29.12.2010, 07:09 Uhr | AFP, dapd
Für die Gesundheitsreform müssen alle zahlen, doch Privatversicherte scheint es am härtesten zu treffen: Denn sie müssen sich laut einem Zeitungsbericht zum Jahreswechsel auf deutlich höhere Beitragssteigerungen einstellen als die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen. Nach einer Berechnung der Analysefirma Morgen.&.Morgen für die Zeitung "Die Welt" steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) zum Jahreswechsel im Durchschnitt um sieben Prozent an. Bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sind es nur vier Prozent.
Die Beitragssteigerung in der PKV ist laut "Welt" deshalb so groß, weil die Kosten bei den Privaten viel stärker steigen. Anders als die gesetzlichen Kassen hat die PKV so gut wie keine Möglichkeiten, die Kosten zu steuern. Sie bekommt keine Steuerzuschüsse, und die Versicherungsunternehmen können den rund neun Millionen Kunden, die eine Krankenvollversicherung haben, von sich aus keine der vereinbarten Leistungen kürzen.
Von einer Beitragssteigerungen war zuvor auch der Bund der Versicherten ausgegangen. Dieser rechnete im Schnitt ebenfalls mit einer Steigerung um sieben bis acht Prozent, in einigen Tarifen sogar um bis zu 35 Prozent. Und auch in Zukunft wird die Belastung nicht abnehmen: "Wir rechnen damit, dass die Beiträge 2012 erneut um bis zu sieben Prozent steigen, für die Versicherten wird die Situation immer dramatischer", sagte BdV-Vorstand Thorsten Rudnik im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd.
Die von Morgen.&.Morgen errechnete durchschnittliche Beitragssteigerung bezieht sich zwar nur auf private Krankenversicherungen, die im Jahr 2011 neu abgeschlossen werden. Nach Einschätzung des Geschäftsführers der Analysefirma, Martin Zsohar, ist die Steigerungsrate aber ein brauchbarer Indikator für die Beitragssteigerung bei bereits bestehenden Privatversicherungen. Eine Steigerung von sieben Prozent beim Neugeschäft sei "die bislang höchste ermittelte jährliche Branchensteigerung und verheißt für die Zukunft nichts Gutes", sagte Zsohar. Schließlich habe die durchschnittliche Steigerung der Beiträge über die vergangenen zehn Jahre nur knapp fünf Prozent betragen. Die PKV müsse ihre Kosten endlich in den Griff bekommen, forderte Zsohar.
Grundlage für die Berechnung von Morgen.&.Morgen waren dem Bericht zufolge mehr als 3000 Tarife für private Krankenvollversicherungen. Die stärkste Steigerung, die von den Experten ermittelt wurde, beträgt demnach für Männer fast 34 Prozent und für Frauen fast 23 Prozent. Beitragssenkungen gebe es auch, allerdings nur im Umfang von bis zu sechs Prozent. Ein Sprecher des Verbands der privaten Krankenversicherungen wollte die Berechnungen auf Anfrage der "Welt" nicht kommentieren. Er verwies darauf, dass es bei vielen Kunden lange keine Beitragserhöhung gegeben habe. Ab einem bestimmten Grad der Kostensteigerung seien die Versicherer gesetzlich gezwungen zu erhöhen.
Der CSU-Gesundheitspolitiker Johannes Singhammer kritisierte die Beitragssteigerungen. Sie bedeuteten vor allem für Beamte und Pensionäre, die ohne großes Einkommen in der PKV versichert sind, eine große Belastung, sagte er der "Welt". Es sei aber "letztlich die Aufgabe der PKV, ihre Einnahmen und Ausgaben selbst in den Griff zu bekommen - deshalb ist es ja eine 'private' Krankenversicherung". Die Politik könne allenfalls helfen. Singhammer schlug vor, dass Ärzte und Versicherungen ausprobieren sollten, ob sie nicht abseits der amtlichen Gebührenordnung über die Preise für medizinische Leistungen verhandeln. Dies wäre durch Öffnungsklauseln möglich.
Für die 50 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Kassen erhöht die Bundesregierung den Einheitsbeitrag ab Januar von 14,9 auf 15,5 Prozent. Damit erhalten die Krankenkassen rund sechs Milliarden Euro mehr Geld.
Quelle: dapd , AFP
Gerhard schrieb:
am 19. Januar 2011 um 15:48:02
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Rentner
Soviel Dummheit und Unwissenheit wie hier verbreitet wird,tut schon weh,aber das ist Methode und funktioniertWenn man die Wahrheit
schreiben würde,könnte ja jeder leicht erkennen,wer im System profitiert:Politiker,Manager und BeamteAber man hat dafür das Phenomen,die Privatversicherten und das klappt ja gut ,wie man hier sieht teile und herrsche.Viel Spaß weiterhin. .
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Helga schrieb:
am 19. Januar 2011 um 15:37:04
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Händlerin
Mir soll doch bitte mal jemand die Vorteile der PKV aufzeigen.Alles nur Blendwerk und hinterhältige Abzocke,fragt doch mal die
zigtausen betroffenen Handwerker und Gewerbetreibenden die sich überhaupt keine KV mehr leisten können oder ihre gesamten Lebensersparnisse dazu einsetzen müssen.Hier geht es nicht etwa nach mtl. erzielzem Einkommen,sondern nach festgesetzten Beiträgen,die seit Jahren explodieren.Der sogenannte Mittelstand endet zwangsläufig in der Sozialhilfe im Rentenalter.Obwohl bekan
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gangerl schrieb:
am 13. Januar 2011 um 19:30:27
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bin selber privat versichert und...
... zufrieden! Fakt 1: PKV ist immer noch billiger als GKV (vorausges. man steigt frühzeitig ein). Fakt
2: PKV garantiert vertragl. die Leistungen, GKV wird dauend zum Nachteil der Vers. rumgedoktert! Fakt 3: GKV hat keine Mögl. Alterungsrückstellungen aufzubauen! Fakt 4: Berechnungsgrundlage PKV ausschliesslich Tarif, GKV Beitragssatz auch auf z.B. weiteres Einkommen im Alter! Fakt 5: alle in die GKV ändert nichts am System, mehr Versicherte, mehr Ausgaben! Fazit: Neid und Häme sind toll für alle, die GKVler sind!
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