf Prozent mehr als im Jahr 2010.
Die private Krankenversicherung zu verlassen, erlaubt der Gesetzgeber nur ausnahmsweise, etwa wenn der Versicherte den Job verloren hat. "Bezieher von Arbeitslosengeld II müssen allerdings in der privaten Krankenversicherung bleiben", erläutert Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. In die gesetzlichen Krankenkassen zurückkehren dürfen laut Gesetz auch Angestellte bis zu 55 Jahren, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze unterschreitet, die für dieses Jahr 50.850 Euro beträgt. Die gleiche Regelung gilt für Selbstständige.
In eine gesetzliche Krankenkasse wechseln können zudem Studenten unter 30 Jahren und Berufsanfänger, deren Verdienst unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Alle anderen müssen Privatpatient bleiben. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass Versicherte die Vorteile der PKV in Anspruch nehmen, solange sie im Arbeitsleben stehen, danach aber wieder als Kassenpatient für geringere Beiträge Leistungen aus einem Topf abziehen, in den sie bisher nicht eingezahlt haben.
Schlupflöcher für Wechselwillige sind dennoch vorhanden. "Es gibt Tricks, mit denen wir Privatpatienten helfen können", bestätigte ein Kassenmanager im Gespräch mit dem "'Spiegel". Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Arbeitgeber mitmache.
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Eine Chance für Privatversicherte, in eine gesetzliche Kasse zu wechseln, ist dem Experten zufolge, für einige Zeit die Zahl der Arbeitsstunden herunterzufahren, um unter die Versicherungspflichtgrenze zu rutschen. Ein Selbstständiger hat demnach die Möglichkeit, eine Festanstellung anzunehmen und mit dem Arbeitgeber für den Start ein relativ geringes Gehalt auszuhandeln. "Wenn er der PKV erst einmal entkommen ist, kann er seinen Verdienst wieder aufstocken", erläutert der Manager im "Spiegel".
Um von der PKV in die GKV zurückkehren zu können, muss das Einkommen des Versicherten für mindestens ein Jahr unterhalb der GKV-Versicherungspflichtgrenze liegen, bestätigen Experten des Ratgeberportals "finanztip.de". Die GKV nehme in dem Fall beispielsweise Versicherte unter 55 Jahren nach Aufgabe einer selbständigen Tätigkeit und Aufnahme einer nichtselbständigen Beschäftigung für mindestens zwölf Monate wieder auf. Da die Regelung nicht für Personen über 55 Jahren gilt, sollte die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung aber immer rechtzeitig geplant werden.
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Klappt das alles nicht, können Betroffene natürlich versuchen, zumindest in einen preiswerteren Tarif zu wechseln. Dagegen sträuben sich die Privaten Krankenversicherer allerdings oft. Professionelle Verstärkung kann das Blatt wenden: Einem DKV-Versicherten, dem der Wechsel wegen seiner "gesundheitlichen Situation" verwehrt wurde, habe zum Beispiel geholfen, den Verbraucherschutz einzuschalten, berichtete der "Spiegel".
Fachmann Rudnik warnt jedoch davor, beim Wechsel zu schwindeln. Fliege das auf, verlören die Versicherten unter Umständen ihren Schutz in der gesetzlichen Krankenversicherung und müssten sich wieder privat versichern. Auch Schadenersatzforderungen seien eine mögliche Folge.
Quelle: t-online.de
acer schrieb:
am 10. Januar 2012 um 21:11:46
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PKV
Wo sind die Kommentare der Rentner? Für Rentner gibt es hier keine Tips!
Vor 25 Jahren (ich heute 70jährig) hat man von Rückstellungen
gesprochen.
Wer arbeitet mit diesem Geld? Ich, habe die PKV kaum in Anspruch genommen.Nicht mal meine besten Freunde haben damals über einen Wechsel
nachgedacht. Der Beitrag blieb stabil. Jetzt als Rentner ein rapider Anstieg
der Beiträge.Kann man nicht zahlen- müssen event. die Finger hoch gehoben
werden. Überlegt es Euch Freunde zur PKV zu wechseln.
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@Schon immer GKV-Versicherter schrieb:
am 10. Januar 2012 um 21:10:59
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keine Existenz der Krankenhäuser
beide System brauchen einander, aber wer mehr zahlt bekommt halt auch mehr Leistung, ist wie bei Aldi, da
versteht es jeder. nur bei solchen Themen geht es um die alt Geschichte der Reich gegen arm bla bla bla
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noname schrieb:
am 10. Januar 2012 um 21:10:16
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(52)
leer
wenn ich den bullshit von der tollen solidargemeinschaft in der gkv und der luxusversicherung in der pkv schonwieder lese könnte ich an
die decke gehen.
die ware luxusversicherung ist doch die gkv mit ihren ganzen beitragsfreiversicherten und damit am system schmarotzenden!!!
tatsache ist, das die pkv patienten 1-2 gkv patienten mitdurchschleppen.
so sieht die traurige wahrheit doch mal aus!!!
und wer sich in der pkv für 30€/monat versichert ist an den hohen beiträgen im alter selbst schuld!
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