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Neue Hoffnung für Quelle
24.10.2009, 14:39 Uhr | dpa, AP, bab, sky
Überraschung: Doch noch ein Investor für Quelle (Foto: dpa)Für das insolvente Versandhaus Quelle gibt es überraschend neue Hoffnung: Zwei Investoren haben Interesse am Kern des Deutschlandgeschäfts, das Möbel, Küchen, Haus- und Heimtextilien sowie Küchengeräte umfasst. Dies bestätigten am Freitag übereinstimmend der Nürnberger Wirtschaftsreferent Roland Fleck (CSU) und der Quelle-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ernst Sindel. "Damit könnten möglicherweise die Arbeitsplätze von einigen hundert Beschäftigten gerettet werden", sagte Fleck. Die Gewerkschaft Ver.di kritisierte derweil das Verfahren der Investoren-Suche.
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Zwei offizielle Angebote
Es handle sich um zwei sehr ernsthafte Interessenten mit plausiblen Konzepten. Sie hätten ihr Interesse bereits formell bekundet. Der Wirtschaftsreferent appellierte an den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, dem Konzept eine faire Chance zu geben. Laut Sindel ist der Insolvenzverwalter bereits eingebunden. Görgs Sprecher Thomas Schulz sagte dagegen: "Wenn es diese Investoren gibt, sollen sie sich schleunigst beim Insolvenzverwalter melden." Die Aktie des Quelle-Mutterkonzerns Arcandor reduzierte in Folge der Meldungen ihre schweren Verluste.
Vertrieb wie bisher
Fleck und Sindel bestätigten mit ihren Äußerungen einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Laut SZ soll die Ware den Konzepten zufolge wie bisher über Katalogversand, Internet und eigene Läden vertrieben werden. Unterdessen verscherbelt die insolvente Quelle ihre restliche Ware im Internet. Auf der Internet-Seite des Fürther Versandhauses wurden am Freitag teils sagenhafte Preisnachlässe angeboten. So soll eine dreiteilige Möbelgarnitur mit Sitzecke, Couchtisch und Anrichte am Freitag nur 55 Euro anstatt 3200 Euro kosten. "Bei mehr als 10 Bestellungen entscheidet das Los", hieß es.
Quelle-Shops streben Eigenständigkeit an
Hoffnung gibt es einem Medienbericht zufolge auch für die Beschäftigten in hunderten Quelle-Shops. Der Interessenverband der Quelle-Shop-Inhaber bemüht sich um einen Fortbestand der Läden in Eigenregie. Er habe mit Branchenkennern einen Einkaufsring gegründet und beim Handelsregister angemeldet, sagte der Verbands-Vorsitzende Detlef Stechert dem Sender MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt. Er bestätigte damit einen Bericht der "Bild". Das Interesse bei den Betreibern der bundesweit 1500 Quelle-Shops sei riesig. 800 hätten sich bereits an ihn gewandt. Gerade auf dem dünn besiedelten Land seien die Geschäfte nötig.
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Ver.di kritisiert Investoren-Suche
Bei der Suche nach einem Investor für den insolventen Versandhändler Quelle hat aus Sicht der Gewerkschaft Verdi der nötige Nachdruck gefehlt. "Ich habe Zweifel, wie ernst das gemeint war, Primondo als Ganzes zu verkaufen", sagte Ver.di-Handelsexperte Johann Rösch. "Primondo als Ganzes zu verkaufen bedeutet nämlich, dass all die Perlen mit Quelle zusammen möglicherweise einen negativen Kaufpreis ergeben hätten." Beim Verkauf einzelner gewinnbringender Gesellschaften der Gruppe stehe am Ende mehr Geld für die Gläubiger zur Verfügung, sagte Rösch. "Beim Insolvenzprozess stellt sich die Frage, ob er mit der nötigen Energie betrieben wurde oder ob es einen Strategiewechsel gab, weil man ohne Quelle eine höhere Insolvenzmasse bekommt."
Neues Insolvenzrecht gefordert
Als Konsequenz aus dem "völlig intransparenten" Ablauf forderte er eine Änderung des Insolvenzrechts: "Es dürfen nicht die Interessen der Gläubiger, sondern es müssen die Interessen der Arbeitnehmer im Vordergrund stehen." Auch der Nürnberger DGB- Vorsitzende Stephan Doll forderte eine Änderung des Insolvenzrechts. "Mitarbeiterschutz muss vor Gläubigerschutz gehen", sagte Doll der Deutschen Presse-Agentur. Im Insolvenzverfahren hätten die Beschäftigten keine Rolle gespielt.
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Quelle: dpa
, t-online.de
, dpa-AFX
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