
20.05.2011, 12:46 Uhr | Spiegel Online
Vor allem mit einer besseren Gebäudedämmung lässt sich viel Energie sparen (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Regierung gibt mehr Geld für den Kampf gegen CO2-Schleudern. Nach "Spiegel-Online"-Informationen will sie die Förderung für die Sanierung von Gebäuden auf zwei Milliarden Euro aufstocken. Branchenkenner sind jedoch skeptisch, ob die Effizienzoffensive funktioniert.
Die Regierung will die Energieeffizienz deutscher Gebäude rasch steigern - und investiert entsprechend viel Geld: "Wir planen, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm auf zwei Milliarden Euro pro Jahr aufzustocken", sagte Jan Mücke, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, "Spiegel Online" am Rande der Berliner Energietage.
Über das Programm bezuschusst die staatliche Förderbank KfW Hausbesitzer, die Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Verringerung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden ergreifen. Für 2011 hatte die Regierung der KfW bislang eine Fördersumme von 936 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Jetzt mit dem Verivox-Stromrechner Anbieter vergleichen, wechseln und Geld sparen!
Strompreisvergleich
Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm wurde 2006 eingeführt. Seine Aufstockung ist der zentrale Punkt eines Maßnahmenkatalogs für mehr Energieeffizienz, der am 6. Juni vom Kabinett abgesegnet werden soll. Das Finanzministerium muss die Fördersumme noch freigeben. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) unterstützt eine höhere Förderung. Die Regierung hat im Herbst 2010 in ihrem Energiekonzept versprochen, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm "deutlich besser" ausstatten zu wollen.
Drei Viertel der deutschen Gebäude sind Energieverschwender. Sie wurden vor der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut. Entsprechend verschwenderisch ist oftmals ihr Verbrauch. Derzeit machen öffentliche und private Gebäude in Deutschland mit Heizung, Warmwasser und Beleuchtung einen Anteil von 40 Prozent des Gesamt-Energieverbrauchs aus und stehen für fast 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes.
Jetzt Kfz-Versicherung wechseln und bis zu 500 Euro jährlich sparen.
Versicherungsvergleich starten
Die Regierung will die Klimabilanz von Gebäuden rasch reduzieren. Bis 2020 plant Schwarz-Gelb, den Wärmebedarf um 20 Prozent zu reduzieren, bis 2050 sogar um 80 Prozent. Die halbstaatliche Deutsche Energieagentur (dena) hält das für ambitioniert. Ihren Berechnungen zufolge wäre ein CO2-Gebäudesanierungsprogramm in Höhe von fünf Milliarden Euro pro Jahr nötig, damit die Regierung ihre CO2-Ziele erreicht.
Staatssekretär Mücke widerspricht. "Das Programm hat eine große Hebelwirkung", sagt er. Die dadurch angestoßenen Investitionen seien im Schnitt acht Mal so hoch wie die Förderung selbst. "Derzeit ist die Hebelwirkung sogar noch größer, da die Zinsen für Baukredite sehr niedrig sind", sagt Mücke. Die KfW schätze, dass zwei Milliarden Euro Förderung derzeit Investitionen von rund 24 Milliarden Euro anstoßen.
Weitere Maßnahmen, die die Regierung zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden ergreifen will, nannte Mücke nicht. In ihrem Energiekonzept hatte die Bundesregierung unter anderem folgendes angeregt:
Branchenverbände sehen die vorgeschlagenen Maßnahmen skeptisch. Sie fürchten einen teuren Sanierzwang. Der Verband Haus & Grund etwa warnt vor einer Kostenexplosion für Hausbesitzer. Er beziffert die Kosten für die energetische Sanierung eines in den siebziger Jahren gebauten Einfamilienhauses mit 120 Quadratmetern Wohnfläche auf mindestens 70.000 Euro.
Auch der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) warnt vor horrenden Kosten der Gebäudesanierung. "Durch die Sanierung können manche Mieten um 2,50 Euro pro Quadratmeter steigen", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko auf den Berliner Energietagen. "Wir müssen aufpassen, dass sozial schwache Mieter nicht ins Abseits gedrängt werden."
Auch die Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch ist skeptisch, ob die Effizienzoffensive der Regierung funktioniert. Ihr Präsident Andreas Prohl begrüßt die Förderung zwar. Er merkt aber an, dass es im Schnitt mehrere Jahrzehnte dauere, bis die Energieersparnis die Renovierungskosten übersteigt.
Staatssekretär Mücke will deshalb die Beratung von Verbrauchern verbessern. "Investoren müssen besser informiert werden, was sich rechnet und was nicht", sagt er. "Nur dann kann die Energiewende gelingen."
Quelle: Spiegel Online
Dagobert schrieb:
am 20. Mai 2011 um 15:09:37
(0)
(0)
Sinnloser Aktionismus
Auf der einen Seite wird mit Zwangswärmedämmung und Energiesparlampen herumgekaspert, auf der anderen Seite hat jeder
Käseladen - ob er's braucht oder nicht - bis 22 Uhr oder sogar 24 Uhr geöffnet. Mit voller Beleuchtung, Kühltruhen nicht abgedeckt, die größeren mit Rolltreppen und Festbeleuchtung. Außerdem gibt es das Jevons-Paradoxon. Lesen darf jeder selbst.
mehr
Kommentar melden
pitty schrieb:
am 20. Mai 2011 um 14:26:57
(0)
(0)
Energiesparen
Mir muss man die Sparlüge hier genauso wenig wie bei Glühbirnen/Energiesparlampen auftischen. Wo viel gespart wird steigen
die Preise für den noch gebrauchten Rest ins Uferlose und man hat somit doppelte Kosten, Kredit und hohe Preise.
mehr
Kommentar melden
Peter schrieb:
am 20. Mai 2011 um 13:01:07
(1)
(0)
CO2 ist ein Spurenelement
Die Luft enthält 0,038% CO2. Davon produziert die Natur 96%, der Mensch 4% - also 0,00152%. Deutschland stösst
3,1% des Weltanteils an CO2 aus -
somit wäre D für einen 0,00004712%igen CO2 Schadstoffanteil in der Luft verantwortlich. Und dafür startet D Milliardenschwere Programme und zockt seine Bürger ab.......und ich soll 70000 Euro für die energetische Sanierung bezahlen( plus Zinsen über 20 jahre = 100000 Euro). Wielange kann ich dafür heizen?????????
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de
Das "Desertec"-Projekt: Riesige Spiegel in der Sahara sollen den Strom für Europa liefern. zum Video