16.01.2012, 11:10 Uhr | dapd
Standard & Poor's (S&P) prescht mal wieder voran. Es ist jene Ratingagentur, die als erste auch den USA die höchste Kreditwürdigkeit mit der Note AAA aberkannt hatte. In der Nacht zum Samstag hat sie nun damit begonnen, an der Eurozone zu sägen, dem nächsten großen Wirtschaftsraum. Die beiden anderen weltweit agierenden Ratingagenturen, Moody's und Fitch, werden die Entwicklung äußerst aufmerksam beobachten. Manche Börsenhändler und Banker befürchten bereits einen Teufelskreis sinkender Bonitätsnoten mit höheren Zinszahlungen für die Staaten.
Keiner feuert seine Salven so laut ab wie S&P. Moody's und Fitch gehen typischerweise langsamer und bedächtiger vor. Bei S&P kann der Absturz schneller und tiefer sein. "Welche Vorgehensweise bevorzugen Sie?", fragte zum Beispiel der bei Fitch für Staatsanleihen zuständige Direktor David Riley, als er am Mittwoch in Frankfurt am Main Gelegenheit zu einem Mittagsplausch mit einem Kunden hatte. "Wir wissen längst, dass Standard & Poor's immer das Rumpelstilzchen ist", sagte sein Gegenüber von der Landesbank Baden-Württemberg. "Wir bevorzugen die schrittweise Kommunikation, wie bei Fitch. Das gibt dem Markt einfach die Möglichkeit, besser auf die Änderungen zu reagieren", fügte er an.
Die Meinung des LBBW-Bankers zeigt, dass S&P durch seine Verlautbarungspolitik mutwillig für Bewegung im Markt sorgt, für Volatilität, wie die Finanzexperten sagen. Das ist problematisch für jene, die auf langfristige Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen bauen. Die Phalanx der New Yorker Investmentbanken - von J.P. Morgan über Morgan Stanley bis zu Goldman Sachs - tut das nicht. Diese Firmen können besser auf Volatilität reagieren, ja sie profitieren geradezu davon.
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Weil Kontinental-Europa (mit Ausnahme der Finanzmetropolen London und Zürich) anders tickt als die USA, fordern viele schon lange eine eigene europäische Ratingagentur. Gerhard Schleif, der ehemalige Geschäftsführer der Finanzagentur des Bundes, hat das erst vor einigen Tagen erneut in Spiel gebracht. Doch die EU hat sich darauf bislang nicht einigen können. Viele arbeiten daran, darunter die Beratungsfirma Roland Berger. China hingegen hat schon seine eigene Ratingagentur.
Seit Anfang Dezember hing die S&P-Drohung der Herabstufung wie ein Damoklesschwert über Europa. Dass S&P ausgerechnet kurz vor dem wichtigen EU-Gipfel Anfang Dezember Deutschlands Top-Rating mit einem negativen Ausblick versehen hatte, war vielen überdies als üble Einmischung in die Politik aufgestoßen. Der frühere Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, hatte S&P scharf kritisiert. "Die Androhung erachte ich als anmaßend und überzogen, und der von S&P gewählte Zeitpunkt dürfte alles andere als zufällig sein", sagte er. Mit der Ankündigung einer möglichen Herabstufung Deutschlands hatte S&P aus Rürups Sicht eine Drohkulisse aufgebaut, die direkt Druck auf den Gipfel ausübe.
Auch der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, sagte, es könne kein Zufall sein, dass die Agentur kurz vor dem EU-Gipfel "aus blauem Himmel" vorgeprescht sei. Vor dem Hintergrund der erheblichen Sparbemühungen in der Eurozone wirke die Ankündigung "wie ein Keulenschlag".
S&P agiert nicht widerspruchsfrei: Die Firma hatte angekündigt, ihre Entscheidung kurz nach dem Gipfel mitzuteilen. Sie ließ sich jetzt aber bis Mitte Januar Zeit. Auch befinden sich Italien und Spanien mittlerweile in einer besseren Situation als vor Monaten. Beide Länder haben neue Regierungen, die Sparprogramme verabschiedet haben, die wiederum ihre Haushaltssituation verbessern werden.
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Gleichzeitig spräche auch vieles dafür, mit einer endgültigen S&P-Entscheidung den nächsten EU-Ratsgipfel am 30. Januar abzuwarten. Schließlich werden dann in Brüssel die Details der Fiskalunion der 26 Staaten ohne Großbritannien festgezurrt. Allerdings hat Fitch diesen Veröffentlichungstermin schon für sich gepachtet. Und damit müsste S&P die Aufmerksamkeit mit dem Konkurrenten teilen. Jetzt hingegen hat S&P die ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
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Quelle: dapd , t-online.de
richardson schrieb:
am 16. Januar 2012 um 16:00:16
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Diese sogenannten Agenturen sin in Wirklichkeit Mafiaorgasnisationen die in erster Linie Amerikas Interessen im Auge haben.
Was war
den mit dem amerikanischen Imobilikenmarkt den diese " Agenturen " hochgejubelt hatten obwohl der Markt schon lang nicht mehr vorhanden war.Diese Hausbesitzer waren längst pleite.Aber die europäischen Banken haben diese SChrottaktien gekauft.
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Hans schrieb:
am 16. Januar 2012 um 09:10:45
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Das was diese USA-Ratingagentur betreibt ist der Finanzkrieg der USA gegen Europa.Warum lassen die Europäer sich das gefallen?
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ooti schrieb:
am 16. Januar 2012 um 08:58:17
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S&P
Wer hat was gegen Rumpelstilzchen, der Haufen von S&P ist so unbeliebt wie Kacke am Schuh.
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