23.07.2010, 15:06 Uhr | dpa
Hinter den russischen Superreichen belegt er in allen europäischen Rankings stets einen der vordersten Plätze: Miroslav Miskovic, der mit Abstand reichste Mann in Serbien. Jetzt verkauft er sein Firmenimperium.
Der bekannteste Karikaturist des Landes sieht den Mann so: Auf der Auktion wird ganz Serbien zum Verkauf angeboten und den Zuschlag erhält Miskovic. Der Delta Holding des 65-Jährigen gehören inzwischen riesige Ländereien, ein Beinahe-Monopol im Lebensmittelhandel, Schlüsselunternehmen in den Branchen Mode, Auto, Chemie, Versicherungen, Immobilien und Tourismus. Rund 25.000 Mitarbeiter erwirtschaften gigantische zehn Prozent des serbischen Bruttoinlandsproduktes.
Jetzt soll der belgische Einzelhandelsriese Delhaize übernehmen. Belgiens Regierungschef Yves Leterme kündigte in der vergangenen Woche mit Blick auf Serbien an, schon in den nächsten Tagen werde ein sehr wichtiger Vertrag unterschrieben. Miskovic wolle alles verkaufen und das Geld ins Ausland verlagern, berichteten die Zeitungen in Belgrad. Der bestreitet das und räumt lediglich ein, er wolle Teile seines Firmenreichs vergolden.
Offiziell begrüßt die serbische Regierung den geplanten Deal wegen der Steuereinnahmen, heißt es. Doch heimische Experten verweisen darauf, dass der Staat leer ausgehen werde, weil die zentrale Miskovic-Firma Hemslade im Steuerparadies Zypern sitze. Schon beim Verkauf seiner Delta Bank vor fünf Jahren nach Italien seien die 350 Millionen Euro unbesteuert geblieben.
Die entscheidenden Anfänge des Miskovic-Konzerns weisen in die Ära des inzwischen gestorbenen Autokrators Slobodan Milosevic Anfang der 90er Jahre. In Zeiten von Handelssanktionen und Krieg soll Hemslade mitgeholfen haben, mehrere Milliarden Deutsche Mark aus dem Land nach Zypern zu schmuggeln, dokumentierten die Medien. Nachdem das kriegerische Milosevic-Regime durch einen Volksaufstand beendet wurde, arrangierte sich Delta mit den neuen demokratischen Machthabern.
Unter dem Schirm politischer Protektion wurde alles und jedes meist zu Spottpreisen gekauft. Die staatliche Antikorruptionsbehörde hat im letzten Monat Strafanzeige gegen Miskovic beim offensichtlich manipulierten Kauf der bis dahin größten Lebensmittelkette C-Market gestellt. Beim Kauf des Belgrader Donauhafens fiel Miskovic durch Korruption bei einem Kaufpreis von 50 Millionen Euro wertvollstes Bauland im Wert von einer Milliarde Euro in den Schoß. Seitdem streitet er mit der Stadtverwaltung vor Gericht.
Im Gegenzug hat Miskovic verdeckt praktisch alle Parteien großzügig finanziert, sagen selbst die staatlichen Antikorruptionsbehörden. Doch da die Justiz jahrelang Teil des Pakts zwischen Politik und Miskovic war, drohte keine Gefahr. Jetzt müssen die Politiker um ihre Einnahmequellen zittern, sind Regierungskritiker sicher. Ein offensichtlicher Insider hat am Dienstag in Belgrad anonym behauptet, Miskovic habe sein Unternehmensgeflecht systematisch ausgeplündert und jede Menge Immobilien und Bares im Ausland versteckt. Seine Firmen seien daher überschuldet und konkursreif.
Volkes Stimme spricht seit Tagen Klartext. "Miskovic verkauft alles, was er in Serbien geklaut hat", schrieben mehr als 1200 Bürger in dieser Woche dem Radio- und TV-Sender "B92". "Er hat uns die Haut vom Leib gezogen", schimpften 560 Zuschriften und immerhin 110 Menschen meinten "Es gibt nichts mehr zu stehlen. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff".
Quelle: dpa
bärbel schrieb:
am 22. Juli 2010 um 14:29:00
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joey
sehr viel. Aber anscheinend haben Sie immer noch nichts verstanden. Mit Bildung wahrscheinlich schon. Reiche sind nicht gleich Reiche.
Da gibt es immense Unterschiede wie sie zu ihrem Vermögen gekommen sind. Ab er wie gesagt, da braucht man Allgemeinbildung bzw. Geschichtswissen
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joey schrieb:
am 22. Juli 2010 um 10:21:57
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bärbel
Lesen Sie doch bitte richtig, ich zielte generell auf das Gebaren vieler Reichen, ihr Geld, das sie sowieso nie ausgeben können,
auch noch zu verstecken und zu verschieben, und damit ein soziales Ungleichgewicht heraufbeschwören, da diese Einnahmen im Gemeinwesen einfach fehlen. Was hat das mit Geschichtskenntnissen zu tun?
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Exempler schrieb:
am 22. Juli 2010 um 08:58:45
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Zuwachs
Da gibt es also tatsächlich Leute, deren Vermögen täglich um über 30 Millionen zulegt, womit dann in einem Jahr die 10 Milliarden
beisammen wären. Das ist praktisch nur gegen die naturgesetzliche Maximierung der Entropie möglich, wonach das Geld sich eigentlich gleichmäßig auf alle Leute verteilen müsste. Durch Energieaufwand allerdings wird die Entropie verringert und so das Geld auf wenige konzentriert. Wer das nicht versteht, gehört zu denen, die mit ihrer "Energie" dazu fleißig beitragen.
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