
31.05.2011, 19:50 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Reeder fühlen sich bei Piratenangriffen alleingelassen (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Die deutsche Flagge wird künftig kaum noch am Heck deutscher Handelsschiffe wehen. Mehrere Reeder kündigten gegenüber der FTD an, ihre Schiffe wieder in billigeren Flaggenstaaten anzumelden.
"Wir werden ausflaggen und weniger deutsche Seeleute beschäftigen", sagte ein Großreeder. "Wenn die Politik ihr Versprechen nicht hält, fühlen wir uns auch nicht mehr verpflichtet." Die Reederei Hapag-Lloyd prüft gerade, welche anderen europäischen Flaggen für ihre Schiffe infrage kommen.
Zuvor hatte sich auf der Nationalen Maritimen Konferenz am Wochenende ihre Hoffnung zerschlagen, dass die Bundesregierung Subventionskürzungen zurücknimmt.
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Der Schritt zeigt, mit welchem Einsatz die Branche um Subventionen kämpft. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatten der Beibehaltung von Zuschüssen zur deutschen Beflaggung auf dem Gipfel in Wilhelmshaven eine Absage erteilt.
Im Gegenzug für die Aufrechterhaltung von Zuschüssen zu Ausbildungsplätzen und Lohnnebenkosten hatten die Reeder zuvor versprochen, mindestens 500 Schiffe unter deutscher Flagge fahren zu lassen. Fünf Crewmitglieder müssen dafür aus Deutschland oder anderen EU-Ländern stammen. Laut Reederverband kostet das jährlich pro Schiff bis zu 500.000 Euro mehr als Flaggen aus Zypern oder Malta. Zurzeit fahren nur 445 der 3720 Schiffe deutscher Reeder unter Schwarz-Rot-Gold.
Die Regierung kürzt die Mittel nun auf zehn Prozent der 68 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr. Als Ausgleich bietet sie Bürokratieabbau - derzeit müssen Reeder 16 Behörden ansteuern, wenn sie ein Schiff in Deutschland melden wollen.
In absolute Billigländer wie Liberia können die Reeder kaum ausflaggen. Dann müssten sie auf vergünstigte Steuersätze verzichten. So ist die Tonnagesteuer daran gebunden, dass die Hälfte der Schiffe unter europäischer Flagge fährt. Nach dieser für die Branche existenziellen Regel werden nicht die echten Einkünfte besteuert, sondern eine günstige Pauschale nach Schiffsgröße gezahlt.
Auch bei Piratenattacken vermissen die Reeder Hilfe. Der Bund will über die EU-Mission Atalanta hinaus nicht gegen die Angriffe vorgehen. Mittlerweile gibt es sogar Überfälle in Indien. 2010 entführten Piraten 53 Schiffe und nahmen 1181 Geiseln.
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Quelle: Financial Times Deutschland
OT schrieb:
am 14. Juni 2011 um 14:34:16
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...
Sechs Mal geballte Ahnungslosigkeit!
Den Reeder interessiert es nicht die Bohne unter wlecher Flagge seine Schiffe laufen. Deutschland
macht ihm da nur ärger. Dann lockt die Bundesregierung mit Subventionen und läßt diese vor Beendigung der Fristen wieder srtreichen.
Es geht um Arbeitsplätze nicht um die Repräsentanz! Schönen Gruß an den Marinekollegen mit dem ersten Beitrag.
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
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Silvbird schrieb:
am 30. Mai 2011 um 12:49:15
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Reeder
Da die Schiffe überwiegend mit ausländischen Besatzungen fahren, können wir auf die wenigen Schiffe unter deutscher Flagge
ebenfalls verzichten und knallhart alle Subventionen streichen. Sollen die Reeder sich doch auch in den dann genutzten Flaggenländern niederlassen.
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Critter schrieb:
am 30. Mai 2011 um 11:34:06
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Subventionen
Was soll die Regierung " deutsche" Reedereien subventionieren da ohnehin die Crews zu 95% aus andere ( Billig- )
Nationen besteht . Die machen ohnehin Profit mit dem Billigsttreibstoff Schweröl , der die Umwelt mit Schadstoffen mehr belastet als alle Autos dieser Welt zusammen !!! ( Schon alleine 10 der größten Schiffe , Container- , Fracht - und Passagierschiffe ) !!!! Als Auslöse der gekaperten Schiffe können die Reeder auch geich bei
" Gastländern " das Geld als Sonderausgab
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