21.12.2011, 08:51 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
Standard & Poors nimmt Banken ins Visier Nach den europäischen Staaten stellt die Ratingagentur nun die Geldhäuser unter verschärfte Beobachtung. Auch deutsche Großbanken sind betroffen.
Standard & Poor's (S&P) setzt zum Rundumschlag an: Nach Europas Staaten attackiert die US-Ratingagentur jetzt Europas Banken. Die Bonitätswächter stellten etliche große Kreditinstitute unter verschärfte Beobachtung ("CreditWatch"). Auch die Deutsche Bank und die Commerzbank sind in das Visier von S&P geraten.
Weitere Banken sollen folgen. Ihnen droht damit genauso wie ihren Heimatländern eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit, was wiederum die Refinanzierung erschweren und am Ende die Krise verschlimmern könnte.
Der Schritt von S&P ist die logische Folge aus der Ankündigung vom 5. Dezember, die Ratingeinstufung von 15 Euroländern wegen der schwelenden Schuldenkrise zu überprüfen. Deutschland oder auch Frankreich könnten dabei ihre Topbonität von "AAA" verlieren. Ob dies passiert, hängt entscheidend vom Ausgang des EU-Gipfels an diesem Donnerstag und am Freitag ab. S&P verlangt greifbare Lösungen für die Schuldenkrise.
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Die Ratingagentur hatte sich die Deutsche Bank bereits Ende November vorgenommen, als sie zahlreiche US-Banken herabgestuft hatte. Dabei hatte S&P den Ausblick für den deutschen Bankenprimus von "stabil" auf "negativ" gesenkt.
S&P erhöhte den Druck auf Europas Politiker noch zusätzlich durch die Warnung, möglicherweise auch die sehr gute Kreditwürdigkeit ("AAA") der Europäischen Union um eine Stufe abzusenken. Die Ratingagentur begründete den Schritt damit, dass sich die politischen, finanziellen und monetären Probleme in der Eurozone verschärft hätten. Auch der Rettungsfonds EFSF könnte sein Topbonität verlieren.
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S&P hat nun 90 Tage Zeit, eine Entscheidung zu fällen. Die Agentur will zuerst über die Staaten entscheiden und dann über die Banken. Vor der Deutschen Bank und der Commerzbank hatte S&P bereits die Bonitätsnote der in Frankfurt sitzenden Förderbank KfW infrage gestellt. Auch die britische Großbank Barclays, die französischen Institute BNP Paribas und Crédit Agricole oder die italienische Unicredit müssen um ihr Rating bangen.
Das Vorgehen von S&P ist durchaus üblich: In der Regel verknüpft die Agentur ihre Länderratings mit Bewertungen relevanter Unternehmen. Die Aktionen liegen meist nur ein paar Tage auseinander. Das Problem dabei: Ein gutes Rating ist die Voraussetzung dafür, dass sich Staaten oder auch Firmen zu günstigen Konditionen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen können.
Die Rufe nach einer europäischen Ratingagentur werden indes immer lauter. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Gerd Billen, forderte etwa, es solle eine europäische Ratingagentur eingerichtet werden, "die unabhängig ist und verantwortlich handelt". Billen sprach sich für eine Art Stiftung aus, in der etwa auch die produzierende Wirtschaft vertreten ist. Damit könne sichergestellt werden, dass das Ziel einer solchen Organisation im Blick gehalten werde, nämlich das seriöse Bewerten von Kreditrisiken.
Quelle: dpa-AFX , t-online.de
nino schrieb:
am 9. Dezember 2011 um 08:57:12
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rating
Unsere obersten Rating-Wächter. Wo ward ihr Jungs denn mit euren Gedanken als 2008 die Finanzkrise, auch wegen eurer Superbewertungen
von Schrottpapieren, ihren Anfang nahm? Habt ihr euch plötzlich um 180° gedreht?
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Salomon schrieb:
am 8. Dezember 2011 um 20:49:48
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Wirtschaftskrieg?
Wer authorisiert US-amerikanische Institutionen die Welt zu bewerten? Warum besteht die marode US-amerikanische Wirtschaft
bei den US-amerikanischen Rating-Agenturen? (Das soll nicht zynisch sein!)
So offensichtlioch wird der Finanzmarkt von nationalen Institutionen manipuliert. Wie lange kommen die USA mit derartigen Taschenspielertricks durch?
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Hajü schrieb:
am 8. Dezember 2011 um 13:39:33
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Rational
Ja, alles streng rational. Nur, dass Finanzwirtschaft und ihre seit Reagens Liberalisierung samt dem Propheten Friedman forcierte
Finanzindustrie völlig abgehoben hat von der physischen Wirtschaft, in der produziert wird, in der eigentlich gesellschaftlicher Reichtum produziert wird, auf dem Auge sind sie - und wollen sie blind bleiben... Treiben ganze Volkswirtschaften in den Untergang... Steuersenkungen - dann, wenn es angebracht ist, aber die es dann haben, geben es nie wieder her....
H.
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