21.05.2008, 11:06 Uhr | dpa / AFP / T-Online
Rekordpreise an den Tankstellen (Foto: T-Online) Unmittelbar vor dem langen Wochenende zum 1. Mai haben die Kraftstoffpreise in Deutschland neue Rekordhöhen erreicht. Nach einer Preisrunde am Mittwochnachmittag kostete ein Liter Benzin im bundesweiten Durchschnitt 1,49 Euro, teilte ein Sprecher des Branchenführers Aral am Mittwoch in Bochum mit. An einzelnen Tankstellen wurde diese Marke jedoch deutlich überschritten. Benzin kostete hier bis zu 1,51 Euro.
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Diesel bei 1,42 Euro
Auch der Dieselpreis erreichte mit 1,42 Euro je Liter eine nie zuvor gekannte Höhe. Als Ursache für die hohen Preise an der Zapfsäule geben die Mineralölunternehmen die festen Notierungen für Öl und Ölprodukte an den internationalen Rohstoffbörsen an. Im Laufe der Woche hatten die Preise mehrfach neue Rekordwerte bis fast 120 Dollar für ein Barrel (159 Liter) erreicht. Auch Heizöl war nach der wöchentlichen Umfrage des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID mit 85,35 Euro für 100 Liter (beim Kauf von 3000 Litern) so teuer wie noch nie. Der Preis lag um 1,55 Euro über der Vorwoche.
Übersicht-
Ölpreis sinkt deutlich
Die Ölpreise sind unterdessen nach überraschend deutlich gestiegenen US-Rohöllagerbeständen stark gefallen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni sank auf 113,67 US-Dollar. Das sind 1,97 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte der WTI-Preis noch bei über 116,40 Dollar gelegen. Am Montag war der US-Ölpreis noch auf einen neuen Rekordpreis von 119,93 Dollar gestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 1,80 Dollar auf 111,62 Dollar. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte der Brent-Preis noch bei 114,50 Dollar gelegen. Für den Verbraucher bedeutet das jedoch keine Erleichterung. Erst wenn das Preisniveau nachhaltig zurückgeht, sinken auch die Preise für Kraftstoffe.
Dollarkurs ausschlaggebend
Im weiteren Handelsverlauf könnte auch die Zinsentscheidung der US-Notenbank die Märkte bewegen. Sollte die Fed andeuten, ihren Zinssenkungskurs im weiteren Jahresverlauf nicht fortzusetzen, könnte dies den bereits leicht erholten US-Dollar weiter stützen und mithin Druck auf die Ölpreise ausüben, erwartet Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Ein fester Dollar (vgl. EUR/USD-Chart) verteuert Rohöl für Investoren außerhalb des Dollarraums und dämpft mithin die Nachfrage aus diesen Ländern. Weinberg vermutet allerdings, dass die aktuellen Preisrückgänge bei Rohöl kurzlebiger Natur sind. Weitere Rekordstände in den kommenden Wochen seien daher wahrscheinlich.
Spekulanten am Steuer
Nach Ansicht vieler Ölexperten sind die hohen Rohstoffpreise in immer stärkerem Maße auf die Spekulation der Finanzmärkte zurückzuführen. In dieser Woche waren es Unruhen in Nigeria und ein Streik in einer schottischen Raffinerie, die als Gründe für Preissteigerungen herhalten mussten. Tatsächlich aber wird der physische Ölmarkt, die tatsächlich gehandelten und schließlich verbrauchten Ölmengen, von derartigen Ereignissen nur wenig berührt. Bislang ist der Ölmarkt weitgehend im Gleichgewicht, obwohl die massiven Preissteigerungen das Gegenteil zu zeigen scheinen. Es gibt weltweit keine Engpässe in der Ölversorgung und Angebot und Nachfrage sind ungefähr ausgeglichen. Allerdings erwarten die Märkte wegen der stark wachsenden Nachfrage aus China und Indien eine zunehmende Ölknappheit und spekulieren deshalb auf weiter steigende Preise.
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Quelle: t-online.de
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