23.12.2011, 14:50 Uhr | dpa
Bergmänner demonstrieren im Besucherbergwerk Zinnkammern die Arbeit mit einem Bohrgestänge (Quelle: dapd)
Im Osten der Republik schlummern riesige Rohstoffvorkommen. An der womöglich größten nicht erschlossenen Zinn-Lagerstätte der Welt haben jetzt die Erkundungsbohrungen begonnen. Es geht um Zinn-Vorkommen im Wert von mehreren Milliarden Euro.
In Geyer (Erzgebirge) wird mit zwei Bohrgeräten nach dem Metall gesucht, in Gottesberg (Vogtland) beginnen voraussichtlich am kommenden Montag die Erkundungen, teilte der Vorstand der Deutschen Rohstoff AG (DRAG), Thomas Gutschlag, mit. Wenn das Wetter mitspiele, könnten die Bohrungen in Gottesberg schon vor Weihnachten abgeschlossen sein.
Dort sollen drei Bohrer eingesetzt werden. Nach Angaben der DRAG verfügen die Lagerstätten über etwa 180.000 Tonnen Zinn - die größte bekannte und noch nicht erschlossene Zinn-Ressource der Welt, hieß es. Nach aktuellem Marktpreis sind beide Lagerstätten zusammen etwa 2,7 Milliarden Euro wert.
Doch der Wert des Zinnvorkommens könnte noch kräftig zulegen. In den vergangenen Jahren stieg der Zinnpreis im Schnitt um vier bis sechs Prozent pro Jahr. Nach Angaben der DRAG stammt der Großteil der Weltproduktion an Zinn heute aus China und Indonesien. Gutschlag geht davon aus, dass gerade China wegen wachsenden Eigenbedarfs und auch aus wirtschaftspolitischem Kalkül künftig den Export einschränkt.
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Ursprünglich hatte die DRAG für ihre Erkundungen einen Zeitraum bis Ende März 2012 veranschlagt. Dabei geht es in eine Tiefe von etwa 400 Meter. Die Lagerstätten an sich sind lange bekannt. Nach den Worten von Gutschlag hat schon die DDR sehr solide erkundet.
Und auch jetzt kam das Unternehmen gut voran. "Die ganzen Vorbereitungen liefern sehr gut", sagte Gutschlag und bezog dabei ausdrücklich die sächsischen Behörden mit ein. Er rechnet damit, dass auch die Arbeiten in Geyer schon vorfristig enden. Ob es wirklich zu einer Renaissance für den Zinnbergbau im Erzgebirge kommt, ist aber noch unklar. Erst später folgt ein Konzept mit allen Details von der Förderung bis zur Verhüttung.
dpa
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