23.01.2009, 14:15 Uhr | bab
Nach wochenlangen dramatischen Rettungsbemühungen hat der krisengeschüttelte Chiphersteller Qimonda Insolvenz angemeldet. Der Weg in die Pleite war lange:
September 2008
Die Anzeichen für schwere Turbulenzen in der Halbleiter-Industrie mehren sich. Die Branche kämpft mit einem Preisverfall und Überkapazitäten.
13. Oktober 2008
Qimonda gibt bekannt, dass 3000 der weltweit 13 000 Stellen gestrichen werden sollen. Im Dresdner Werk sind 950 der 3000 Jobs betroffen, in München 600.
17. November 2008
Hinter verschlossenen Türen laufen Verhandlungen mit dem Land Sachsen und dem Bund über ein Rettungspaket für Qimonda.
27. November 2008
Die Qimonda-Mutter Infineon fordert zur Rettung von Qimonda eine Bürgschaft über 500 Millionen Euro von Bund und Land. Die Suche nach einem Investor für einen 77,5-Prozent-Anteil bleibt erfolglos.
01. Dezember 2008
Der Sozialplan für die von der Streichung von 950 Jobs in Dresden betroffenen Mitarbeiter steht.
05. Dezember 2008
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) erklärt, sich bei der Qimonda-Rettung nicht von Infineon unter Druck setzen lassen zu wollen.
16. Dezember 2008
Der Freistaat Sachsen will ein Darlehen von 150 Millionen Euro gewähren - unter der Bedingung, dass Infineon die gleiche Summe zuschießt. Infineon lehnt dies jedoch ab.
18. Dezember 2008
Infineon veröffentlicht eine Kreditzusage über 75 Millionen Euro und bietet den Verkauf eines Aktienpaketes an - die von Sachsen geforderten 150 Millionen Euro werden nicht erreicht.
19. Dezember 2008
Mehrere hundert Qimonda-Mitarbeiter demonstrieren vor der Infineon-Zentrale in München. Auch das Land Bayern ist in die Gespräch eingebunden.
21. Dezember 2008
Der Freistaat Sachsen und Infineon einigen sich auf ein Hilfspaket für Qimonda. Es umfasst Darlehen über 325 Millionen Euro: 150 Millionen Euro vom Land Sachsen, 100 Millionen Euro von Portugal, wo es ein Werk gibt, und 75 Millionen Euro von Infineon.
6. Januar 2009
Sondersitzung des Sächsischen Kabinetts: Qimonda und Infineon werden erinnert, eine Gesamtfinanzierung bis hin zur geplanten Erweiterung des Dresdner Werkes vorzulegen.
22. Januar 2009
Aus Finanzkreisen wird bekannt, dass Qimonda kurzfristig zusätzlichen Finanzbedarf von 300 Millionen Euro habe.
23. Januar 2009
Der Speicherchiphersteller Qimonda ist pleite und stellt beim Amtsgericht München Insolvenzantrag.
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Quelle: t-online.de , dpa
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