14.05.2010, 13:56 Uhr | dpa
Die privaten Krankenkassen pochen zur Dämpfung der steigenden Kosten bei Arzneimitteln auf ein gesetzlich verankertes Mitspracherecht. Dieses soll wie in der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) die Qualität der Präparate, die Preisfestsetzung und die Menge umfassen.kassen pochen zur Dämpfung der steigenden Kosten bei Arzneimitteln auf ein gesetzlich verankertes Mitspracherecht. Dieses soll wie in der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) die Qualität der Präparate, die Preisfestsetzung und die Menge umfassen.
Nur mit einem solchen Verhandlungsmandat bekomme die Private Krankenversicherung (PKV) einen wirksamen Hebel gegenüber Ärzten und Pharmafirmen in die Hand, sagte PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach in Berlin. Ziel sei zum Beispiel, "ungesunde Anreize" zur Mengenausweitung bei teuren Labor- oder Röntgenuntersuchungen zu beenden. Mehr Menge bedeute in der Medizin nicht unbedingt mehr Qualität.
Nach einer vom PKV-Verband in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage halten 60 Prozent der Bürger das Kapitaldeckungsverfahren der Privatkassen für einleuchtend. Gesetzlich Versicherte finden dies zu 56 Prozent. In der PKV bezahlt jedes Mitglied seit Jahren mit seiner Prämie zusätzlich auch einen verzinsten Rückstellungsbetrag fürs Alter.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) verwies darauf, dass ihre Mitglieder im Gegensatz zur PKV nicht nur Wohlhabenden und Gesunden hülfen, sondern auch Armen und Kranken. "Die private Krankenversicherung pickt sich die Rosinen aus dem Versicherungskuchen und freut sich dann, dass es bei ihr süßer schmeckt und sie deshalb in einer von ihr selbst in Auftrag gegebenen Umfrage gut abschneidet", so GKV-Sprecher Florian Lanz. "Und obwohl die gewinnorientierte private Krankenversicherung fast nur Gutverdiener und Gesunde neu aufnimmt, fordert sie jetzt staatliche Unterstützung für Preisverhandlungen mit der Pharmaindustrie."
Jeder wisse, dass dies mehr Geld koste, betonte der PKV-Manager. Die Mehrheit der GKV-Versicherten (58 Prozent) rechne wegen der ständigen Ausgabenzuwächse ohnehin mit Leistungskürzungen. Bereits heute müssten die gesetzlichen Kassen durch Milliardenzuschüsse aus Steuermitteln gestützt werden. Ohne diese Hilfe läge der Beitragssatz in der GKV bei 16,4 statt bei 14,9 Prozent, sagte Leienbach. Er forderte die Bundesregierung auf, eine umlagefinanzierte Zusatzversicherung für die Pflege endlich einzuführen.
Quelle: dpa
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