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Privatinsolvenzen: Arbeitslosigkeit treibt Verbraucher in die Pleite

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Pleiterekord trifft deutsche Haushalte

11.03.2011, 14:05 Uhr | AFP

Privatinsolvenzen stiegen 2010 auf einen Rekordstand (Foto: imago)

Privatinsolvenzen stiegen 2010 auf einen Rekordstand (Foto: imago) (Quelle: imago)

Rekord bei Pleiten: Noch nie rutschten so viel Verbraucher in die Pleite wie 2010. Die Zahl der Privatinsolvenzen kletterte auf den Rekordwert von 108.798. Im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 7,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bei den Unternehmen gab es im vergangenen Jahr hingegen weniger Pleiten als noch im Krisenjahr 2009. Wir sagen, wieso 2010 so viele Bürger Privatinsolvenz anmelden mussten - in unseren Tipps erfahren Sie die besten Wege aus der Schuldenfalle.

108.798 Verbraucher nahmen 2010 ein Insolvenzverfahren in Anspruch. Die Insolvenzen ehemals Selbständiger lagen hingegen mit 23.065 Fällen um 6,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für beide Gruppen gilt seit 1999 eine vereinfachte Insolvenzordnung, mit der sie nach Abschluss des Verfahrens von Restschulden befreit werden können. 2009 war die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um drei Prozent gestiegen, 2008 war sie erstmals seit 1999 gesunken (minus 7,1 Prozent).

Arbeitslosigkeit treibt Bürger in die Privatinsolvenz

Gründe für die Insolvenz von Verbrauchern nannte das Statistische Bundesamt für 2010 nicht. Nach einer Ende Januar veröffentlichten Statistik für 2009 aber war Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für Überschuldung. Demnach gerieten 28 Prozent der Klienten einer Schuldnerberatung aufgrund ihrer Erwerbslosigkeit in Finanznöte. Somit ist denkbar, dass die hohe Zahl der neuen Pleiten 2010 auf die 2009 in der Krise gestiegene Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist.

Weitere Ursachen für Überschuldung bei Verbrauchern waren laut Statischem Bundesamt Trennung oder der Tod des Partners, Erkrankung oder Sucht, eine unwirtschaftliche Haushaltsführung oder eine gescheiterte Selbständigkeit. Geldsorgen hatten laut Statistik vom Januar vor allem allein lebende Männer und allein erziehende Frauen. Die meisten Schuldner hatten zudem ein sehr niedriges Einkommen, bei mehr als der Hälfte aller Betroffenen lag es sogar unter der Pfändungsgrenze.

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39 Milliarden Euro an Forderungen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sank nach Angaben der Statistiker im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2009 um 2,1 Prozent auf 31.998. Im Krisenjahr 2009 hatten die Unternehmensinsolvenzen erstmals seit 2003 wieder zugenommen - und das mit einem Plus von 11,6 Prozent sehr deutlich. Ihren bisherigen Höchststand hatten die Unternehmensinsolvenzen 2003 mit 39.320 Fällen erreicht. Die Gesamtzahl der Insolvenzen in Deutschland betrug 2010 168.458, das waren 3,4 Prozent mehr Fälle als ein Jahr zuvor.

Die Gerichte bezifferten laut Statistik die voraussichtlichen Gesamtforderungen der Gläubiger für 2010 auf etwa 39 Milliarden Euro. Das war deutlich weniger als noch ein Jahr zuvor: 2009 hatten die offenen Forderungen 85 Milliarden Euro betragen. Diese höchste Summe aller Zeiten ging allerdings auf die Pleite gleich mehrerer bedeutender Unternehmen zurück - darunter der Handels- und Touristikriesen Arcandor. Entsprechend sank 2010 auch die Zahl der von Insolvenzen betroffenen Mitarbeiter: Nach 251.000 Beschäftigten 2009 arbeiteten im vergangenen Jahr 131.000 Menschen bei Pleiteunternehmen. Allerdings konnten die Gerichte bei 16 Prozent der insolventen Firmen auch keine Angaben über die Zahl der betroffenen Beschäftigten machen.


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Quelle: t-online.de , AFP

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Kommentare (57)

zum Forum

Thema: "Privatinsolvenzen: Arbeitslosigkeit treibt Verbraucher in die Pleite"

Dandy schrieb: am 11. März 2011 um 18:37:04
(1) (1) Arbeitgebersponsoring
Seit 1996 arbeitete ich im Niedriglohnsektor als Nachhilfelehrkraft bei einem großen kreisförmigen Anbieter, Habe 7
Jahre davon eine Nachhilfeschule geleitet und dabei im Schitt 1250 brutto bekommen. Die Schule wurde verkauft und ich arbeitslos. von '96 -'09 habe ich 20000 € vom Ererbten zu meinem Unterhalt beigesteuert, mein Chef hat sich in dieser Zeit ein Haus verdient. Nun gibt es ein Jobangebot 1080 € brutto 120H Wechselschicht. Jetztwird dieser Arbeitgeber gesponsort- bis nix mehr da ist.
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Barara schrieb: am 11. März 2011 um 18:34:37
(0) (2) Schulden
An Schulden kommt man ganz schnell und leicht.Ich habe immer bei Versandhäusern bestellt und gut gelebt.Zum Teil habe ich die neuen
Sachen übers Internet verkauft und von dem Geld Reisen gemacht. So kommt man auf hohe Schulden. Da ich von Hartz4 lebe,kann für mich nur die Privatinsolvenz die Lösung sein. Abzahlen geht von dem wenigen Geld nicht.
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Schlaumeier schrieb: am 11. März 2011 um 18:23:32
(1) (1) @Eva
wenn es nur an "alles haben" liegen würde. So einfach ist die Rechnung heutzutage aber nicht mehr. Das Problem ist komplexer und die
Ursachen liegen tiefer.
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