01.06.2010, 14:56 Uhr | Isabel Gomez
Von wegen Krise. Für Unternehmen ist Deutschland der europäische Top-Investitionensplatz. Noch beliebter sind nur die USA und Schwellenländer. Bis 2020 soll das Land weltweit führend bei der Umwelttechnik werden.
Für zwölf Prozent der internationalen Topmanager ist Deutschland einer der attraktivsten Standorte der Welt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young. Damit rangiert Deutschland auf Platz fünf, hinter China, Indien, den USA und Russland.
Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich der Wirtschaftsstandort Deutschland in derselben Studie um zwei Prozentpunkte und einen Rang. Das hänge jedoch nicht mit einer deutlichen Verbesserung des Standortes zusammen, sondern mit der besseren wirtschaftlichen Situation der befragten Unternehmen, heißt es in der Studie.
Mit dem Ende der Rezession hätten die Konzerne den Krisenmodus verlassen und sich auf Wachstumskurs begeben. Vor allem Schwellenländer wie China gelten als verheißungsvolle Investitionsziele. Das Wachstum dieser Länder wirke sich wiederum stabilisierend auf die restliche Weltwirtschaft aus - auch auf Deutschland, so die Studie.
79 Prozent der Befragten betrachten das Land als attraktiven Standort für Innovationen. Jedes dritte der 814 befragten Unternehmen sieht Deutschland im Jahr 2020 als weltweit führenden Umwelttechnikstandort. 22 Prozent glauben an Deutschland als führendes Zentrum für Forschung und Entwicklung. Für 17 Prozent wird das Land in zehn Jahren ein international führender Bildungsstandort sein.
Dafür bedürfe es jedoch vermehrter Investitionen in die Qualifikation und Motivation der Arbeitskräfte. Denn in China und Indien bilden die Universitäten immer mehr hochqualifizierte Ingenieure und Forscher aus. Eine Steigerung der Qualität von Bildung und Ausbildung sei daher unerlässlich für die Stärkung des Wirtschaftsraumes als Premiumstandort.
Das würde auch einen der genannten Nachteile des Standorts, die hohen Arbeitskosten, kompensieren. Sie zählen gemeinsam mit der hohen Unternehmensbesteuerung zu den Schwächen Deutschlands im internationalen Vergleich. Als besonders positiv bezeichneten die Befragten die Lebensqualität und die Infrastruktur hierzulande. Bereits im Vorjahr wurden diese Punkte als Stärken und Schwächen genannt.
Für das Ranking wurden Manager von 814 internationalen Firmen befragt.
Quelle: Financial Times Deutschland
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