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Quelle-Pleite: Der endgültige Schlussverkauf steht bevor

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Quelle: Alles muss raus

22.10.2009, 08:50 Uhr | dpa-AFX, oca

Nach der Pleite: Bald wird bei Quelle wohl der Ausverkauf beginnen (Foto: AP) Nach der Pleite: Bald wird bei Quelle wohl der Ausverkauf beginnen (Foto: AP)Das traditionsreiche Versandhaus Quelle veranstaltet seinen letzten Schlussverkauf. Haushaltswaren, Küchengeräte und Bekleidung wird es nun wohl für kleines Geld geben. "Wir werden uns sehr bemühen, einen geordneten Ausverkauf zu machen", sagte Insolvenzverwalter Görg. Es soll vor allem im Internet starke Rabatte geben, um die Kunden zum Kaufen zu animieren. 82 Jahre nach der Gründung des Fürther Versandhauses wurde gestern das endgültige Aus verkündet. Über 10.000 Menschen werden ihren ihren Job verlieren. Dabei hätte die Schließung verhindert werden können, so Ver.di Vizechefin Margret Mönig-Raane.

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Ver.di: Quelle-Aus hätte verhindert werden können

Das Aus für Quelle hätte nach Einschätzung der Gewerkschaft Ver.di durch ein schnelleres und entschlosseneres Handeln abgewendet werden können. "Das war zum Haare raufen! Diese Liquidation wäre nicht notwendig gewesen", sagte die stellvertretende Ver.di-Bundesvorsitzende, Margret Mönig-Raane, der "Passauer Neuen Presse". Die bayerische Staatsregierung habe sich sehr bemüht, dem Unternehmen über die schwere Zeit zu helfen. "Das hätte ich mir von allen Beteiligten gewünscht, auch von den Banken und von der Bundesregierung", sagte Mönig-Raane. So hätte Quelle mit einer Staatsbürgerschaft geholfen werden können.



Abwicklung des Massekredits nicht schnell genug

Entscheidend für das endgültige Aus für Quelle war nach Ansicht der Gewerkschafterin auch, dass die Abwicklung des Massekredits zum Druck des neuen Quelle-Katalogs nicht schnell genug erfolgt sei. Je mehr über die Probleme berichtet worden sei, desto mehr Kunden seien abgesprungen, sagte Mönig-Raane der Zeitung. Deshalb müsse jetzt ein einstmals solides und starkes Unternehmen abgewickelt werden. Davon seien tausende Mitarbeiter bei Quelle und in den Servicegesellschaften betroffen. Für sie forderte Mönig-Raane "schnelle und unbürokratische Hilfen". "Was an Weiterbildung, Qualifizierung und Vermittlung möglich ist, muss gemacht werden", sagte sie.

10.500 Mitarbeiter betroffen

Der Insolvenzverwalter hatte keinen Investor für Quelle gefunden. Nun werden die meisten der 10.500 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Betroffen ist vor allem Bayern. Damit rückt die Frage nach der Zukunft der Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Dazu wollen die bayerische Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) und der bayerische Arbeitsagentur-Chef Rainer Bomba am Mittwoch in Nürnberg Stellung nehmen.



Keine Transfergesellschaft

Die Finanzierung der Transfergesellschaft, in der die Betroffenen weiterqualifiziert werden sollten, ist mit dem Quelle-Aus ebenfalls gescheitert. Viele der Mitarbeiter würden erstmal in die Arbeitslosigkeit gehen, sagte Bomba. "Einige hundert, vielleicht tausend werden wir vermitteln können, aber es gibt kein zweites Versandhaus, das die jetzt aufnehmen kann."

Factoring war Grund für das Aus

Grund für das Scheitern der zähen Verhandlungen war am Ende das sogenannte Factoring. Diese für Versandunternehmen typische Art der Vorfinanzierung von Kundenforderungen übernimmt die Quelle-Hausbank Valovis mit Unterstützung der Bayern LB und der Commerzbank - allerdings nur bis zum Jahresende. Eine Einigung über den 1. Januar 2010 hinaus habe nicht erzielt werden können, berichtete Insolvenzverwalter Görg. Dies hatten die potenziellen Investoren aber zur Bedingung gemacht. Nun soll der Verkauf der Primondo-Einzelteile folgen, zu denen auch profitable Geschäfte wie etwa Spezialversender (Hess Natur, Baby Walz) oder der Homeshopping-Kanal HSE 24 gehören.

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Suche nach Schuldigen

In der Politik begann unterdessen die Suche nach Schuldigen. Während Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) darauf verwies, "das Menschenmögliche getan" zu haben, warf die bayerische SPD Seehofer sowie Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eine Mitschuld an der endgültigen Pleite vor. Seehofer kündigte unterdessen einen Zukunftsplan für die stark getroffene Region Nürnberg/Fürth an.

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Quelle: t-online.de , dpa-AFX

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