21.09.2011, 14:49 Uhr | dapd, bv
Die Löhne in Deutschland steigen weiter deutlich stärker als die Inflation. Im zweiten Quartal legten die sogenannten preisbereinigten Bruttomonatsverdienste vollbeschäftigter Arbeitnehmer, also die Reallöhne, auf Jahressicht um 1,9 Prozent zu. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Das Plus ist das dritthöchste seit 2008. Zwischen Januar und Ende März 2011 waren die Reallöhne um 2,0 Prozent gestiegen. Die Nominallöhne erhöhten sich im zweiten Vierteljahr um 4,2 Prozent und damit so stark wie noch nie seit 2008. Die Inflation lag derweil bei 2,3 Prozent.
Der deutliche Anstieg der Bruttomonatsverdienste erstreckte sich über alle Branchen. Das stärkste Plus verbuchten die Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe mit einem Zuwachs von sieben Prozent.
Als Grund nannten die Statistiker hohe Tarifabschlüsse vor allem in der Chemischen Industrie (plus 4,1 Prozent) sowie in der Metall- und Elektroindustrie (plus 2,7 Prozent). Durch den Abbau der Kurzarbeit seien die bezahlten Arbeitsstunden um 1,8 Prozent gestiegen. Die restlichen 2,6 Prozentpunkte ließen sich durch hohe Sonderzahlungen in einzelnen Branchen erklären, hieß es.
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Auch Banker und Versicherungsangestellte konnten überdurchschnittliche Verdienststeigerungen von 4,6 Prozent verbuchen, wobei 2,9 Prozentpunkte auf Sonderzahlungen zurückzuführen waren. "Damit haben die Sonderzahlungen, die in der Finanzbranche im zweiten Quartal des Jahres größtenteils erfolgsabhängig gezahlt werden, das Vorkrisenniveau wieder deutlich überschritten", teilte das Statistische Bundesamt mit.
Ohne Sonderzahlungen lag das Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers im zweiten Quartal bei durchschnittlich 3313 Euro brutto im Monat. Dabei verdienten Beschäftigte im Bereich Information und Kommunikation mit 4358 Euro am meisten. Auch bei Energieversorgern (4350 Euro) und in der Finanzbranche (4332 Euro) wurde überdurchschnittlich bezahlt. Am wenigsten verdienten die Beschäftigten im Gastgewerbe mit durchschnittlich 1950 Euro brutto im Monat.
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Beschäftigte bei Energieversorgern lagen zwar beim Durchschnittsgehalt in der Spitzengruppe, da ihre Gehälter nominal aber nur um 2,2 Prozent stiegen, mussten sie einen leichten Reallohnverlust von 0,1 Prozentpunkten verkraften. Bei Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung, der Verteidigung und der Sozialversicherung stiegen die Verdienste nominal nur um 1,5 Prozent, im Wirtschaftszweig Erziehung und Unterricht waren es nur 1,2 Prozent. Hier gab es demzufolge deutliche Reallohnverluste.
Unverändert blieben die Reallöhne im Wirtschaftszweig "Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen", da der nominale Zuwachs mit 2,3 Prozent genauso hoch war wie die Inflation.
Wirtschaftszweige mit Reallohnzuwächsen | Veränderung* | Monatsverdienst** | Jobs von monster.de |
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen | 2,7% | 2987 € | |
Gastgewerbe | 2,8% | 1950 € | |
Gesundheits- und Sozialwesen | 2,9% | 3249 € | |
Information und Kommunikation | 3,2% | 4358 € | |
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen | 3,5% | 3065 € | |
Baugewerbe | 3,6% | 2803 € | |
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen | 3,8% | 4121 € | |
Grundstücks- und Wohnungswesen | 3,9% | 3462 € | |
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | 4,6% | 4332 € | |
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden | 4,7% | 3698 € | |
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen | 4,9% | 2141 € | |
Verarbeitendes Gewerbe | 7,0% | 3455 € |
* gegenüber dem 2. Quartal 2010
** Durchschnitt, brutto, ohne Sonderzahlungen
Quelle: Statistisches Bundesamt
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Quelle: dapd , t-online.de
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