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Jeder Vierte kauft absichtlich Fälschungen
04.09.2008, 14:42 Uhr | bv
Rolex - echt und gefälscht sehr beliebt (Foto: imago)Mehr als jeder vierte Verbraucher kauft zumindest gelegentlich gefälschte Markenprodukte - und zwar meistens mit voller Absicht. Das hat eine Umfrage ergeben. Demnach hatten 28 Prozent der Befragten in den vergangenen drei Jahren Erzeugnisse von Produkt- und Markenpiraten gekauft. Betrachtet man nur die jüngeren Befragten, war der Anteil sogar noch höher.
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Kunden greifen häufig bewusst zur Fälschung
In mehr als 60 Prozent der Fälle hatten die Käufer demnach bewusst zu einem nachgeahmten Produkt gegriffen. "Die Fälschung ist mittlerweile gesellschaftsfähig geworden", sagte der Leiter der Umfrage, Peter Schommer. Das Marktforschungsinstitut Valid Research hatte im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young und des Markenverbands 2500 Menschen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden befragt. 90 Prozent der Konsumenten sind demnach der Meinung, dass sie durch den Kauf der Fälschungen ihr Ansehen im Freundes- und Verwandtenkreis nicht gefährden.
Milliardenschäden durch Fälschungen
Den rechtmäßigen Markeninhabern entgeht durch die Fälschungen ein geschätztes Umsatzvolumen von 35 Milliarden Euro im Jahr. Dies entspreche etwa zwei Prozent des gesamten Umsatzes der Konsumgüterbranche. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass nicht alle Kunden, die absichtlich eine Fälschung kaufen, auch das Original erwerben würden - schlicht, weil sie es sich teils gar nicht leisten könnten. Damit lassen sich die Absatzzahlen von Fälschungen nicht 1:1 den Originalherstellern zurechnen.
Markenverband fordert Haftstrafen für Fälscher
Der Markenverband, der rund 400 deutsche Unternehmen vertritt, verlangte dessen ungeachtet schärfere Strafen für Fälscher und mehr Aufklärung für die Kunden. Fälscher würden selten entdeckt und noch seltener bestraft. "Es geht keiner in den Bau", sagte Hauptgeschäftsführer Christoph Kannengießer. Er sprach sich für eine Mindesthaftstrafe von sechs Monaten aus.
Alles gibt es auch gefälscht
Fälschungen gebe es inzwischen auf der ganzen Warenpalette, sagte Schommer - von Klebstoffen über Parfüm bis hin zu Fertignahrung und Schokolade. Die Europäische Union hatte zudem kürzlich gewarnt, dass immer häufiger gefälschte Arzneimittel auftauchten.
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Quelle: dpa
, t-online.de